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Darmstadt 98 : In der Ruhe liegt die Kraft

  • -Aktualisiert am

Sieht der Zukunft seiner Mannschaft entspannt entgegen: SV Darmstadt 98-Trainer Torsten Frings Bild: Jan Huebner

Der Druck auf den SV Darmstadt 98 wächst: Seit acht Spielen können die „Lilien“ keinen Sieg verzeichnen. Jetzt will Trainer Frings seine Mannschaft aus der Krise holen.

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          Torsten Frings beließ es nicht bei Absichtserklärungen. „Wir werden ein richtig gutes Spiel machen.“ Oder: „Wir haben super trainiert und sind richtig gut vorbereitet“. Und weiter: „Warum sollten wir nicht in Berlin unsere Serie brechen gegen einen starken Gegner, der zu Hause in dieser Saison noch nicht verloren hat.“ Der Cheftrainer des SV Darmstadt 98 machte sechs Tage nach dem desaströsen Heimauftritt gegen Sandhausen (1:2) und einen Tag vor dem Match bei Union Berlin (Freitagabend, 18.30 Uhr) einen aufgeräumten, in sich ruhenden Eindruck. Der bisherige Zweitligasaison-Tiefpunkt, der die „Lilien“ in die Nähe der Abstiegszone manövrierte, sei „knallhart und ehrlich analysiert“ worden, und seitdem schaue man auf das Heute und nicht mehr auf Gestern, so Frings.

          Acht Spiele ohne Sieg in Serie sind der Ballast, den der SVD-Betrieb aktuell mit sich herumträgt. Ein Ballast, der, betrachtet man das Sandhausen-Spiel als Beleg und nicht nur als Ausrutscher, immer schwerer zu wiegen scheint – zumal auch Frings, wie er sagte, „nie damit gerechnet“ hat, dass „so eine Phase von acht Spielen ohne Sieg kommen kann“. Der Chefcoach vermied bei der Pressekonferenz am Donnerstag, der Kritik an seiner Mannschaft weitere Nahrung zu geben. Mit der Vorhersage, dass seine vor Wochenfrist noch völlig leblose Mannschaft in Berlin „ein sehr gutes Spiel machen wird“, läuft er freilich Gefahr, dass das Zutrauen in seine Arbeit weiter erodiert – wenn das Team sich der Herausforderung beim hauptstädtischen Aufstiegsanwärter nicht gewachsen zeigt.

          „Richtig gute Rückendeckung“

          Bei den Darmstädtern wird unisono beteuert, dass die Diskussionen um Frings nur außerhalb, aber nicht intern geführt werden. Der am Mittwoch 41 Jahre alt gewordene frühere Profi wirkte jedenfalls nicht wie jemand, der um seine südhessische Arbeitsstelle kämpfen müsste. Er spüre, so Frings, eine „richtig gute Rückendeckung. Wichtig ist, dass ich mir treu bleibe, akribisch bin und 24 Stunden für den Verein arbeite. Das wird so bleiben.“

          Der einstige Nationalspieler, als Aktiver mit seinen Mannschaften meist auf der sportlichen Sonnenseite des Geschäfts angesiedelt, steckt auf seiner ersten Cheftrainerposition das erste Mal tief in der Krise. „Ich bin“, sagt Frings, „nicht durchgedreht, als ich vor wenigen Wochen noch in den Himmel gelobt worden bin als der, der Darmstadt das Fußballspielen beigebracht hat. Oder als es Schulterklopfer ohne Ende gab nach meiner Vertragsverlängerung. Ich weiß das einzuschätzen.“

          Fraglich ist, ob auch die Mannschaft, der es gegen Sandhausen an Qualität und Einstellung fehlte, um sich aus dem Schlamassel zu befreien, bei Union Berlin eine passende Reaktion zeigen wird. Personelle Veränderungen im großen Stil sind aufgrund der dünnen Personaldecke nicht zu erwarten. Seine Ankündigung vom vergangenen Freitag, dass auch kickende Führungskräfte nicht mehr vor einem Bankplatz gefeit seien, nahm Frings teilweise wieder zurück. Es gehe darum, dass „jeder Spieler genau überprüft wird und es sich keiner mehr erlauben kann, nach einem schlechten Spiel in der folgenden Trainingswoche nicht Vollgas zu geben“.

          So habe sich Hamit Altintop im Übungsbetrieb wieder als unverzichtbare Führungsfigur gezeigt. Kevin Großkreutz (Zerrung in der Hüfte) und Artur Sobiech (Knieprellung) sowie weiterhin Felix Platte und Keeper Daniel Heuer Fernandes fallen aus. Immerhin: Bei Tobias Kempe, dessen Rückkehr nach einem Zehenbruch allgemein ersehnt wird, könnte es für einen Kurzeinsatz reichen.

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