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FSV Frankfurt : Durch die Waschanlage zum Klassenerhalt

Comeback am Bornheimer Hang: Tomas Oral, der neue, alte Trainer des FSV. Bild: dpa

Einmal Vollreinigung bitte: Tomas Oral lässt die Spieler des abstiegsbedrohten Zweitligaklubs FSV Frankfurt zum Dienstantritt durch eine Waschanlage rennen. Er hofft auf die kathartische Wirkung.

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          Bitte eintreten! Als die Fußballprofis des FSV Frankfurt am Montag Vormittag von einer halbstündigen Laufeinheit an den Bornheimer Hang zurückkehrten, hielt ihnen ihr neuer Trainer Tomas Oral die Tür zum Kabinengang auf, bis der Letzte durch war. Es war ein symbolischer Akt: Mit Hilfe des Zweiundvierzigjährigen, der dem Tabellendrittletzten der zweiten Liga am Sonntagabend ohne Bedenkzeit zugesagt hatte, soll sich für den angeschlagenen FSV eine neue und erfolgreiche Perspektive im Abstiegskampf eröffnen. Bis zum kommenden Sonntag und der Begegnung in Düsseldorf hat der Rückkehrer Oral nun Zeit, die Mannschaft nach elf sieglosen Spielen wieder in die Spur zu bekommen. Das ist eine Herkulesaufgabe mit dem großen Risiko, zu scheitern. Drängender könnte die Zeit für Oral kaum sein.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Seinem Vorgänger Benno Möhlmann trauten die Vereinsverantwortlichen die finale Rettungstat nicht mehr zu. Relativ zügig nach dem 1:3 zu Hause gegen Union Berlin trennte sich der Traditionsverein am Sonntagabend vom Rekordtrainer der zweiten Liga. Lange war er der Lieblingstrainer der Chefetage – unantastbar und über jeden Zweifel erhaben. Aber nach der langen Serie ohne Erfolge fehlten selbst ihm die Fürsprecher. Während Oral am Montag schon an der gewagten Rettungsmission arbeitete, packte Möhlmann auf der Geschäftsstelle noch seine Sachen. „Ich muss es akzeptieren“, sagte Möhlmann, der eigentlich gar nichts sagen wollte. „Die Zeit ist vorbei, wo ich mich überraschen lasse und mich etwas Außergewöhnliches runterzieht.“ Seine Emotionen behielt er im Griff. Kurios ist der Wechsel allemal. Denn auch 2011 beim FC Ingolstadt folgte Oral auf Möhlmann. Der wiederum heuerte dann im Dezember in Frankfurt an für den beurlaubten Hans-Jürgen Boysen.

          Züge der blanken Angst

          Mit der Entlassung von Möhlmann und dessen Assistenten Sven Kmetsch war es für den tief in der Krise steckenden FSV aber nicht getan. Auch Uwe Stöver ist seit Montag nicht mehr Sportchef des Abstiegskandidaten. Die Bornheimer setzten personell also zum Rundumschlag an – mit der Hoffnung auf den letztlich großen Befreiungsschlag. Nur wohl überlegt scheint das nicht zu sein.

          Das Handeln trägt vielmehr Züge einer Verzweiflungstat. Züge der blanken Angst. Stöver hatte zwar noch zur schnellen Verpflichtung von Oral beigetragen. Gleichzeitig bat Stöver aber das Präsidium, darüber zu befinden, ob er noch der richtige Mann für den FSV und dessen Neuanfang sei. Denn: „Ich habe ein altes Gesicht.“ Und weiter: „Für den Misserfolg der vergangenen Wochen bin ich mitverantwortlich.“ Die Vertrauensfrage stellt wohl nur der, der Zweifel daran hat, ob er noch die erforderliche Rückendeckung besitzt. Das Präsidium jedenfalls entschied sich am Montag gegen die weitere Zusammenarbeit mit Stöver. Präsident Julius Rosenthal sagte: „Ein Trainer sollte sich selbst den sportlichen Leiter aussuchen. Warum sollen wir nicht gleich mit allem einen Neuanfang schaffen?“

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