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: Der Höhenflug der Kickers ist gestoppt

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OFFENBACH. Der Höhenflug der Offenbacher Kickers in der Zweiten Fußball-Bundesliga ist rüde gestoppt worden. Nach drei Siegen in vier Spielen setzte es für die Aufsteiger im Heimspiel vor der stattlichen Kulisse von 16 490 Zuschauern ...

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          OFFENBACH. Der Höhenflug der Offenbacher Kickers in der Zweiten Fußball-Bundesliga ist rüde gestoppt worden. Nach drei Siegen in vier Spielen setzte es für die Aufsteiger im Heimspiel vor der stattlichen Kulisse von 16 490 Zuschauern im Stadion am Bieberer Berg eine herbe 2:5-Niederlage gegen die Münchner "Löwen", einen erklärten Aufstiegsfavoriten der Liga. Es war die erste kalte Dusche im heißen Herbst, der für die Offenbacher vier Spitzenspiele en suite bereithält, von denen sie immerhin das erste gegen den SC Freiburg 2:1 gewonnen hatten. Am kommenden Dienstag müssen sie bei Eintracht Braunschweig antreten, am Freitag darauf kommt der VfL Bochum nach Offenbach.

          Schon zur Pause lagen die Kickers nach Treffern von Milchraum (17. Minute), Torben Hoffmann (22.) und Vucicevic (43.) hoffnungslos 0:3 zurück. Nach dem 1:3 durch Regis Dorn in der 55. Minute keimte bei den Offenbachern zwar noch so etwas wie Hoffnung auf, die Kolomaznik in der 70. Minute mit dem vierten Münchner Treffer allerdings endgültig zunichte machte. Das 5:2 durch Cerny in der Schlußminute war Dreingabe. Kickers-Trainer Hans-Jürgen Boysen sagte nach der ersten Heimniederlage: "Bei uns hat es zu früh eingeschlagen. 1860 hat die Fehler gnadenlos ausgenutzt, aber die Niederlage ist trotz allem zu hoch ausgefallen." Und OFC-Präsident Dieter Müller fügte an: "Die waren einfach cleverer, besser, abgezockter."

          Wie es Kickers-Trainer Boysen erwartet hatte, gab es für die Münchner von Beginn an nur eine Richtung: die auf das Offenbacher Tor. Dabei hatte Boysen seine Mannschaft umgebaut, um diesem Schwung begegnen zu können. Galt vorher die Frage, ob der nach seiner Gelb-Sperre wieder spielberechtigte Yildirim seinen Vertreter Thomas Wörle ablösen würde, hieß es zum Anpfiff Yildirim und Wörle, der vergangene Saison noch in der Münchner Reserve gekickt hat. An Yildirims Stelle mußte Christian Müller auf die Ersatzbank, Yildirim nahm dessen Posten auf der rechten Seite ein, Wörle blieb der Mann vor der Abwehr. Viel half es indes nicht. Nach der Pause tauschte Müller mit Yildirim den Platz auf der Bank. Die Münchner präsentierten sich als die eindeutig reifere Mannschaft, boten gefällige Kombinationen, waren körperlich präsent und dominierend in den Zweikämpfen, bestätigten über weite Strecken spielerisch ihren Anspruch auf die erste Liga. Den Kickers blieben meist nur gelegentliche Gegenangriffe, aber Dorn, der im Angriff wieder Suat Türker an der Seite hatte, scheiterte zweimal aus kurzer Distanz an Torhüter Ochs, einmal mit dem Kopf, einmal mit dem Fuß.

          Wie es geht, zeigten die Münchner bei ihrem Führungstreffer, zu dem sie exakt drei Stationen brauchten. Hoffmann auf Kolomaznik, der zu Milchraum - 1:0. Das 2.0 für die "Löwen" fiel in einem ähnlichen Hauruckverfahren. Freistoß Baier, Kopf Hoffmann - 2:0. Dem 3:0 ging das Strickmuster wie beim 1:0 voraus. Langer Paß von Baier, kein Offenbacher weit und breit - 3:0 durch Vucicevic. Die Münchner hatten die erste Halbzeit nach Belieben beherrscht. In der zweiten muckten die Kickers zwar richtig auf, versuchten sich wenigstens kämpferisch zu steigern, was ihnen auch gelang und mit dem 1:3 nach einem sehenswerten Alleingang von Dorn und dessen drittem Saisontor entsprechend belohnt wurde. Und als sich die Kickers nach zwei Kopfbällen von Wörle und Sieger, die denkbar knapp das Tor verpaßten, halbwegs ebenbürtig wähnten, wurden sie wieder durch das 1:4 von Kolomaznik nachdrücklich an bestehende Kräfteverhältnisse auch in Zahlen erinnert. Die Kickers ließen nicht nach und gaben nicht auf, aber sie kamen nicht nach. Daran änderte auch das 2:4 vier Minuten vor dem Abpfiff dank eines künstlerisch wertvollen Freistoßtreffers von Torsten Judt nur wenig. Der Treffer veränderte das Ergebnis, aber nicht die Eindrücke aus diesem Spiel, die Cerny mit dem 2:5 (90.) nur noch zementierte.

          RICHARD BECKER

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