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Neubau Klinikum Höchst : 664 Betten und ein „Hybrid-OP“

Grüne Klinik: Der Neubau soll Passivhaus-Standards genügen. Bild: Zentrale Errichtungsgesellschaft

Der Bauantrag für das Klinikum Höchst ist genehmigt. Im Frühjahr können die Arbeiten beginnen. Entstehen soll ein Haus, das als Vorbild für Krankenhäuser in ganz Europa taugt.

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          Für Kliniken ist offenbar schon vor Weihnachten Bescherungszeit. Vor ziemlich genau einem Jahr beschlossen die Stadtverordneten nach massiven Auseinandersetzungen innerhalb der schwarz-grünen Koalition, den Neubau des Klinikums Höchst für 237 Millionen Euro errichten zu lassen. Noch vor dem Heiligen Abend reichte die Zentrale Errichtungsgesellschaft für das Klinikum Höchst (ZEG) den Bauantrag ein. Jetzt hat die Bauaufsicht der Stadt die Genehmigung für die erste Passivhaus-Klinik Europas erteilt. Der erste Spatenstich ist für das Frühjahr geplant, Ende 2018 soll das Bauwerk fertig sein, sodass es in der ersten Jahreshälfte 2019 in Betrieb genommen werden kann.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit die 2000 Mitarbeiter des städtischen Klinikums sich an der lang erwarteten Nachricht freuen können, haben die beiden Geschäftsführer der Errichtungsgesellschaft und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) ein Plakat mit einer Visualisierung des Neubaus in der Personalcafeteria des Klinikums angebracht. Schließlich wird die dringend notwendige Sanierung oder ein Neubau für die Anfang der sechziger Jahre errichteten Bettenhäuser seit zehn Jahren in Aussicht gestellt.

          Der Neubau umfasst 35.000 Quadratmeter Fläche

          Wer das Klinikum als Generalunternehmer bauen wird, ist noch nicht entschieden. Die ZEG-Geschäftsführer verhandeln mit Interessenten, die sich auf die europaweite Ausschreibung gemeldet hatten. Eigentlich sollte der Auftrag Ende dieses Jahres vergeben werden. Eine Konkurrentenklage im Zuge der Ausschreibung für die Projektsteuerung habe jedoch alles um vier Monate verzögert, hieß es am Rande der Überreichung der Baugenehmigung. Ein wenig Zeit habe man aufholen können, so dass der Termin für den Spatenstich im Frühjahr sicher sei. Heilig machte deutlich, dass sie nicht darauf dringe, für diesen Festakt einen Termin vor dem 6. März 2016 zu finden – an diesem Tag sind Kommunalwahlen in Hessen.

          Der Neubau besteht aus einem sechs Stockwerke hohen Gebäude, das in vier Querriegel aufgegliedert ist. Es wird östlich des jetzigen Bettenhochhauses in Richtung Windhorststraße entstehen und rund 35.000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Später, wenn der Neubau bezogen ist, wird am jetzigen Standort ein Gesundheitszentrum errichtet. Die Augenklinik zieht dann in die erst 2005 errichtete Zentrale Notaufnahme um, das einzige Gebäude, das langfristig erhalten bleibt.

          Der Bauantrag sieht elf Operationssäle vor, darunter einen „Hybrid-OP“

          Ausgelegt wird der Neubau für 664 Betten, das sind rund 300 weniger als bisher, hinzu kommen 40 Tagesklinik-Plätze. Die Klinik soll 16 Abteilungen umfassen. Der Bauantrag sieht elf Operationssäle vor, darunter einen „Hybrid-OP“. Er soll mit Spezialgeräten wie Angiographieanlagen und Magnetresonanztomographen ausgestattet werden. So können während des Eingriffs Aufnahmen angefertigt werden, die es dem Operateur erlauben, besonders schonend vorzugehen. Schon jetzt gebe es diese Möglichkeit in Höchst, sagen die Fachleute, doch der künftige Saal werde mit neuester Technik ausgestattet sein. Alle neuen, fest eingebauten Geräte, für die der Generalunternehmer zuständig ist, sollen auch besonders energiesparend sein. Die gesamte bewegliche Ausstattung wird vom Klinikum Höchst als Betreiber des neuen Krankenhauses kommen.

          „Das Klinikum Höchst wird eines der energieeffizienten Krankenhäuser in ganz Europa sein“, teilte ZEG-Geschäftsführer Udo Findt mit. Er ist überzeugt, dass das Haus nicht nur in medizintechnischer Hinsicht herausragend sein wird, sondern auch, was den Komfort für die Patienten betrifft. „In diesem neuen Krankenhaus wird es nicht mehr ziehen, und es gibt größere Zimmer als anderswo.“ In Vorbereitung des Neubaus hatte die Zentrale Errichtungsgesellschaft nach Gesprächen mit Ärzten und Pflegerinnen das „Höchster Zimmer“ konzipiert, das 2,5 Quadratmeter größer ist als das Norm-Zweitbett-Zimmer. Es bietet den Vorteil, dass nicht immer beide Betten bewegt werden müssen, wenn einer der Patienten zur Untersuchung gefahren wird. Stadträtin Heilig hatte schon während der Diskussion über den Klinikneubau gesagt, sie sei überzeugt, dass größere Zimmer zum „Alleinstellungsmerkmal“ des Krankenhauses in Höchst würden.

          Krankenkasse lobt Klinikverbund

          Die Beschlüsse des Kreistags in Hofheim und der Stadtverordneten in Frankfurt, ihre beiden kommunalen Kliniken zum 1. Januar 2016 in einen gemeinsamen Klinikverbund zu überführen, hat die Techniker-Krankenkasse als richtige Entscheidungen bezeichnet. Die Kliniken hätten erkannt, dass ihnen nur der Verbund eine zukunftssichere Perspektive bieten könne, sagte Barbara Voß von der hessischen Landesvertretung der Krankenkasse. Für einzelne Häuser sei es ohne Spezialisierung nur in seltenen Fällen möglich, sich auf dem Krankenhausmarkt zu behaupten, so Voß. Das sei in Hessen deutlich zu beobachten. Vor allem kommunale und freigemeinnützige Krankenhäuser hätte immer mehr Schwierigkeiten zu bestehen. Größere Einheiten bewirkten dagegen Synergie-Effekte und steigerten die Wirtschaftlichkeit, so dass sich die finanzielle Situation der Häuser in der Regel verbessere.

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