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Debatte um Turbo-Abitur : Schülervertretung für Wahlfreiheit bei Schulzeit

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G8 oder G9? Diese Frage spaltet nicht nur die Politik, sondern auch die Schülerschaft Bild: dpa

Acht oder neun Jahre Gymnasium bis zum Abitur? Ministerpräsident Bouffier hat die Debatte in Hessen neu entfacht. Auch die Schüler mischen sich jetzt ein.

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          In die Diskussion um die Schulzeit bis zum Abitur hat sich nun auch die hessische Landesschülervertretung (LSV) eingeschaltet. In Wiesbaden sprach sie sich dafür aus, den Schülern bei Bedarf auch mehr Zeit bis zum Abitur zu geben. Landesschulsprecher Laurien Wüst begrüßte den Vorschlag von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), den selbständigen Schulen die Wahlfreiheit zwischen acht und neun Jahren (G8 oder G9) bis zum Abi zu lassen. Die Schüler Union Hessen (SU) reagierte dagegen ablehnend.

          Wüst sagte, die LSV trete für eine Oberstufe ein, die zwischen zwei und vier Jahren je nach den Bedürfnissen der Schüler dauern sollte. Diese sogenannte modularisierte Oberstufe könne dann zu einer Schulzeit zwischen 12 und 14 Jahren bis zum Abitur führen.

          Schüler-Union: G8 ein gutes System

          Dieser Vorschlag ist Teil von 69 Bildungsthesen, die die Landesschülervertretung am Mittwoch an Kultusministerin Nicola Beer (FDP) überreichte. Die rund 100 Schüler nagelten ihre Thesen bei der Aktion symbolisch vor dem Ministerium an eine Tür. Sie sprachen sich dabei unter anderem für jahrgangsübergreifenden Unterricht, für einen Religionsunterricht über die Konfessionen hinweg und für eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Stärken und Schwächen der Schüler aus.

          Der Vorsitzende der Schüler-Union, Lars von Borstel, erklärte dagegen laut Mitteilung zu dem Bouffier-Vorschlag: „Derartige Forderungen sind nicht erforderlich. G8 ist ein gutes System.“ Die SU hat nach eigenen Angaben rund 1000 Mitglieder. Sie bezeichnet sich selbst als größte parteiunabhängige Schülerorganisation, steht aber der CDU nahe.

          G9 an vielen Gesamtschulen

          Hessen hatte G8 von 2004 bis 2007 schrittweise für Gymnasien und Kooperative Gesamtschulen eingeführt, in diesem Sommer macht der erste G8-Jahrgang Abitur. Wie in anderen Bundesländern wurde die Zeit in der Mittelstufe um ein Jahr gekürzt, so dass sich dort Lernstoff drängt und die Stundenzahl für die Schüler gestiegen ist. Die gymnasiale Oberstufe dauert unverändert drei Jahre. Rund 40 Prozent der kooperativen Gesamtschulen in Hessen sind nach Angaben von Kultusministerin Nicola Beer (FDP) mittlerweile zu G9 zurückgekehrt.

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