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Kommentar : Das nötige Ouentchen Glück

  • -Aktualisiert am

Erleichterte Frankfurter: SGE-Jubel in Nürnberg Bild: dpa

Ob das 5:2 in Nürnberg nun der große Befreiungsschlag für Eintracht Frankfurt war, wird erst am Saisonende feststehen. Nach all den sonderbaren Spielen in dieser Saison erscheint jede Prognose gewagt.

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          Manchmal wird in einem einzigen Spiel eine ganze Saison zusammengefasst. Das 5:2 der Eintracht in Nürnberg war eine solche Partie. In diesen 93 Minuten steckten die wunderbaren Offensivmöglichkeiten, die die Frankfurter Fußballprofis vor allem in der Europa League auslebten, die taktische Disziplin, die bei einigen Auswärtssiegen zu bewundern war, die kämpferische Hingabe, die fast schon Standard geworden ist, aber auch die Unsicherheit, mit einer Führung umzugehen, die Nervosität, die ein Gegentor mit sich bringt und die all die Fähigkeiten stark relativiert. Es ist schon eine Kunst, es nach einem 3:0-Vorsprung gegen einen völlig am Boden liegenden Gegner noch einmal spannend zu machen.

          Dass das Nürnberger Einzelergebnis von 5:2 so viel günstiger ausfällt als die Gesamtbilanz, hat zum einen mit der Qualität des Gegners an diesem Tag zu tun, die deutlich unter dem Saisondurchschnitt lag, und zum anderen auch ein bisschen mit dem Spielglück. Joselus Ellbogenschlag gegen Petrak hätten andere Schiedsrichter auch als Tätlichkeit werten können, Pinolas Foul gegen Joselu vielleicht nicht als Notbremse. Erst die Rote Karte gegen den Nürnberger Verteidiger bannte die Gefahr für Frankfurt, noch den Ausgleich hinnehmen zu müssen. Nicht dass Schiedsrichter Kircher Fehlentscheidungen getroffen oder die Eintracht begünstigt hätte, aber er hatte Handlungsspielraum. Die Abwesenheit von Pech hatten sich die Frankfurter nach dem 1:4 gegen Freiburg aber auch verdient. Da war alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte.

          Der große Befreiuungschlag?

          Einen großen Beitrag zum Erfolg leistete Trainer Veh. Seine Spieler nach dem Freiburger Desaster aufzurichten ist das eine, für sie eine Formation zu finden, dass sie den Ausfall von Meier, Schwegler und Rode kompensieren, das andere. Die Mittelfeldraute mit Russ vor der Abwehr, Barnetta hinter den beiden Spitzen Aigner und Joselu sowie Lanig und Flum auf den Seiten funktionierte lange Zeit prächtig.

          Ob das 5:2 nun der große Befreiungsschlag war, wird erst am Saisonende feststehen. Nach all den sonderbaren Spielen in dieser Saison erscheint jede Prognose gewagt. Aber eins steht fest: Sechs Punkte Vorsprung vor dem Abstiegsplatz sind besser als zwei - was bei einer Niederlage der Fall gewesen wäre. Noch in einer anderen Hinsicht war dieser Sieg Gold wert. Mit ihm ist die Diskussion zunächst einmal beendet, ob Trainer Veh in den letzten Wochen zu einer „lame duck“ werden könnte. Das 5:2 schafft erst mal die Voraussetzungen für ein ruhiges Arbeiten. Wobei er ohnehin nicht den Eindruck macht, dass ihn noch irgendetwas aus der Ruhe bringen könnte.

          Nach all den sonderbaren Spielen in dieser Saison erscheint jede Prognose bei der Eintracht gewagt.

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