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Unterstützung für Schausteller : Freizeitpark gegen Corona-Frust

Aus besseren Zeiten: Viele Volksfeste finden in diesem Jahr nicht statt. Bild: dpa

Die Städte Darmstadt und Mainz wollen Schaustellern in der Corona-Pandemie helfen. Dabei verfolgen die beiden Städte einen unterschiedlichen Ansatz.

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          Der letzte Kassensturz liegt bei vielen Mainzer Schaustellern lange zurück. Am Abend des 23. Dezember ging der Weihnachtsmarkt 2019 zu Ende. Danach verabschiedeten sich die meisten Karussellbetreiber und Zuckerwatteverkäufer in die Winterpause. Und wer nicht das Glück hatte, über Fastnacht mit einem Stand in der Stadt vertreten zu sein, hat nun schon seit sechs Monaten keine Einnahmen.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Weil es in diesem Jahr wohl kaum noch Volksfeste geben wird, soll auf dem Mainzer Messegelände während der Sommerferien zum ersten Mal ein Freizeitpark mit Fahrgeschäften aufgebaut werden, um den Daheimbleibenden ein paar vergnügliche Stunden zu bereiten und damit die Schausteller etwas Geld verdienen können. In Darmstadt verfolgt man dasselbe Ziel, allerdings mit anderem Konzept. Fünf Plätze in der Innenstadt sollen während des „City-Sommers“ vom 3. Juli bis zum 16. August von Schaustellern genutzt werden.

          Sondernutzungsflächen für Schausteller und Gastronomen

          „Wir als Stadt haben großes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Schausteller“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Die Grünen) am Mittwoch mit Blick auf eine ganze Reihe geplanter Hilfsangebote: für Marktbeschicker, Imbissbetreiber, Einzelhändler, Gastronomen und eben auch Schausteller. Über die einzelnen Vorschläge soll die Stadtverordnetenversammlung am 25. Juni entscheiden. Dazu gehören Lockerungen auf dem Wochenmarkt, der ebenso wie die Bauernmärkte durch zusätzliche regionale Erzeuger bereichert werden soll; vor allem aber geht es um mehr Platz für die Außengastronomie und die Ausweisung von Sondernutzungsflächen für Schausteller – unter anderem auf dem Friedens-, dem Karolinen- und dem Mercksplatz Ost.

          Dabei wolle man Schausteller und Gastronomen, zwei von der Corona-Pandemie schwer gebeutelte Gruppen, nicht gegeneinander ausspielen. „Wir müssen es schaffen, zu einer Art neuer Normalität zu kommen, auch bei den Jahrmärkten und Events“, sagte Partsch. Der Rathauschef kündigte auch neue Konzepte für den Weihnachtsmarkt an.

          Vorabreservierungen für den Freizeitpark in Mainz

          In Mainz wurde die Idee, Schaustellern zeitweise Standplätze in der Innenstadt anzubieten, dagegen verworfen. Auch weil diese den Gastronomen „keine Konkurrenz“ machen wollten, wie Marco Sottile, Vorsitzender des örtlichen Schaustellerverbands, der F.A.Z. am Donnerstag sagte. Stattdessen sollen, so haben es die Mitglieder der Organisation fast einstimmig beschlossen, alle Kräfte auf dem Messegelände am Stadtrand gebündelt werden; ergänzt noch durch ein paar externe Attraktionen wie Riesenrad und Achterbahn. Der an der Genfer Allee vorgesehene Freizeitpark soll vom 3. Juli an bis zum Ende der Sommerferien geöffnet haben, nach derzeitigem Stand täglich etwa zwischen 11 und 21 Uhr. Dabei will man mehr Freizeitpark als Rummelplatz sein.

          Rund 3000 Gäste, die vorab im Internet reservieren müssen, könnten sich laut Sottile gleichzeitig auf dem rund 12.000 Quadratmeter großen und umzäunten Gelände bequem und sicher bewegen. Neben einer Grundgebühr, die nicht hoch sein soll und am Eingang zu entrichten wäre, müssten die Gäste noch die Tickets für die jeweiligen Fahrgeschäfte erwerben. Dazu passt, dass die Messegesellschaft, die auf dem Areal ein Autokino betreibt, noch einen Biergarten eröffnen möchte.

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