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Demonstrationen in Frankfurt : „Die Nazi-Keule zieht nicht mehr“

Bei Kundgebungen in Frankfurt trafen am Samstagnachmittag rechte und linke Demonstranten aufeinander. Bild: dpa

Am Rande einer Corona-Demonstration treffen in Frankfurt rechte und linke Gruppen aufeinander. Die Polizei lässt sie weitgehend gewähren.

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          Am Rande einer Corona-Demonstration in der Frankfurter Innenstadt sind am Samstagnachmittag rechte und linke Gruppen aufeinander getroffen. Während es bei den angemeldeten Versammlungen an der Hauptwache, wo Antifaschisten gegen Verschwörungstheoretiker und Rechte protestierten, und am Roßmarkt, wo sich Hunderte Gegner der Corona-Politik versammelten, relativ ruhig blieb, tat sich unvermittelt ein dritter Schauplatz auf. Auf dem Opernplatz hielten Anhänger antifaschistischer Gruppierungen Gegner der Corona-Politik davon ab, weiter in die Innenstadt in Richtung Roßmarkt zu ziehen. Sie stellten sich ihnen mit Bannern und Transparenten in den Weg. 

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Anhänger rechter Gruppierungen provozierten ihrerseits durch entsprechende Parolen und indem sie auf die Rechte des Grundgesetzes verwiesen und Kopien davon hochhielten als Zeichen dafür, die Maßnahmen des Staates zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht anzuerkennen. „Haut ab, Ihr Nazis“, riefen die einen. Und bekamen zur Antwort: „Die Nazi-Keule zieht nicht mehr!“

          Situation eskaliert, Polizei greift ein

          Die Polizei ließ die spontanen Proteste zunächst zu. Sie verwies darauf, dass sich ein Versammlungsleiter melden solle. Nachdem sich weder von der einen, noch von der anderen Gruppe jemand gemeldet hatte, fuhr die Polizei mit massiven Kräften auf, woraufhin sich die Versammlung am Opernplatz auflöste. Einige der Demonstrationsteilnehmer zogen weiter in Richtung Rathenauplatz, wo die Polizei sie zunächst separieren wollte. Schließlich gelang es ihnen, auf den Roßmarkt zu gelangen, wo der frühere Attac-Aktivist Hajo Köhn, der inzwischen zum entschlossenen Gegner von Corona-Maßnahmen geworden ist, seine Versammlung abhielt.

          Mit Trommelschlägen und Sprechchören versuchten die Linken, die Demonstration von Köhn zu stören, der aber ohnehin kurz vor dem Ende seiner Veranstaltung war, die er für eine Stunde angemeldet hatte. „Wir sehen uns wieder“, rief er seinen Anhängern noch zu. Dann preschte ein Mann vor und versuchte Köhn, vom Gutenberg-Denkmal zu stoßen, auf dem Köhn zuvor gesprochen hatte.

          Die Polizei griff unvermittelt ein. Später will Heidi Mund sprechen, die vor vier Jahren in Frankfurt schon Pegida-Demonstrationen abgehalten hat und nun in der Corona-Krise wieder aktiv geworden ist. Ein linker Aktivist entriss ihr das Megafon. Abermals griff die Polizei ein. Schließlich eskalierte die Situation. Ein 27 Jahre alter Mann aus Hanau, der ebenfalls an der Kundgebung teilgenommen hatte, zeigte einen Hitlergruß. Die Polizei nahm ihn fest.  

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