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Denkmalschutz zufrieden : Geplanter Brückenturm vier Meter niedriger

Geschrumpft: Mäcklers neuer Entwurf ist niedriger als der alte und ähnelt weniger einem Büro- oder Wohnhaus Bild: Mäckler

Architekt Mäckler hat den Entwurf für den Brückenturm an der Frankfurter Alten Brücke in wichtigen Punkten geändert. Denkmalschützer nicken beifällig.

          Der Architekt Christoph Mäckler hat den Entwurf für den Brückenturm an der Alten Brücke in wichtigen Punkten geändert. Laut den gestern in München auf der Immobilienmesse Expo Real präsentierten Plänen ist das Gebäude nun fast vier Meter niedriger, die Fensterfläche wurde halbiert. Mäckler verringerte die Geschosshöhe in Restaurant, Sockel und Brückenmuseum um jeweils einen Meter. Teilweise verzichtete er auf Fenster, teilweise verkleinerte er sie. Mäckler reagiert damit auf Kritik des Denkmalbeirats und aus den Reihen der Stadtverordneten.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Änderungen stoßen bei Manfred Wenzel, der die Stellungnahme des Denkmalbeirats verfasst hatte, auf Zustimmung. Die Überarbeitung der Fensterfläche habe seine Bedenken geheilt. „Das Bauwerk hat nun nicht mehr die Anmutung eines Wohn- oder Bürogebäudes, sondern ist deutlich ein Brückenturm.“ Auch die geringere Höhe wirke sich günstig aus. Wenzel trat für die Realisierung des Projekts „zum Wohle von Frankfurt“ ein. „Gerade wegen der Ensemblewirkung ist der Brückenturm unverzichtbar“, sagte er.

          Cunitz: Ich habe nichts dagegen

          Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) verwies darauf, dass ein Beschluss der Stadtverordneten im Pachtvertrag festgeschrieben sei. „Da kann ich tausendmal auf den Tisch hauen, ein Beschluss ist nötig“, sagte er. Der Brückenturm sei eine grundsätzlich schöne Idee, ursprünglich sei er aber als ausschließlich öffentliches Gebäude geplant gewesen. „Ich habe nichts dagegen. Aber wenn es das Brückenmuseum nicht gibt, wird die Geschichte der Alten Brücke im Historischen Museum erzählt.“

          Städtebauliche Reminiszenz: der geplante Brückenturm, wie er zuerst aussehen sollte

          Der Immobilienmakler Rainer Ballwanz hält es für eine „unwiederbringliche Chance“, den Turm zu bauen. Er zählt zu den rund 130 Mitgliedern des von Mäckler gegründeten Brückenbauvereins, der den Turm als gemeinnützige GmbH realisieren will. Vier Eigentumswohnungen in den oberen Geschossen seien zur Refinanzierung der Baukosten von rund sechs Millionen Euro nötig. „Uns steht kein anderes Finanzierungsmodell zur Verfügung“, sagte Ballwanz. Der Turm sei ein Nullsummenspiel, an dem niemand verdiene.

          Ruderverein ablehnend

          Mäckler zufolge ist das Ensemble mit dem Portikus zu 70 Prozent öffentlich genutzt. Er verteidigte die Wohnnutzung: Auch früher hätten Menschen auf der Brücke in Fischer- und Müllerhäusern gelebt. Der Hauptgrund für das Bauwerk sei aber, die Geschichte der Brücke am authentischen Ort wieder erlebbar zu machen. „Die Alte Brücke ist eine Art Geburtsort der Messestadt.“ In dem Brückenrestaurant wolle der Pächter des Restaurants „Heimat“ bodenständige Küche anbieten.

          Die ablehnende Haltung des Rudervereins führt Mäckler auch darauf zurück, dass wegen der Notsanierung der Brücke eigentlich geplante Räume weggefallen seien. Die Mitglieder des Rudervereins würden auch nach dem Bau des Turms unter sich bleiben. Zudem sei der falsche Eindruck entstanden, dass das Projekt von ihm allein vorangetrieben werde. Der Brückenbauverein unterstütze ihn: „Die sind alle ganz wild darauf“, sagte der Architekt. Eine Viertelmillion Euro an Spenden habe er schon gesammelt. „Wenn man mir das Geld gibt, kann ich gerne auch auf die Wohnungen verzichten.“

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