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Mäzen aus Wiesbaden : Er wollte nie mehr arm sein

  • -Aktualisiert am

Mäzen und Unternehmer aus Wiesbaden: Horst Raule. Bild: Frank Röth

Horst Raule ließ sich bereits mit 18 Jahren als geschäftsfähig erklären. Mit seiner Autovermietung verdiente er danach viel Geld. Heute möchte Unternehmer etwas zurückgeben.

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          Horst Raule ist 18, die Lehre als Maschinenschlosser hat er schon abgeschlossen. Jeden Pfennig hat er umgedreht und nun 700 Mark zusammengespart. Aber er hat eine Idee. Nach der Führerscheinprüfung liest er im „Mannheimer Morgen“ die Anzeige „Auto zu vermieten“. Der junge Raule fährt hin. „Das war ne Frau, die hat in der Küche im zweiten Stock den Mietvertrag geschrieben. Da hab ich mir gesagt: ,Mensch, das kannst du doch auch machen.’“ Seine Mutter unterschreibt einen Wechsel und Raule kauft sein erstes Auto, Opel Olympia, Jahrgang 1951, einen Viersitzer mit 140.000 Kilometern auf dem Tacho. Für immerhin 2800 Mark. Um ein Gewerbe anmelden zu können, lässt er sich mit achtzehn für geschäftsfähig erklären.

          Doch der erste Kunde, der Raules Opel mietet, setzt den Wagen gegen eine Mauer. Der Kotflügel verbeult, der Rahmen verzogen, keine Versicherung. Andere hätten vielleicht klein beigegeben. Horst Raule besorgt beim Schrotthändler einen intakten Rahmen, beginnt mit der Reparatur und überredet die Jugendlichen, die draußen vor der Kneipe in seinem Elternhaus abhängen, ihm zu helfen, gegen ein Bier oder ein Butterbrot. Schon damals merkt Raule, dass er offenbar andere begeistern, mitreißen kann. Irgendwann, es dauert Monate, ist der Opel wieder fahrtüchtig und bringt im Verleih ein bisschen Geld ein.

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