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Darmstadt 98 : „Wir sollten das Ruder bald herumreißen“

  • -Aktualisiert am

„Spielglück hatten wir zuletzt wirklich nicht“: Darmstadts Fabian Holland im Zweikampf mit dem Hamburger Hee-chan Hwang Bild: dpa

Der Linksverteidiger Fabian Holland spricht über die Probleme in der Darmstädter Abwehr. In Regensburg soll am Sonntag das Spielglück wieder auf Seiten der Darmstädter stehen.

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          Die Darmstädter Profis haben sich in der Länderspielpause nicht nur auf dem Trainingsplatz gemessen, sondern auch auf der Gokart-Bahn. Haben Sie als Dauerbrenner auf der linken Abwehrseite sich auch auf der Rennpiste durchgesetzt?

          Nein, gegen unseren Torwart Daniel Heuer Fernandes war auf Asphalt im Kart nichts zu gewinnen. Ich habe es immerhin ins Finale der besten Fahrer geschafft. Es hat wie im vergangenen Jahr eine Menge Spaß gemacht, war eine coole Sache.

          Bowling oder Kartfahren – Cheftrainer Dirk Schuster setzt solche Termine stets behutsam und in besonderen Momenten in der Saison ein. Wofür stand – nach vier Niederlagen in Serie – dieser Mannschaftsausflug?

          Um ehrlich zu sein: Für unseren Teamgeist. Weil es nicht von oben angestoßen wurde, sondern aus der Mannschaft kam. Wir Spieler unternehmen regelmäßig etwas zusammen – manchmal in größeren, manchmal in kleineren Gruppen. Jetzt hatten wir uns halt spontan dazu entschieden, auf die Kartbahn zu gehen.

          Wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach den zuletzt gegentorreichen Nackenschlägen in Serie?

          So wie sie sein sollte. Wir wissen die Situation gut einzuschätzen, wissen aber auch, dass wir uns jetzt nicht verrückt machen müssen. Kurzum: Innerhalb der Mannschaft ist alles gut.

          Haben Sie als Defensivspieler sich in den vergangenen Wochen manchmal wie im falschen Film gefühlt, als Sie einen Ball nach dem anderen aus dem eigenen Netz holen mussten?

          Es war auf jeden Fall schwierig. In manchen Spielen hatte man das Gefühl, dass bei uns hinten jeder Schuss ein Treffer war. Und dass wir vorne, ganz im Gegenteil, wahnsinnig gute Chancen nicht genutzt haben.

          Woran können Sie sich noch festhalten, wenn das „Lilien“-Grundprinzip, hinten sicher zu stehen, so außer Kraft gesetzt ist?

          Wir müssen wieder da hinkommen, dass wir hinten so gut wie nichts zulassen und vorne effektiv die Möglichkeiten nutzen. Dass beispielsweise die Partie in Kiel auch 4:4 ausgehen konnte, ist nicht unsere Art zu spielen. Das spiegelte an dem Tag nicht das wider, was wir spielen wollen.

          Aber wo ist sie hin, diese defensive Stabilität? Der SVD war in der vergangenen Rückrunde und an den ersten fünf Spieltagen dieser Runde die abwehrstärkste Mannschaft der zweiten Liga.

          Das ist schwierig einzuschätzen. Gegen den Hamburger SV war es unlängst schon besser. Wir haben daran in der Länderspielpause spezifisch weitergearbeitet. Ich denke schon, dass wir wieder auf einem guten Weg sind. Hinten mal wieder die Null halten – darauf liegt nun das Hauptaugenmerk. Es stehen ja nicht plötzlich andere Spieler auf dem Rasen. Wir haben ja schon bewiesen, dass es geht, dass wir das drauf haben. Das wollen wir schon am Sonntag in Regensburg zeigen.

          Befindet sich der SVD schon in diesem Negativstrudel, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt, wie die vergangene Saison exemplarisch gezeigt hat?

          Nein, so weit sind wir definitiv nicht. Aber klar, es kamen zuletzt immer Spielverläufe zustande, bei denen man das Gefühl hat: Jetzt müssen wir mehr machen. Dazu haben wir zu viele wichtige Zweikämpfe verloren. Und Spielglück hatten wir zuletzt ja wirklich nicht. Mal in Führung zu gehen, würde uns sehr gut tun.

          Also in großen Teilen Kopfsache?

          Es ist keine leichte Phase. Und es kann schon sein, dass dies in manchen Köpfen steckte, weshalb die Länderspielpause zu einem guten Zeitpunkt kam. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass bei uns Spieler verkrampfen oder blockiert sind. Durch den Verlauf der vergangenen Saison wissen wir das gut einzuschätzen. Wissen aber auch, dass wir das Ruder möglichst bald herumreißen sollten.

          Ist die Mannschaft gefestigter als in der vergangenen Runde, als der Klassenverbleib nur noch mit einem finalen Kraftakt zu erreichen war?

          Ja. Die Stimmung ist besser und die Moral stimmt auch, wie man in der Schlussphase gegen Hamburg gesehen hat. In meine Augen braucht es nicht viel, und dann sind wir wieder da. In der Hinsicht haben wir wieder einen guten Weg eingeschlagen.

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