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Eintracht Frankfurt : Kinsombis starke Konkurrenten

Trainingsduelle gegen Torschützenkönig Meier: Die wird es für Kinsombi (links) nicht mehr geben. Bild: Heiko Rhode

Für den Deutsch- Kongolesen endet die Zeit bei der Eintracht. Er wechselt zum Karlsruher SC, der ihn nach Magdeburg verleiht. Für das Spiel gegen Augsburg drängt Fabián in die Startelf.

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          Was zwei Tage doch ausmachen können. Zwei Tage, die Marc Stendera früher das Licht der Welt erblickt hat als David Kinsombi. Zwei Fußballprofis des Jahrgangs 1995. Zwei, die bei der Eintracht unter Vertrag stehen – und deren Wege sich jetzt trennen. Während der am 10. Dezember geborene Stendera längst den Sprung zum Stammspieler geschafft hat, wird der zwei Tage jüngere Kinsombi den Frankfurtern noch in dieser winterlichen Transferperiode den Rücken kehren.

          Am Mittwoch, als Cheftrainer Armin Veh seine Mannschaft auf dem Übungsareal vor der Arena versammelte, um sich auf die schwere Aufgabe am Samstag um 15.30 Uhr beim FC Augsburg einzustimmen, war der 20 Jahre alte, in Rüdesheim geborene Deutsch-Kongolese schon nicht mehr dabei. „Er wird uns verlassen“, bestätigte Veh den Veränderungswunsch des Verteidigers. Das Einverständnis des Trainers liegt vor, „der Junge ist schließlich okay und hat sich nichts zuschulden kommen lassen“. Ein neuer Verein ist gefunden. Der Zweitligaklub Karlsruher SC hat sich bis zum 30. Juni 2018 die Dienste des Innenverteidigers gesichert, der auch auf den Außenposten sowie auf der sogenannten Sechser-Position vor der Abwehr spielen kann. Kinsombi wird vorerst aber nicht für den KSC, sondern für den Drittligaverein 1. FC Magdeburg spielen, wohin ihn die Badener bis Saisonende ausgeliehen haben.

          In der Abwehr ist die Konkurrenz am größten

          Kinsombis Problem bei der Eintracht, bei der er gut eineinhalb Jahre unter Vertrag stand und es insgesamt auf vier Bundesligaspiele brachte: Er konnte sich nicht wie erhofft durchsetzen, was zu erwarten gewesen war. Gerade in der Innenverteidigung, in der sich Kinsombi am wohlsten fühlt, ist das Gedränge bei der Eintracht groß. Richtig ist auch: Kinsombis Konkurrenten sind einfach besser. Carlos Zambrano ist in den Augen von Veh der Anführer der Abwehrcrew, zu der auch noch David Abraham und Marco Russ sowie der derzeit verletzte Bamba Anderson gehören. Und sollte wirklich einmal Not am Mann sein, könnte Veh auch die variabel einsetzbaren Slobodan Medojevic und Stefan Reinartz in die Defensivzentrale beordern. Reinartz aktuell natürlich nicht, denn der im Sommer aus Leverkusen nach Frankfurt gewechselte „Stratege“, als der er von Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner bezeichnet wurde, steht der Mannschaft seit längerem schon nicht zur Verfügung. Reinartz leidet unter Problemen an der Leiste. Am Mittwoch hat sich der 27-Jährige nach medizinischen Konsultationen in München nun in Berlin operieren lassen. Die Reha danach wird Reinartz in seiner Kölner Heimat machen.

          In Frankfurt ist Veh im Verbund mit seinen Helfern damit beschäftigt, den (psychologischen) Schwung des 3:2-Sieges gegen Wolfsburg mit in die Auswärtspartie nach Augsburg zu nehmen. Erste Indizien: Der nicht erst rund um die Begegnung gegen Wolfsburg negativ aufgefallene Haris Seferovic (F.A.Z. vom 25. und 26. Januar) dürfte seinen stürmischen Stammplatz vorerst verloren haben. Im Training ließ Veh eine Formation angreifen, die auch beim Duell mit den bayerischen Schwaben erste Wahl sein dürfte: Alexander Meier und Marco Fabián in der Spitze, flankiert auf den Außen von Szabolcs Huszti und Stefan Aigner. In Szene gesetzt, so Vehs Planungen, von Offensivspieler Nummer fünf, Marc Stendera. Der hielt sich am Mittwoch zurück und drehte abseits der Mannschaftskollegen viele Laufrunden.

          „Natürlich traue ich es ihm zu“

          Stendera war gegen Wolfsburg in der Anfangsphase „umgeknickt“, wie er sagte, was ihm aktuell noch immer Schmerzen bereite. Doch an diesem Donnerstag will er wieder im Kreise der Kameraden mitmischen. Seinem Einsatz in Augsburg stehe nichts im Wege, sagte auch Trainer Veh, der ein Lob an seine Mediziner verteilte. „Marc wollte sich nach der Aktion schon auswechseln lassen. Doch die ärztliche Abteilung hat davon abgeraten. Das war eine gute Reaktion“, sagte Veh.

          Gute Aktionen waren am Mittwoch vor allem von einem Eintracht-Profi zu sehen. Während Kapitän Meier mit verlässlicher Präzision fast schon erwartungsgemäß schöne Tore mit der Innenseite erzielte, spielte sich einer besonders in den Blickpunkt: Fabián. Der Mexikaner brauchte lediglich drei Minuten, um drei Treffer beizusteuern. Vor allem mit seinem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern verdiente sich der Neuzugang Respekt. Wurde er gegen Wolfsburg noch zur Halbzeit für Haris Seferovic eingewechselt, so spricht für die Auswärtspartie in Augsburg vieles dafür, dass Fabián sich diesmal vom Anpfiff an präsentieren kann. „Natürlich traue ich es ihm zu“, sagte Eintracht-Trainer Veh, der nach dem Millionentransfer des Mittelamerikaners angekündigt hatte, ihn behutsam an die Bundesliga heranzuführen. Dass sich Fabián auf Anhieb in erstklassiger Umgebung wohl fühlt, war schon bei seinem Debüt gegen die „Wölfe“ zu sehen. Mit einem beherzten Dribbling parallel zur Torauslinie ebnete Fabián den Weg zum Sieg in der Nachspielzeit, weil Meier dort stand, wo ein Torjäger stehen muss: zur rechten Zeit am rechten Platz.

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