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Prozess in Darmstadt : Lange Haftstrafen nach Schüssen auf offener Straße gefordert

Nach den Schüssen: Polizisten sichern den Tatort im Mai 2021 Bild: dpa

Im Prozess um eine Schießerei im Darmstädter Stadtteil Kranichstein hat die Staatsanwaltschaft das Wort. Sie fordert für die vier Angeklagten mehrjährige Haftstrafen.

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          Im Darmstädter Prozess um die Schießerei in Kranichstein im vergangenen Jahr fordert die Staatsanwaltschaft teils langjährige Haftstrafen. Den Vorwurf des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung sieht der Ankläger, Ansgar Martinsohn, für alle vier Angeklagten als erwiesen an. Die deutschen Staatsbürger gehören einer Familie an und haben der Anklage zufolge vier Männer einer anderen Familie angegriffen. Die beiden Familien mit Wurzeln in Bosnien sind miteinander verschwägert, liegen aber im Streit. Am 7.Mai 2020 eskalierte die Auseinandersetzung auf der Parkstraße im Stadtteil Kranichstein vor den Augen zahlreicher Nachbarn und Passanten. Der 69 Jahre alte Vehbija S., Vater der einen Familie, hat nach Überzeugung des Staatsanwalts je zwei Schüsse auf zwei Söhne der anderen Familie abgegeben. Für ihn fordert der Ankläger eine Haftstrafe von elf Jahren und zwei Monaten.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die anderen drei Angeklagten sind Kinder von Vehbija S. und haben sich nach Ansicht des Staatsanwalts an der Tat beteiligt, indem sie die andere Familie angriffen. Ihren Vater hätten sie nicht von den Schüssen abgehalten. So sei der versuchte Totschlag gemeinschaftlich begangen worden, auch wenn nur einer der vier die Schusswaffe in der Hand gehalten habe. Für den 28 Jahre alten Rabin S. fordert die Anklage eine Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten, für seinen Bruder, den 24 Jahre alten Barbaros S., von drei Jahren und vier Monaten. Für die 37 Jahre alte Tochter Lidija H. hält die Anklage eine Strafe von drei Jahren und zehn Monaten für angemessen.

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