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Dem Corona-Tod entkommen : Als ob jeder Atemzug der letzte wäre

Kampf gegen den Tod: Corona-Intensivpatienten müssen oft wochenlang betreut werden. Bild: Frank Röth

Zuerst dachte Andreas Paulsen, er hätte Glück gehabt. Doch dann brachte das Coronavirus den sportlichen Familienvater fast um. Der Weg zurück ins Leben ist mühsam.

          3 Min.

          Weihnachten 2020 hat Andreas Paulsen noch in lebhafter Erinnerung. Er, seine Frau und seine drei Kinder hatten sich im Dezember mit dem Coronavirus angesteckt. Der Teenagersohn hatte Fieber, die Eltern fühlten sich matt und schlapp. Die Jüngsten hatten einfach weitergespielt, als wäre nichts. An den Feiertagen waren alle wieder obenauf. Die Krankheit schien überwunden, und Paulsen tischte ein Drei-Gänge-Menü auf. Sie schienen glimpflich davon gekommen zu sein.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zehn Tage später muss Andreas Paulsen, der in Wirklichkeit anders heißt, von seiner Frau ins Markus-Krankenhaus gefahren werden. Er fühlt sich plötzlich so schwach und krank, dass sie seine Tasche zur Anmeldung tragen muss, der 47 Jahre alte Mann an ihrer Seite hat dazu keine Kraft mehr. Einen Monat nach der Erstdiagnose ist der Corona-Test im Krankenhaus wieder positiv, eine Röntgenaufnahme der Lunge bringt Gewissheit: Das Gewebe sieht zerfressen aus, wie hinter einer Milchglasscheibe, so erinnert sich Paulsen. Covid hat sein Immunsystem in eine irre Selbstverteidigung getrieben, die den Körper nun mit Verzögerung in die Knie zwingt.

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