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Inspiration im Freibad : Licht, Wasser und ein kleines bisschen mehr

Nicht jeder schöne Mensch am Pool ist eine schöne Seele: Ludivine Sagnier hat im Film „Swimming Pool“ von François Ozon ihre eigenen Pläne. Bild: ZDF

Ab ins Wasser und nicht nur in der Sonne braten: Der Besuch des Freibads als kulturelle Inspiration - schließlich ist Schwimmen eine Kulturtechnik.

          Träumen im Freibad: Es gibt das Wasser, und es gibt das Licht. Und die Filme, die mit dem Leuchten auf dem Wasser spielen, der Sonne auf der Haut, den Wassertropfen, die dort allmählich trocknen oder vielleicht von einer zärtlichen Hand verschoben werden. Doch lassen wir das.In öffentlichen Bädern ist man schließlich unter Beobachtung. Allerdings hindert einen niemand daran, sich vorzustellen, man räkele sich unter südlicher Sonne an einem privaten Swimmingpool, genieße das Dolce far niente, sei jung, reich und schön.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Kino hat hier manchen Klassiker geschaffen, der sich als Projektionsfläche eignet. „La piscine“ („Der Swimmingpool“) vom Regisseur Jacques Deray aus dem Jahr 1969 ist dafür ein Beispiel. Romy Schneider und Alain Delon genießen das Dasein an einem Pool in Saint-Tropez, bevor Besuch die Idylle nachhaltig stört. Unter dem Titel „A Bigger Splash“ hat Luca Guadagnino das Drama im vergangenen Jahr mit Tilda Swinton und Ralph Fiennes neu verfilmt und ebenfalls auf eine Ausstattung gesetzt, die zum Träumen einlädt. Wer sich inspirieren lassen möchte: Der Film wird am Montag von 20.20 Uhr an im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum gezeigt, am 11. August ist er im Freiluftkino Frankfurt zu sehen (Mainzer Landstraße 229, Hinterhof, Einlass 20 Uhr, Beginn etwa 21.30 Uhr).

          Eine traumhafte Ausstattung unter südfranzösischer Sonne hat auch François Ozons im Jahr 2003 gedrehter Film „Swimming Pool“ mit Charlotte Rampling und Ludivine Sagnier zu bieten. Allerdings tun sich auch dort Abgründe auf, die das friedliche Bild schon bald stören. Dann lieber schnell wieder die Augen aufgerissen oder in der DVD- oder Download-Auswahl zu Ridley Scotts Film „Ein gutes Jahr“ aus dem Jahr 2006 mit Russell Crowe und Marion Cotillard in den Hauptrollen gegriffen. Der spielt auch in Frankreich, hat ebenfalls einen Swimmingpool als wichtiges Ausstattungsmerkmal und feiert, obwohl er viele Klischees bedient, einfach das Leben.

          Filme im Freibad

          Man kann aber nicht nur Filme über das Leben an Swimmingpools sehen, sondern in den nächsten Tagen auch Filme im Schwimmbad selbst. Das Open-Air-Kino im Bad Vilbeler Freibad zeigt in diesen Tagen von jeweils 20.15 Uhr an aktuelle Streifen. Heute läuft „Independence Day - Wiederkehr“, morgen „Frühstück bei Monsieur Henri“, am Montag „The Jungle Book“, am Dienstag „Verräter wie wir“, am Mittwoch gibt es einen Überraschungsfilm. Wieso sollte man auch nur im Autokino mit dem eigenen Wagen bis vor die Leinwand fahren können? Zum Kampf gegen die Aliens schwimmt es sich doch auch schön. Dass man das Pool-Vergnügen nicht nur im öffentlichen Schwimmbad, sondern auch im eigenen Garten veranstalten kann, ist eine amerikanische Erfindung, die vor vier Jahren im wunderschönen Bildband „Backyard Oasis“ gefeiert wurde, der im Buchhandel für 55,65 Euro noch erhältlich ist. „The Swimming Pool in Southern California Photography 1945-1982“ lautet der Untertitel.

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