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Weihnachtszirkus : Seilspringen und Reckturnen in Vollendung

  • -Aktualisiert am

Starke Frauen: Die „Kolev Sisters“ zeigen Handstand-Akrobatik. Bild: Marina Pepaj

Der „Great Christmas Circus“ von Carl Busch überzeugt mit seinem neuen Programm. Zwischen Akrobatik, Clowns und Pferdeshow ist für jeden etwas dabei.

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          Ganz bescheiden hat vor sechs Jahren der Zirkus Carl Busch mit seinem Weihnachtszirkus angefangen. In einem kleinen Zelt auf einem provisorischen Platz an der Borsigallee. Heute ist „The Great Christmas Circus“, wie die Familie Wille-Busch ihre Show nennt, in Frankfurt nicht mehr aus der Weihnachtszeit wegzudenken. Für manche Familien ist die Vorstellung an Heiligabend um 14 Uhr fast eine Art vorweggenommene Bescherung.

          Die sechsköpfige Band aus Polen von Zbigniew Garstecki spart denn auch bei der Vorstellung im großen Zelt auf dem Festplatz am Ratsweg nicht mit weihnachtlichen Klängen von „Jingle Bells“ bis „Stille Nacht“. Aber wenn es darauf ankommt, können die Musiker auch aufdrehen, zum Beispiel mit karibischen Rhythmen, wenn in der ersten Nummer die Truppe „Havanna“ vom kubanischen Staatszirkus gutgelaunt Seilspringen in höchster Kunstfertigkeit zeigt.

          Die fünf Männer und eine bildhübsche Frau demonstrieren später in einer zweiten Nummer, dass das gute alte Reck phantastische Sprünge und Kreisel ermöglicht, sofern man so gut durchtrainiert ist wie die Kubaner. Auf jeden Fall schaffen sie von Beginn an eine Partystimmung, die die ganze Show über anhält.

          Höhenflüge in der Manege

          Die beiden hochklassigsten Darbietungen liefern die „Flying Wulber“ am Flugtrapez und die beiden Italienerinnen Michelle und Nicole Kolev mit ihrer Hand-auf-Hand-Nummer ab. Normalerweise sieht man nur Männer in der Handstandakrobatik. Die Kolev Sisters stehen indes ihren berühmten Kollegen in nichts nach. Unterfrau Michelle stemmt ihre Schwester Nicole aus den unwahrscheinlichsten Positionen in die Höhe. Fehlt eigentlich nur noch ein Kopf-auf-Kopf-Trick.

          Am Ende des ersten Teils der gut zweistündigen Show liegt die Flugparade der Flying Wulber, einer italienischen Familie mit einem bulgarischen Vater und zwei Fliegern aus Südamerika. Sie beherrschen alles, was am fliegenden Trapez spektakulär und schwierig ist, den zweifachen Salto gestreckt und gedreht und am Ende auch den Salto mortale mit drei Überschlägen.

          Die schwierigste Aufgabe für einen Zirkusdirektor, nämlich gute Clowns zu finden, hat Manuel Wille-Busch mit dem Engagement der spanischen Truppe „The José Mitchel Clowns“ bestens gelöst. Sie beherrscht das uralte Spiel zwischen dem Weißclown und den zwei dummen Augusten – und die drei stehen als gute Saxophonisten in der Tradition der Musikclowns. Ihre Wassernummer dürfte selbst den größten Miesepeter zum Lachen bringen.

          Die „Flying Wulber“ gehen am Flugtrapez hoch hinaus. Bilderstrecke
          Viel geboten : Das Weihnachtsprogramm von Carl Busch zeigt sich vielseitig

          Ihren Elefanten hat die Familie Wille-Busch zu Hause gelassen und nur ihre Pferde nach Frankfurt mitgebracht. Das hat Tierrechtler nicht daran gehindert, vor dem Zelt zu demonstrieren. Wie immer bei Carl Busch ritt Natascha Wille-Busch, die Schwester des Direktors, die hohe Schule und präsentierte das Pferdekarussell aus Friesen, Arabern und Ponys. Unterstützung bekommen hat sie von ihrer Nichte, der acht Jahre alten Angel, die offenbar für die Manege geboren ist.

          „The Great Christmas Circus“ ist von Jahr zu Jahr besser geworden. Mittlerweile können auch die kleineren Nummern bestehen, zum Beispiel der Drahtseilakt von Florees Gruss aus der berühmten französischen Zirkusfamilie, der Diabolowirbel des jungen Tschechen Georgio Hromadko, das faszinierende Antipodenspiel der Tschechin Vera Kopecká und die verblüffenden Hula-Hoop-Drehungen von Alesya Gulevich. Kurzum: Das Weihnachtsprogramm 2019 von Carl Busch dürfte Kindern, Eltern und Großeltern gefallen.

          Hans Riebsamen

          „The Great Christmas Circus“ ist bis zum 5. Januar auf dem Festplatz am Ratsweg zu sehen. Vorstellungen täglich um 15.30 und 20 Uhr. Sonntags und an Feiertagen um 15 und 18.30 Uhr. Am 18. und 19. Dezember nur um 15.30 Uhr, an Heiligabend um 14 Uhr und an Silvester um 15.30 und 20 Uhr.

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