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Datenschutz : Uni zieht Attest-Formular nach Protesten zurück

  • Aktualisiert am

Streitfall: Im Zwist um ein allgemeines Attest-Formular strebt die TUD - hier ein Blick ins neue Hörsaal- und Medienzentrum - eine Lösung bis Juli an Bild: Marcus Kaufhold

Erkrankte Prüfungsanwärter sollten künftig ihre Beschwerden der TU Darmstadt schriftlich melden und auf diese Weise den Arzt von der Schweigepflicht entbinden. Doch Studenten protestierten und das Formular ist vom Tisch.

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          Fieber, Bettlägerigkeit oder ein gebrochenes Bein: Nach dem Willen der Technischen Universität Darmstadt sollten erkrankte Prüfungsanwärter künftig ihre Beschwerden in einem Attest-Formular angeben - und so den Arzt von seiner Schweigepflicht entbinden. Doch die Uni zog die Regelung nach Protesten von Studenten zurück.

          „Wir sind an der Stelle über’s Ziel hinausgeschossen“, sagte
          Uni-Sprecher Jörg Feuck nach einer außerordentlichen
          Vollversammlung zu dem Thema. Die Hochschule habe nicht die Kontrollen anziehen, sondern schlicht unterschiedliche Standards der Fachbereiche bei den Attesten vereinheitlichen wollen. Feuck nannte das Formular zwar juristisch korrekt, aber „unverhältnismäßig“. Es werde so nicht in Umlauf kommen, sagte der Sprecher weiter.

          Einvernehmliche Lösung bis Juli

          „Wir sind auch für eine einheitliche Regelung“, sagte der Sprecher der Studierendenvertretung Asta, Stephan Voeth. Die Vollversammlung habe nun den Vorschlag gemacht, dass sich Studenten bis einen Tag vor der Prüfung ohne Konsequenzen abmelden können. Bisher ist dies nur bis eine Woche vor der Prüfung möglich.

          Eine Verkürzung der Abmeldefrist könne sich auch die Hochschule vorstellen, sagte Feuck. Bis spätestens Juli will die TU mit den Studenten eine einvernehmliche Lösung finden.

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