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Klinikalltag in Coronazeiten : „Es gibt Ängste. Auf die versuchen wir mit viel Zeit und Energie einzugehen“

Blick auf den mit Gittern abgesperrten Haupteingang und den Infocontainer der Uniklinik in Frankfurt. Bild: Frank Röth

Auch das Frankfurter Uniklinikum steht in der Corona-Zeit vor einer schweren Aufgabe: Der Ärztliche Direktor Jürgen Graf spricht im Interview über die Herausforderungen der Pandemie, die Kapazitäten seines Hauses und das Schwitzen unter der Schutzausrüstung.

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          Sie haben das Frankfurter Universitätsklinikum auf die Pandemie vorbereitet. Wie funktioniert das genau?

          Ingrid Karb
          (iff.), Rhein-Main-Zeitung
          Marie Lisa Kehler
          (mali.), Rhein-Main-Zeitung

          Das funktioniert erst einmal so, dass wir uns Gedanken darüber gemacht haben, wie viele infizierte und erkrankte Patienten wir werden versorgen müssen. Dafür haben wir eine Kalkulation für Hessen gemacht, basierend auf Untersuchungen aus China, Südkorea und Italien.

          Prognosen sind ungenau, oder?

          Sämtliche Zahlen, die Sie diskutieren, sind problematisch. Aber Sie brauchen eine Zielzahl, um eine Strategie entwickeln zu können. Wir gehen von 6000 Beatmungspatienten für Hessen bis Ende des Jahres aus. Und diese liegen im Schnitt 20 Tage auf der Intensivstation. Dann haben sie eine Größenordnung von 120.000 Tagen Intensivmedizin, die sie leisten müssen. Das haben wir auf unser Haus heruntergebrochen.

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