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Darmstadt 98 : Am Böllenfalltor-Stadion muss es schnell gehen

  • -Aktualisiert am

Betagt: Das Stadion am Böllenfalltor muss rasch modernisiert werden Bild: Dieter Rüchel

Der Magistrat der Stadt Darmstadt reagiert auf Erfolge des SV Darmstadt 98 in der Dritten Liga: Er beschließt die Gründung einer Sportstätten GmbH.

          2 Min.

          Der sportliche Erfolg des SV Darmstadt 98 zwingt die Stadt zu schnellem Handeln. Da der Club vor dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga steht, werden einige Investitionen in das Böllenfalltor-Stadion akut. Der Magistrat hat deshalb, wie die Stadt mitteilte, die Gründung einer Darmstädter Sportstätten GmbH und Co. KG sowie einer Darmstädter Sportstätten Verwaltungs-GmbH beschlossen. Pläne für eine solche Bau- und Betriebsgesellschaft hatte Sportdezernent Rafael Reißer (CDU) schon im September angekündigt, als die Stadtverordneten über eine Machbarkeitsstudie zum Stadionneubau diskutierten. Dieser Schritt wurde nun vorgezogen.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Als Grund dafür gab Oberbürgermeister Jochen Partsch (Die Grünen) die Voraussetzungen für eine Spielberechtigung in der zweiten Liga an. Nach dem technischen Lizenzierungsverfahren würden in diesem Fall eine Vergrößerung des Spielfeldes, mehr Platz für Fernsehübertragungstechnik, die Ausweisung von Rettungswegen und eine Rasenheizung erforderlich. Diese Investitionen fielen zwar auch ohne Aufstieg an, dann erst aber von der Saison 2015/2016 an.

          Modernisierungen vor Stadionneubau

          Die Stadt sehe sich in der Pflicht, dafür zu sorgen, „dass die guten sportlichen Leistungen unserer Vereine in einem gebührenden Rahmen erfolgen können“, sagte Partsch. Deshalb müssten die baulichen Anpassungen und Modernisierungen schon vor dem Stadionneubau erfolgen. Dies soll allerdings im Sinne einer wirtschaftlichen Haushaltsführung geschehen, wie Reißer sagte, also so, dass die Umgestaltung im Einklang mit dem künftigen Stadionkonzept steht und bei einem späteren Umbau unverändert bestehen bleiben kann. Das solle durch die Bau- und Betriebsgesellschaft sichergestellt werden. Interimsgeschäftsführer der Gesellschaft wird der Büroleiter des Oberbürgermeisters, Rainer Burhenne. Er soll diese Aufgabe so lange übernehmen, bis die Gesellschafterversammlung der Sportstätten Verwaltungs-GmbH eine hauptamtliche Geschäftsführung bestellt. Aus Kostengründen soll dies aber erst geschehen, wenn die Verhandlungen mit dem Land Hessen über mögliche Zuschüsse zum Stadionbau abgeschlossen sind.

          Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat insgesamt sieben Mitglieder. Neben Partsch und Reißer gehören dem Gremium Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU), ein Vorstandsmitglied der Heag sowie Birgit Pförtner (Grüne), Wolfgang Gehrke (CDU) und Heinrich Hausmann (SPD) an. Neben einem detaillierten Finanzierungskonzept soll die Gesellschaft auch einen Businessplan erstellen. Für die Sanierung des Stadions stehen im aktuellen Haushalt der Stadt 200.000 Euro an Planungs- und Investitionsmittel zur Verfügung.

          Sanierung kostet 27,6 Millionen Euro

          Über den Neubau des Böllenfalltor-Stadions haben die Stadtverordneten noch keine abschließende Entscheidung gefällt. Im September war nur über den möglichen Standort beschlossen worden. Ohne Gegenstimmen und bei wenigen Enthaltungen votierten die Fraktionen dafür, das Stadion am alten Standort an der Nieder-Ramstädter Straße um- und auszubauen. Nach der Machbarkeitsstudie belaufen sich die Kosten für eine grundlegende Modernisierung der Arena auf 27,6 Millionen Euro. Die Stadt könnte über die derzeit jährlichen Betriebskosten einen Kredit in Höhe von 7,5 Millionen Euro bedienen. Klar ist daher, dass die Neubaupläne nur in die Tat umgesetzt werden können, wenn sich das Land Hessen finanziell an dem Projekt beteiligt. Wie Partsch mitteilte, laufen die Verhandlungen derzeit.

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