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Mainufer in Frankfurt : Heruntergefahren und beschädigt

In die Jahre gekommen: An vielen Stellen ist das Mainufer in einem schlechten Zustand. Bild: Esra Klein

Das Mainufer ist nach Ansicht des Grünflächenamts „überweidet“. Außer den vielen Besuchern hat ihm im Sommer auch die Hitze so stark zugesetzt, dass es nun saniert werden muss.

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          Der Befund der städtischen Gärtner ist eindeutig: Das Mainufer hat ein hartes Jahr hinter sich. Die Spuren des heißen und trockenen Sommers waren zwischen Holbeinsteg und Alter Brücke schon zum Museumsuferfest und zum Einheitsfest Anfang Oktober deutlich sichtbar. Nun hat der Leiter des Grünflächenamts, Stephan Heldmann, Bilanz gezogen – und beschlossen, 18.000 Quadratmeter Rasen auf beiden Seiten des Mains im nächsten Jahr instand setzen zu lassen. Sein Amt veranschlagt dafür rund 300.000 Euro.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bei der Sanierung will Heldmann in „vertretbaren Bauabschnitten“ vorgehen. Denn Flächen, die wieder frisch eingesät sind, müssten eigentlich drei Monate abgesperrt werden. Deshalb will das Amt an der einen oder anderen Stelle auch auf deutlich teureren Rollrasen zurückgreifen. Aber weil auch der vier bis sechs Wochen lang nicht betreten werden darf, meint der Amtsleiter, auf Bauzäune zum Schutz des neuen Grüns nicht verzichten zu können. „Das werden jedoch Zäune sein, die deutlich machen, dass dahinter wieder Natur entsteht.“

          Nur ein erster Schritt zur grundlegenden Sanierung

          Begonnen wird mit den Arbeiten im nächsten Frühjahr, sobald die Temperaturen steigen. Denn Rasen kann nach Angaben der Fachleute nur eingesät werden, wenn die Temperatur nicht mehr unter acht Grad sinken. Versuche der Gärtner, direkt nach den Feierlichkeiten am ersten Oktoberwochenende an einzelnen Stellen frischen Rasen einzusäen, seien gut gemeint, angesichts des kalten Herbstes aber sicher nicht erfolgreich, sagt Heldmann.

          Das Ausbessern des Rasens soll aber nur der erste Schritt für eine grundlegende Sanierung der Grünanlagen am Fluss sein. Das Mainufer, das zwischen 1999 und der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 völlig neu gestaltet worden war, ist in die Jahre gekommen. Zumindest partiell müsse es nun unbedingt saniert werden, sagt Heldmann. Angesichts der Besucherströme, die sich bei schönem Wetter am Main tummelten, sei das Mainufer „eigentlich überweidet“.

          Bernd Roser, als Abteilungsleiter zuständig für die Pflege der Frankfurter Grünanlagen, kennt die problematischen Stellen genau: An einigen Stellen, etwa vor den Schiffsanlegeplätzen östlich des Eisernen Stegs, sei die Rasenkante von Fahrzeugen völlig heruntergefahren, sagt er. Dort soll der Weg verbreitert und die Grünfläche wie an anderen Stellen am Ufer mit einem niedrigen Geländer geschützt werden. Andernorts ist dieses „Rabattengeländer“ schon beschädigt, oder es liegen Elemente der Bewässerungsanlage frei. Zudem müssen einige Wege ausgebessert werden.

          Es fehlt an finanziellen Mitteln

          Schlecht hat sich Heldmann zufolge das „Nizza“ entwickelt. Die historische Gartenanlage wird von vielen Obdachlosen als Schlafstätte genutzt, und die Beete mit ihren mediterranenen Pflanzen werden als Toilette genutzt. In seiner Not hat das Amt das Areal schon im August abgesperrt, Boden und Pflanzen sollen sich erholen können. Seit längerem schon wünscht sich Heldmann einen Sponsor für einen historischen Zaun, mit dem das „Nizza“ geschützt werden könnte. Die Stadt müsse sich an einer Stelle des Mainufers ein solches gärtnerisches Kleinod einfach leisten, meint der Amtsleiter.

          Das Mainufer, dessen Entwicklung für Frankfurt eine einzige Erfolgsgeschichte sei, müsse schön werden, findet Heldmann. Gleichzeitig müssten aber auch Wege gefunden werden, um es einfacher und kostengünstiger zu pflegen. Seit im Jahr 2013 das Budget für die Pflege der insgesamt 1360 Hektar umfassenden öffentlichen Grünanlagen in der Stadt auf 10,4 Millionen Euro gedrosselt wurde, fehlt es dem Amt nämlich an finanziellen Mitteln. Zumal jährlich rund zwei Millionen Euro allein für das Sammeln und Entsorgen des Mülls in den Parks aufzubringen sind.

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