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Das Verbraucherthema : Schnell noch den Bonuspunkte-Stand prüfen

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Fahrschein gratis: Für gesammelte Bonuspunkte gibt es bei der Bahn Freifahrten Bild: picture alliance / dpa Themendie

Die Deutsche Bahn ändert zum 1. April ihre Bedingungen für Freifahrten mit Bonuspunkten. Vorher buchen kann sich lohnen, zuwarten aber auch. Das Verbraucherthema.

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          Nur per Zufall hat es die Kundin, die mit ihrer Bahncard Bonuspunkte sammelt, erfahren. Zwar wird sie regelmäßig von der Bahn über ihren Punktestand informiert, doch dass sich die Konditionen für das Prämienprogramm ändern, hat sie erst beim Blick ins Internet festgestellt - und sich deswegen geärgert.

          Mit dem Prämienprogramm können Bahn-Kunden Treuepunkte etwa in Sachprämien wie Armbanduhr, Kulturbeutel und Funkwetterstation eintauschen. Attraktiver und deutlich lukrativer sind jedoch Prämien für Freifahrten oder das Aufwerten (Upgrading) von 2.-Klasse- in 1.-Klasse-Fahrscheine.

          Bei den etwas mehr als 3000 Punkten, die die Kundin in den vergangenen Monaten gesammelt hat, könnte sie zum Beispiel in der 2. Klasse eine Gratis-Fahrt hin und zurück in ein europäisches Nachbarland buchen (Belgien, Dänemark, Schweiz, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Eurostar ab Brüssel nach London). Dieses Angebot gilt allerdings nur noch bis zum 1. April. Danach benötigt die Kundin 4000 Punkte für die „Freifahrt international“, also 1000 Punkte mehr als bisher.

          Fahrscheine sechs Monate lang gültig

          Noch bis zum 31. März haben Punktesammler der Bahn Zeit, nach dem bisherigen Prämiensystem zu buchen - ein Ticketgutschein ist nach der Ausstellung noch sechs Monate lang gültig. Danach gelten die neuen Bestimmungen.

          Mehr Punkte muss man vor allem für die Freifahrten ins Ausland sammeln, für die es regelmäßig auch interessante Sparangebote gibt, etwa für das Europa-Spezial zu 39 Euro. Auch Freifahrten in der 1. Klasse erfordern mehr Punkte. Die größte Teuerung erlebt das DB-Tagesticket. Bisher konnten Bahnfahrer für 2500 Punkte damit einen Tag lang gratis in der 1. Klasse durch Deutschland reisen. In Zukunft brauchen sie dafür 4000 Punkte. Aber man muss sich auch fragen, wer so ein Ticket für einen Tag nutzt.

          Mit der Änderung - der ersten seit Einführung des Bonusprogramms vor neun Jahren - reagiert die Bahn nach Angaben einer Unternehmenssprecherin auf das bisherige Kundenverhalten. Das Punktesystem für die beliebtesten Freifahrten bleibe gleich, oder es werde attraktiver. So müssen fortan für die einfache internationale Fahrt mit der Bahn nur noch 2000 statt bisher 2500 Punkte eingelöst werden und für die Freifahrt 2. Klasse (einfache Fahrt) nur 1000 statt bisher 1500 Punkte.

          Flexible Mitfahrer-Gutscheine

          Auch die einfache Fahrt in der 1. Klasse ist künftig mit 1500 Punkten um 500 Punkte günstiger. Unverändert bleibt mit 2000 der Punktestand bei der beliebten Hin- und Rückfahrt in der 2. Klasse. Das bedeutet mit Bahncard 50 auf einer langen Strecke wie Oberstorf-Westerland und zurück immerhin eine Ersparnis von 142 Euro. Ganz abgeschafft werden Gutscheine für Mitfahrer-Freifahrten in der 1. und 2. Klasse. Wer vorhatte, demnächst jemanden gratis mitzunehmen, muss sich also sputen.

          Neu ist auch die sogenannte Freifahrt-Flex für Gutscheine, die von einer dritten Person (ohne Begleitung des Bonuspunkte-Sammlers) direkt im Zug ihrer Wahl eingesetzt werden kann. In der Regel sind Freifahrten, die mit Prämienpunkten online gekauft werden, an bestimmte Züge gebunden. Für Fahrten innerhalb Deutschlands kann man die Karte zu Hause ausdrucken. Für Freifahrten ins Ausland müssen Kunden einen Gutschein beantragen und damit zum Schalter gehen.

          Punkte sammeln ohne Bahncard

          Bahnfahrer mit Bahn-Card können grundsätzlich am Bonusprogramm teilnehmen, müssen sich dafür aber inzwischen extra anmelden. Neuerdings können auch Bahnfahrer ohne Bahn-Card Punkte sammeln. Schneller zum Ziel kommen Verbraucher, wenn sie eine Bahn-Card mit Kreditkartenfunktion buchen, weil sie dann auch mit Umsätzen punkten, die sie an anderer Stelle mit der Karte zahlen ((siehe auch Kasten).

          Was Punktesammler auch wissen sollten: Die Bonuspunkte für den Kauf einer Fahrkarte werden erst zum Zeitpunkt des Reiseantritts gutgeschrieben und nicht beim Kauf. Jetzt schnell noch eine Fahrkarte für später kaufen, um den Punktestand zu erhöhen und bei den Prämien besser abzuschneiden, funktioniert also nicht.

          Das Bonuspunkte-System der Bahn

          Mit dem Bonusprogramm sammeln Kunden der Deutschen Bahn beim Kauf von Bahntickets und Leistungen von Partnerunternehmen Treuepunkte. Es gibt drei Varianten:

          Bahncard: Mit jedem Fahrkartenkauf mit der Vergünstigungskarte kann sich der Kunde, sofern er sich für das Bonussystem registriert hat, für jeden Euro Umsatz je einen Prämien- und Statuspunkt gutschreiben lassen. Für Prämienpunkte gibt es unter anderem (von 500 Punkten an aufwärts) Sachleistungen und Freifahrten. Statuspunkte sind für Vielfahrer interessant, die sich damit bei einer Punktezahl von 2000 einen Comfort-Status sichern. Das bedeutet auch das Recht auf bestimmte Sitzplätze im Zug. Prämienpunkte verfallen nach drei Jahren, wenn sie nicht eingelöst werden. Statuspunkte verfallen zwölf Monate nach ihrer Gutschrift.

          Bahncard mit Kreditkartenfunktion: Mit dieser Karte, die zusätzlich zur Bahncard-Gebühr 19 Euro im Jahr kostet, kommen Punktesammler schneller ans Ziel, da schon beim Kauf 1500 Prämienpunkte als Willkommensbonus gutgeschrieben werden, aber immer nur bei der ersten Bestellung der Kreditkarte. Partner der Bahn ist die Commerzbank. Für den Kauf von Fahrscheinen in der 2. Klasse gibt es je Euro je einen Prämien- und Statuspunkt, für Fahrscheine in der 1. Klasse sogar 1,5 Prämienpunkte je Euro. Wer zudem die Fahrkarte mit Kreditkarte bezahlt, bekommt noch einmal für je 2 Euro einen Prämienpunkt gutgeschrieben. Bei einer Fahrkarte für 60 Euro wären das dann 90 Punkte. Für Umsätze wie Hotelrechnungen, Mietwagen aber auch Mode-Einkäufe, die mit der Kreditkarte (Mastercard) beglichen werden, gibt es einen Prämienpunkt je drei Euro Umsatz. In diesem Fall gibt es keine Verfallszeit für Punkte.

          Bahn-Bonuscard: Mit dieser Karte sammeln Bahnfahrer auch ohne Bahncard Punkte. Die Karte, für die es 100 Willkommenspunkte gibt und noch einmal 250 Punkte für die Zustimmung für Informationen über Angebote per E-Mail, ist unentgeltlich und gilt für fünf Jahre. Beim Punkte-Sammeln gelten die Regeln der Bahncard. (hoff.)

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