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Dart-Profi Max Hopp : Zwischen leisen Zweifeln und hohen Ansprüchen

  • -Aktualisiert am

Seine Welt ist eine Scheibe: Max Hopp hat die WM im Visier. Bild: dpa

Profi mit 17 Jahren: Wie Max Hopp versucht, sich auf den großen Dart-Bühnen zu etablieren. Irgendwann will er sogar Phil Taylor übertreffen.

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          Mindestens vier Stunden am Tag verbringt Max Hopp momentan an der Dartscheibe. „Oft sind es noch ein paar Stunden mehr“, sagt der 17 Jahre alte Idsteiner. Hopp hat die Zügel im Training noch einmal angezogen. „Ich bin bereit für einen harten Endspurt“, sagt das wohl größte deutsche Darts-Talent. In knapp zwei Monaten beginnt die Darts-Weltmeisterschaft (13.12– 1.1.2014) in London – und der „Maximizer“, wie er von seinen Fans genannt wird, möchte wie im Vorjahr unbedingt dabei sein. „Sollte es nicht klappen, würde für mich schon eine kleine Welt zusammenbrechen“, sagt Hopp. Seine ganze Jahresplanung hat er auf den Saison-Höhepunkt ausgerichtet. Als zweitjüngster Teilnehmer der Darts-Geschichte hatte der Jugendliche im vergangenen Jahr seine WM-Premiere gefeiert. Trotz der knappen Erstrundenniederlage gegen Denis Ovens (2:3) konnte sich Hopp vor Lob kaum retten.

          „Seitdem hat sich vieles verändert“, betont Hopp, der für den 1. DC Kastellaun aus dem Hunsrück startet. Zwar wohnt Hopp immer noch bei seinen Eltern in Idstein. Doch inzwischen ist sein ganzes Leben komplett auf Darts ausgerichtet. „Während der WM habe ich einen Anruf erhalten, dass meine Ausbildungsfirma insolvent ist“, erzählt Hopp. Die erst ein halbes Jahr zuvor angetretene Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann musste er notgedrungen abbrechen – was ihm die Entscheidung, sich in der Folge voll und ganz auf seine sportliche Entwicklung zu konzentrieren, sicher leichter gemacht hat. „Dazu hatte jeder eine andere Meinung, teilweise habe ich 1000 Nachrichten am Tag bei Facebook erhalten“, sagt Hopp.

          „Krass abgebaut“ nach der WM

          Obwohl der Siebzehnjährige für sein Alter sehr reif wirkt und von sich selbst behauptet, ein „gesundes Selbstvertrauen“ zu besitzen, zweifelte Hopp doch mehrmals an seiner Entscheidung, so früh Profi zu werden. „Ich bin ein nachdenklicher Typ und höre mir jeden Ratschlag an“, sagt er. Die plötzliche Aufmerksamkeit von allen Seiten habe ihn „unerwartet getroffen und umgehauen“. „Ich habe mich verrückt gemacht, um den Erwartungen aller gerecht zu werden.“

          Die Leistungen des jungen Deutschen blieben davon nicht unbeeinflusst. In den ersten Monaten nach der WM gewann Hopp kaum noch ein Spiel. „Da habe ich krass abgebaut, die Lockerheit war plötzlich weg“, sagt er. Einige stempelten ihn schon als One-Hit-Wonder ab, als Eintagsfliege. „Ich wollte unbedingt das Gegenteil beweisen und habe mich damit total verrückt gemacht“, sagt der Idsteiner. Hinzu kam die Einsamkeit auf den vielen Reisen, obwohl ihn sein Vater begleitet, so oft es eben geht.

          Die Preisgelder könnte er gut gebrauchen

          Die Ergebnisse stimmten erst wieder, nachdem er sich von diesem Druck befreien konnte. Hopp hat vor allem gelernt, sich nicht zu sehr von den Meinungen anderer steuern zu lassen, sondern „ meine eigenen Entscheidungen zu treffen“, sagt er. Vom Frühjahr an ging es endlich wieder aufwärts: Bei der Jugend-WM wurde Hopp Neunter, bei zwei European Tour-Turnieren, den hochklassigsten Veranstaltungen, schaffte er es über die Qualifikation hinaus immerhin in die zweite Runde.

          Die Chancen, im Dezember wieder auf der großen Bühne im legendären „Alexandra Palace“ in London zu spielen, stehen gut. „Wenn ich bei der WM dabei bin, möchte ich auch besser abschneiden als letztes Mal“, sagt Hopp. „Nochmal in der ersten Runde auszuscheiden, würde mir dann nicht reichen.“ Auch aus finanzieller Sicht wäre es wichtig, zumindest die Qualifikation zu schaffen. Ein Einzug in die erste Runde brächte ihm gut 7000 Euro ein. Sollte es Hopp in die zweite Runde schaffen, hätte er mit 11.000 Euro Preisgeld schon knapp die Hälfte seines Jahresetats wieder eingespielt. Zwar hat der Hesse inzwischen zwei Hauptsponsoren, muss jedoch weiter aus eigener Tasche draufzahlen. Unter Dartspielern gilt die Faustregel, dass man es unter die besten zehn Spieler der Welt schaffen muss, ehe man von dem Sport wirklich gut leben kann.

          Die Leidenschaft für Darts ist höhere Gewalt

          Auf längere Sicht hat der ambitionierte Idsteiner aber wesentlich höhere Ziele. Zunächst möchte sich die aktuelle Nummer 92 der Welt in den Top 32 festsetzen. „Wenn ich mich bei den Top-Spielern etabliert habe, ist es aber nicht mein Ziel, einmal Weltmeister zu werden, sondern an den 16 WM-Titeln von Phil Taylor zu kratzen“, sagt er. Eine kühne Aussage, doch Hopp meint es ernst. „Ich weiß, dass wahrscheinlich nie jemand diesen Rekord knacken wird, aber man sollte immer die höchstmöglichen Ziele verfolgen.“

          Dass das Spiel mit den Pfeilen seine Bestimmung ist, hat für Max Hopp auch etwas mit höherer Gewalt zu tun. Nach einem schweren Unfall bei einem Tempo-Gegenstoß in einem Handballspiel rieten ihm die Ärzte, nie wieder Sport zu treiben. Wenige Tage später lag seine erste Dartscheibe unter dem Weihnachtsbaum. „Ich bin wirklich nicht der Gläubigste, aber vielleicht ist Dartspieler mein Schicksal“, sagt er.

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