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Flut an Coffee-to-go-Bechern : Der Genuss und der Dreck

Müll nach einmaligem Genuss: Coffee-to-go- Becher Bild: dpa

Verzicht vor dem Verbot: Immer mehr Lokale verbannen Plastiktrinkhalme. Doch die Flut von Coffee-to-go- Bechern nimmt kein Ende.

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          Und dann, sagt James Ardinast, „haben wir mal ausgerechnet, wie viele Strohhalme allein in unseren Mitgliedsbetrieben im Jahr so verbraucht werden. Das sind Millionen.“ Ardinast, der mit seinem Bruder David mehrere Bars und Restaurants in Frankfurt betreibt, ist Vorstand der Initiative Gastronomie Frankfurt. Der Zusammenschluss von Szene-Wirten ist vor zwei Jahren gegründet worden. Heute gehören ihm 17 Leute mit insgesamt knapp 50 Lokalen an. Auch Hung Quach ist dabei. Er betreibt das vietnamesische Restaurant Vipho im Frankfurter Nordend. Seit vier Wochen werden dort die Drinks statt mit Halmen aus Plastik mit welchen aus Bambus serviert, sie sind mehrfach verwendbar. Hung, der die Bambushalme bei einem Aufenthalt in Vietnam entdeckt und von dort mitgebracht hat, überzeugte Ardinast und die anderen aus der Wirte-Initiative, es ihm nachzutun, und so testen sie zurzeit ebenfalls Alternativen zum Plastikstrohhalm. Die Kommentare der Gäste dazu, sagen Hung und Ardinast, seien fast ausnahmslos positiv.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mehr als 70 Plastikhalme soll, statistisch gesehen, jeder Bürger in der Europäischen Union jedes Jahr verwenden und wegschmeißen. Seit Mai steht im Raum, dass die EU-Kommission ein Verbot der Halme plane. Bis das, wenn es geschieht, auf nationale Vorschriften heruntergebrochen wird, kann es noch eine Weile dauern. Unterdessen mehren sich die Ankündigungen freiwilligen Verzichts, aus dem Lebensmitteleinzelhandel, der Plastikstrohhalme mittelfristig auslisten will, aus dem Gastgewerbe.

          „Wir lassen Strohhalme im Moment ganz weg“

          Kein Kunststoff ins Glas: Im Restaurant Bangkok in Frankfurt ist das jetzt so, in den Fletcher’s-Burger-Filialen, im „Blauen Wasser“ am Mainufer, in den Restaurants Maxie Eisen, Stanley Diamond und Chez Ima der Ardinast-Brüder, auch in der Backschaft in Offenbach. Manche verwenden, wie Hung Quach, Bambushalme. Sie ließen sich „in einer gewerblichen Spülmaschine gut saubermachen“, sagt er. Drei bis vier Wochen halte einer, bevor das Material langsam nachlasse.

          Bambus statt Plastik: Hung Quach

          „Wir lassen Strohhalme im Moment ganz weg“, sagt James Ardinast. „Und wir sind jetzt mit einer Firma in Kontakt, die sogenanntes organisches Plastik anbietet.“ Von wiederverwendbaren Halmen, die es außer aus Bambus auch aus Glas oder Edelstahl gibt, hält er nichts. Sie seien zu kompliziert im täglichen Barbetrieb. „Man braucht zum Beispiel den Platz, um sie zum Trocknen aufzustellen“. Dass in seinen Lokalen auf Dauer ohne jegliche Halme gearbeitet wird, will er nicht ausschließen. „Der Strohhalm ist eigentlich ein überflüssiges Produkt.“

          Frei von Einwegtrinkhalmen

          Schon bald ohne Plastikhalme auskommen wollen neben Individualrestaurants auch die großen Systemgastronomen. Starbucks hat bevorstehenden Verzicht angekündigt, McDonald’s hat damit in Großbritannien begonnen. Die Sausalitos-Kette, in Frankfurt mit einem Lokal in Bockenheim vertreten, lässt ihre Kunden die Getränke seit kurzem testweise durch Halme saugen, die aus Weizen geformt sind. Ein Start-up aus Kerpen bietet sie an. Dieser Tage hat Marriott International angekündigt, dass bis Juli 2019 seine weltweit mehr als 6500 Hotels und Resorts frei von Einwegtrinkhalmen und Plastikrührstäbchen sein sollen. Die Hotelkette Hilton hatte im Mai einen baldigen Verzicht auf Plastikstrohhalme und Plastikflaschen gemeldet, genauso der Vorstand der Scandic-Hotels.

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