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Das Verbraucherthema : Und nach dem Fest zurück zum Absender

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Fruchtig: Mode Wandel an der Berger Straße bietet auch Kleider mit Äpfeln als Deko - statt Dirndl. Bild: Niklas Grapatin

Man kann sich Dirndl und Abendkleid natürlich für den einmaligen Einsatz kaufen. Muss aber nicht sein. Wer mag, kann sich die Garderobe auch leihen. Das Verbraucherthema.

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          Am 19. September eröffnet das Oktoberfest in München. Die Frankfurter beginnen die Feiern im weiß-blauen Zelt am Waldstadion schon zwei Tage früher. Dann prosten sich wieder Hunderte Anhänger des Volksfestes in Dirndl und Lederhosen durch den Abend. Doch wer möchte schon viel Geld für die meist aufwendig gefertigte Wiesntracht ausgeben, um sie anschließend für ein Jahr in den Schrank zu hängen? Ähnlich dürfte es den Frauen ergehen, die in der aktuellen Ballsaison tanzen gehen. Da stellt sich die Frage: Geht kein Weg vorbei, die angezeigte Abendrobe zu kaufen? Schließlich ist sie eine kostspielige Neuanschaffung. Und die wenigsten wollen das gleiche Kleid immer wieder tragen. Aber: Abhilfe schaffen Anbieter, bei denen man Robe oder Tracht nur für ein Wochenende ausleihen kann.

          Abendkleidung im Komplettpaket

          Heute geht das bereits mit wenigen Maus-Klicks. Das Münchener Internet-portal Dresscoded.com bietet etwa 500 Designer-Dirndl in den Größen 34 bis 42 zur Miete an. „Für die diesjährige Wiesn sind sie aber alle schon weg“, sagt Inhaberin Alexandra Grün und bemüht sich derzeit um Nachschub. Ihr Hauptgeschäft besteht darin, Abend- und Designerroben zu verleihen. Ihre Kundinnen seien zumeist Geschäftsfrauen, Politikerinnen und Prominente, die es sich zwar leisten könnten, das neueste Modell von Versace oder Just Cavalli zu kaufen, es aber dank der schnellen Verbreitung von Fotos im Internet nicht mehrmals tragen wollen. „Ich habe auch sehr viele Kundinnen aus Frankfurt“, sagt Grün.

          Seit drei Jahren bietet sie Frauen auf ihrer Internetplattform und im Showroom in München, in dem fast 3000 Kleider zur Anprobe hängen, einen Rundum-Service. „Meine Kundinnen haben nicht die Zeit, in mehreren Läden nach passenden Schuhen oder Accessoires zu suchen. Sie wollen bei uns das Komplettpaket.“ Schuhe und Unterwäsche sind bei ihr nur zu kaufen, der Rest kann nach der Nutzung zurückgegeben werden. Die Reinigung ist im Mietpreis inbegriffen.

          Zehn bis 15 Leihprozesse

          Wer nicht in München wohnt, ruft in der Regel bei Dresscoded.com an und lässt sich beraten. Per Post werden die Kleider in alle Teile Deutschlands geliefert, gerne auch in zwei Größen zur Auswahl. Die Miete betrage in der Regel 15 Prozent des Kaufpreises, heißt es. Ein Versace-Abendkleid für vier Tage gibt es für 190 Euro zuzüglich Versand.

          Ein bisschen günstiger kalkuliert der zweite Online-Anbieter für geliehene Designermode in Deutschland, Prêt-à-Louer in Berlin. Rund 300 Kleider stehen den Kundinnen dort zur Auswahl, außerdem Accessoires und Taschen. Zwischen 35 und 300 Euro beträgt der Mietpreis für vier Tage. Ein kurzes Versace-Cocktailkleid gibt es für 180 Euro. „Wir gehen davon aus, dass ein Kleid je nach Material zehn bis 15 Leihprozesse durchläuft“, erläutert die Inhaberin des zwei Jahre alten Start-up-Unternehmens, Margarita Kozakiewicz. Ihre Zielgruppe bestehe aus Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die meist ein Kleid für eine Hochzeit oder einen Geburtstag suchten.

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