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Krimiautor Daniel Holbe : Reihenweise Ermittlungen in der Wetterau

  • -Aktualisiert am

Bestseller: Autor Daniel Holbe in Nidda auf der Brücke der Mühlstraße über die Nidda Bild: Wonge Bergmann

Daniel Holbe schreibt ­täglich 1000 Wörter. Am Ende werden daraus Krimis mit den Protagonisten Julia Durant, Ralph ­Angersbach, Sabine Kaufmann und Andreas Franz.

          2 Min.

          Der Tag beginnt für den Krimiautor Daniel Holbe früh. Mit zwei schulpflichtigen Kindern und einer Frau im Schuldienst sei das halt so, sagt er. Wenn er seine Familie verabschiedet hat, wartet der Schreibtisch auf den gebürtigen Friedberger. Gegen Mittag habe er sein Pflichtprogramm dann erfüllt. „Mindestens 1000 Wörter am Tag sind das Ziel“, erzählt er. Schließlich wollen zwei Bücher im Jahr fertiggestellt werden.

          Holbe kennen viele Krimi-Fans als Autor der Julia-Durant-Reihe. Die Frankfurter Ermittlerin wurde einst von An­dreas Franz ersonnen. Nach Franz’ Tod hatte der Verlag einen Nachfolger gesucht, der die Reihe fortsetzen könnte. Das übernimmt seit zehn Bänden Daniel Holbe. Wohlgemerkt nicht als Kopie des ursprünglichen Autors. „Wenn ich das versucht hätte, dann wäre ich heute noch nicht fertig“, sagt er. Das Ergebnis gefalle den Lesern, obwohl es auch nach jeder Neuerscheinung kritische Stimmen gebe. „Ein paar Leser hassen es seit dem zwölften Buch und rezensieren es im Netz schlecht“, berichtet Holbe. Aber da müsse man sich ein dickes Fell wachsen lassen.

          Weg zum Krimiautor war nicht vorgezeichnet

          Wenn kein Durant-Krimi anliegt, dann widmet sich Holbe dem von ihm selbst ersonnenen Ermittler-Duo. Ralph Angersbach und Sabine Kaufmann arbeiten von Bad Vilbel aus im eher ländlichen Wetteraukreis. Seit dem fünften Band der Reihe tauscht er sich dabei regelmäßig mit Ben Tomasson aus, einem weiteren Krimiautor, der ebenfalls im Verlag Droemer Knaur veröffentlicht.

          Die Idee entstand ursprünglich aus der Not, nach dem Tod seines Vaters, erzählt Holbe. Damals hatte er nicht die Nerven, um den avisierten Krimi weiterzuschreiben. Aus der Lösung in der Not wurde eine gelungene Gemeinschaft, die er nicht missen möchte.

          Holbes Weg zum Krimiautor war nicht vorgezeichnet. Er ist gelernter Kälteanlagenbauer, hat danach Sozialarbeit studiert und einige Jahre auf diesem Gebiet gearbeitet. Durch einen Urlaub in der Camargue und die Lektüre eines Dan-Brown-Romans sei ihm damals die Idee gekommen, einen „Kirchenthriller“ zu schreiben. Eine Autorin hatte ihm später geraten, sein Manuskript nicht an einen Verlag, sondern an eine Agentur zu schicken. Dort seien die Aussichten größer, auch veröffentlicht zu werden.

          Und tatsächlich wurde sein erster Roman 2009, drei Jahre nachdem er ihn ersonnen hatte, veröffentlicht. Einige Zeit später wurde er zum designierten Nachfolger für die Andreas-Franz-Reihe auserkoren. Zeit, um sich über seine berufliche Zukunft Gedanken zu machen. Als die Finanzen gesichert gewesen seien, habe er sich entschieden, seinen alten Beruf aufzugeben, um ausschließlich als Schriftsteller zu arbeiten.

          Holbe freut sich auf Lesungen

          Inzwischen seien ihm die Protagonisten seiner Bücher so vertraut, dass er sie nicht mehr missen möchte. „Das sind ganz feste Konstanten in meinem Leben“, sagt Holbe. Krimifans müssen sich also keine Sorgen machen, demnächst auf ihre lieb gewonnenen Ermittler verzichten zu müssen. Zudem: Durch den halbjährlichen Wechsel der Schauplätze freue er sich immer auf die nächste Geschichte.

          Wenn er mal nicht schreibe, dann hole er sich Inspirationen und recherchiere für die nächsten Bücher. Jetzt freue er sich auf die Lesungen, die wieder anstünden. Nach der langen Unterbrechung durch Corona genieße er den Kontakt zum Pu­blikum sehr. „Ich merke, dass mir das gefehlt hat“, sagt er.

          Holbe liest in Wölfersheim

          Am Donnerstag, 20 Uhr, liest Holbe im Dorfgemeinschaftshaus Melbach in der Wölfersheimer Kleinkunstwoche aus seinen beiden aktuellen Büchern „Todesruf“ und „Strahlentod“. Tickets für die Veranstaltung gibt es im Bürgerbüro der Gemeinde, im Ticketshop Friedberg und online unter www.woelfersheim.de. Am Samstag ist er mit seinem Krimi „Todesruf“ von 18 Uhr an Gast in der Hollarkapelle in Ockstadt. Weitere Infos unter www.hollar-kapellen-kultur.de.

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