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FAZ Plus Artikel Kontroverser Straßenname : Immer wieder Streit um Hindenburg

Namhaft: Dass eine Straße den Namen des ehemaligen Reichspräsidenten trägt, stört so manchen Darmstädter. Bild: Michael Kretzer

Die Diskussion um die Umbenennung der Hindenburgstraße in Darmstadt wird schon seit Jahren geführt. Doch wie sinnvoll ist die mögliche Änderung?

          Die Frage ist, ob eine für die Presse inszenierte demonstrative Wiederholung einer Sachbeschädigung strafverschärfend wirkt. Das hatten sich Angelika Schröder und Peter Friedl nicht überlegt, als sie sich für ein Foto in der Wochenzeitung „Die Zeit“ abermals auf ihre Klappleiter stellten und so taten, als wollten sie das Schild „Hindenburgstraße“ abermals mit einer Folie überkleben, auf der „Halit-Yozgat-Straße“ stand.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In der Zeitung erschien der Artikel „Nicht in unserem Namen!“ mit ihrem Foto am 14. März. Da war gegen sie und ihre Mitstreiterin Renate Dreesen längst ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Weil sie das Angebot der Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen eine Zahlung von je 200 Euro wegen geringer Schuld einzustellen, ablehnten, sind die drei Anti-Hindenburg-Aktivisten wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Amtsanmaßung angeklagt und müssen damit rechnen, dass demnächst eine öffentliche Verhandlung auf sie zukommt. Außerdem will die Darmstädter Polizei sie einer erkennungsdienstlichen Behandlungen unterziehen, weil damit zu rechnen sei, „dass Sie auch in Zukunft in polizeiliche Ermittlungen einzubeziehen sein werden“.

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          In Mainz: Ernst Udet war während der Zeit des Nationalsozialismus Verantwortlicher im Reichsluftfahrtministerium für die technische Ausrüstung der Luftwaffe.

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          Zwischen 1939 und 1945 in die Brombergstraße umbenannt: Karl-Marx-Straße in Frankfurt

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          Sportfunktionär mit ambivalenter NS-Vergangenheit: Carl Diem soll einerseits eine Ehefrau mit jüdischen Wurzen gehabt, andererseits aber mit seinen Reden noch kurz vor Ende des Krieges hinter Hitler gestand haben.

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          Feldherr, Präsident, Steigbügelhalter

          Über Paul von Hindenburg gehen die Meinungen bis heute weit auseinander. Der Mythos als Sieger der Schlacht von Tannenberg gegen die Russen im Ersten Weltkrieg trug wesentlich dazu bei, dass er 1925 zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt und 1932 im Amt bestätigt wurde. Der 1847 in Posen geborene Hindenburg galt in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als nationale Symbol- und Identifikationsfigur. Für viele Historiker ist er vor allem ein Steigbügelhalter der Nationalsozialisten, weil er am 30.Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler berief. Hindenburg steht aus Sicht seiner Kritiker für übersteigerten Nationalstolz, antidemokratische Haltung und Militarismus.

          Zahlreiche Straßen, Plätze, Brücken und öffentliche Einrichtungen wurden nach dem umstrittenen Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten benannt; ebenso wie das 1937 abgestürzte Luftschiff „Hindenburg“ und der 1927 von ihm eröffnete Hindenburgdamm nach Sylt. Erst Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg setzten vielerorts Debatten über eine Umbenennung von Hindenburg-Gedenkorten ein. In Frankfurt wurde dem ehemaligen Reichspräsidenten 2015 die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Hitler und Göring waren schon 1947 wegen Unwürdigkeit von der Liste genommen worden. Seit 1931 hatte es in Frankfurt auch eine Hindenburgstraße gegeben, doch wurde diese 1947 umbenannt und trägt seither den Namen des ehemaligen jüdischen Oberbürgermeisters Ludwig Landmann, der 1933 aus dem Amt getrieben worden war und 1945 in der Emigration in Holland starb.

          Die Namen Hitler und Göring, ebenso wie der Heinrich Himmlers, finden sich in Frankfurt aber auch heute noch an prominenter Stelle: Das Goldene Buch der Stadt enthält ihre Unterschriften. Nach dem Krieg gab es Pläne, sie herauszutrennen, doch dazu kam es nicht. Den Blättern mit ihren Signaturen folgen allerdings 13 leere Seiten. Sie sollen den Abscheu über und den Abstand zum fast 13 Jahre währenden Nazi-Regime dokumentieren.

          Hindenburg starb am 2. August 1934 und wurde im Denkmal der Schlacht bei Tannenberg in Ostpreußen begraben. Beim Anrücken der Roten Armee im Januar 1945 brachte die Wehrmacht seinen Sarg in Sicherheit. Er wurde zusammen mit dem seiner Frau in einem thüringischen Salzbergwerk eingelagert und später nach Marburg gebracht, wo Paul und Gertrud von Hindenburg in der Elisabethkirche beigesetzt sind. (ler.)