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Demographischer Wandel : Im Norden Hessens wird es menschenleer

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Der Werra-Meißner-Kreis, hier das Dorf Weißenborn, wird schon in zwei Jahrzehnten ein Sechstel weniger Einwohner haben Bild: Sick, Cornelia

Während Frankfurt in nicht allzu ferner Zukunft mehr als 700.000 Einwohner haben dürfte, geht es anderswo dramatisch abwärts. Der Werra-Meißner-Kreis wird schon in zwei Jahrzehnten ein Sechstel weniger Einwohner haben

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          Hessen steckt mitten in einem tiefgreifenden demografischen Wandel. „Wir werden weniger, älter und bunter“ - so hat es eine Enquetekommission des Landtags freundlich beschrieben. Tatsächlich bedeutet der Wandel, dass weite Teile Hessens, vor allem der Norden, in den kommenden Jahrzehnten einen Teil ihrer Bevölkerung verlieren werden. Wachsen wird im Süden das Dreieck Frankfurt-Wiesbaden-Darmstadt.

          Zum Jahresende 2010 zählte Hessen 6,067 Millionen Einwohner, es gab sogar ein leichtes Plus durch Zuwanderung. Doch in 50 Jahren wird es nach Schätzungen nur noch 4,9 Millionen Hessen geben, ein Minus von fast einem Fünftel.

          Frankfurt wächst weiter

          Einige Regionen trifft der dramatische Rückgang sehr schnell: Der Werra-Meißner-Kreis wird schon in zwei Jahrzehnten ein Sechstel weniger Einwohner haben, ähnlich sieht es im Vogelsberg oder im Schwalm-Eder-Kreis aus. Dagegen wird die Metropole Frankfurt irgendwann nach 2030 die Marke von 700.000 Einwohnern überschreiten.

          In der Abwanderungsbewegung hängt alles mit allem zusammen. Wo es menschenleer wird, dort verschwinden die Jobs, die Schulen, die Ärzte, der öffentliche Nahverkehr wird dünner. Und wo Arbeitsplätze und Schulen weg sind, da hält es auch Menschen nicht mehr. Der ohnehin belastete Ballungsraum Rhein-Main muss dagegen seine Infrastruktur noch einmal ausbauen.

          Menschen Mitte 40 größte Gruppe

          Außerdem altert die Gesellschaft. In der hessischen Bevölkerungspyramide stellen derzeit die Menschen Mitte 40 die stärksten Jahrgänge. Statistiker erwarten, dass 2060 die Menschen um die 70 die zahlenmäßig größten Jahrgänge bilden. Die Ideen, wie dieser Wandel bewältigt werden soll, stehen noch ganz am Anfang.

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