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Größtes Projekt in Hessen : E-Lastenräder als Bausteine der Verkehrswende

  • Aktualisiert am

Nicht nur mit Muskelkraft bewegt: E-Lastenrad, getestet von Detlef Schiechel in Darmstadt Bild: dpa

Sie heißen „Schoppe Schlepper“, „Einkaufs Esel“ und „Krempel Karren“: Fünf nagelneue Elektro-Lastenräder können Darmstädter in einem einzigartigen hessischen Projekt bis zu drei Tage lang ausleihen. Bezahlen müssen sie dafür nichts.

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          Das grün-schwarz regierte Darmstadt hat das größte Elektro-Lastenräder-Verleihystem in Hessen aus der Taufe gehoben. Bis zu fünf solcher Räder können Bürger von Montag an ausleihen. Bezahlen müssen sie dafür bis zu drei Tage lang nichts, wie Verkehrsdezernentin Barbara Boczek (Die Grünen) bei der Vorstellung in Darmstadt sagte.

          Das wesentlich vom Bund finanzierte Projekt „Heiner-Bikes“ sei das größte seiner Art in Hessen. Kleinere Initiativen gibt es noch in Gießen, Marburg und Frankfurt, bundesweit sind es rund 70. „Heiner“ ist der Inbegriff des echten Darmstädters, der noch den Dialekt verstehen und sprechen kann.

          „Baustein in der Verkehrswende“

          Boczek sprach von einem „Baustein in der Verkehrswende der Stadt, die Alternativangebote machen wolle, um das Auto weniger zu nutzen oder gar abzuschaffen“, sagte Boczek. Es sei zudem ein Beitrag zum Energiesparen und zur Luftreinhaltung. Darmstadt gehört nach einer Statistik des Umweltbundesamtes zu den deutschen Städten mit der schlechtesten Luft. Über ein Verbot von Dieselfahrzeugen wird diskutiert.

          Ein Vorteil sei die schnelle Fortbewegung mit dem Rad in der Stadt, „gerade im Berufsverkehr, wenn es sich staut“, betonte Boczek. Viele könnten ein Lastenrad gelegentlich - aber nicht jeden Tag - brauchen, etwa um Einkäufe aus dem Baumarkt zu transportieren. Das mache das Leihsystem attraktiv. Zudem sei es für viele schwierig, einen Stellplatz für die großen Räder zu Hause zu finden.

          Zunächst im Internet registrieren

          Die Räder stehen an fünf verschiedenen Standorten der Stadt, die nach einigen Monaten wechseln sollen. Um ein Lastenrad zu leihen, müssen sich Interessenten zunächst im Internet registrieren (www.heinerbike.de). Schon jetzt hätten sich mehr als 80 Nutzer gemeldet und mehr als 30 Ausleihen angemeldet, sagte Martin Huth von der Initiative Transiton Town. Zu der Initiative gehören zahlreiche ehrenamtliche Paten, die sich um die Räder kümmern. Die ersten zwei Wochen seien schon fast ausgebucht, besonders begehrt seien die Räder am Wochenende.

          Jedes der Lastenräder kostet nach Angaben der Stadt rund 4000 Euro. Das Geld wird zu 90 Prozent vom Bund übernommen, zehn Prozent zahlt die Stadt. Der Kauf des fünften Rads werde zur Hälfte von der Stadt und zur Hälfte von einer Tochter der Wohnungsbaugesellschaft Bauverein finanziert. Den laufende Betrieb - Versicherungen und Reparaturen - übernimmt zwei Jahre ebenfalls zu 90 Prozent der Bund. Die Organisatoren gehen von Kosten von rund 26.000 Euro aus. Nach zwei Jahren soll das Lastenradverleihsystem von einem professionellen Anbieter übernommen werden.

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