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DAM Preis 2020 : Ein guter Jahrgang

Fügt sich wie selbstverständlich ein: das „Haus vom Peterskirchhof von NKBAK Bild: thomasmayerarchive.de

Das Frankfurter Architekturmuseum kürt David Chipperfields James-Simon-Galerie in Berlin zum besten Gebäude des Jahres. Drei Frankfurter Büros standen auf der Shortlist.

          2 Min.

          Schaut man sich auf einer Deutschlandkarte an, welche Regionen in den vergangenen Jahren besonders häufig ausgezeichnete Bauwerke hervorgebracht haben, so klafft in der Mitte der Republik ein weißer Fleck. Die herausragende Architektur ballt sich in Süddeutschland und vor allem in Berlin. Das spricht nicht für Hannover. Aber zumindest für Frankfurt muss man sich nicht schämen, denn die Mainmetropole ist im Jahrbuch des Deutschen Architekturmuseums regelmäßig gut vertreten.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es mag natürlich auch an der Ortskenntnis der Jury liegen, dass sie die Frankfurter Bauwerke besonders auf dem Radar hat. Auch bei der neuesten Auflage des „DAM Preises für Architektur in Deutschland“ standen wieder drei Frankfurter Gebäude auf der Shortlist der 23 besten Bauten des Jahrgangs. Eines von ihnen hat es sogar unter die fünf Finalisten geschafft. Für das „Haus am Peterskirchhof“ des Büros NKBAK hat es am Ende aber nicht ganz gereicht. Zum Gewinner kürte die Jury die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel in Berlin.

          „Camouflage“ nicht nur in Berlin

          David Chipperfield ist damit der bislang einzige Preisträger, der diese Auszeichnung schon zum zweiten Mal erhält. Vor zehn Jahren würdigte das Architekturmuseum sein Neues Museum als Bauwerk des Jahres. Chipperfields nun prämierte Galerie liegt gleich nebenan. Sie vermittelt zwischen den historischen Bauten auf der Museumsinsel. Die Jury zeigte sich angetan, dass Chipperfield ein „fehlendes Stück der Stadt“ ergänzt habe, wie Museumsdirektor Peter Cachola Schmal sagt. Der Architekt, der den Preis gestern Abend entgegennahm, hat sich beim Entwurf von der Idee leiten lassen, welche Verantwortung das Gebäude für den Stadtraum hat, denn die moderne Galerie steht auf „heiligem, historischem Grund“, wie er sagt. Er habe darum „Camouflage“ in der städtischen Landschaft betrieben.

          Kostengünstiges Wohnen: der Entwurf des Architekturbüros Schneider + Schumacher Bilderstrecke

          Ein Gedanke, der auch auf das Haus am Peterskirchhof zu treffen scheint. Gewiss, das kubische Wohn- und Bürogebäude, das als Hinterhaus auf der denkmalgeschützten Friedhofsmauer entstanden ist, versteckt sich nicht. Doch es fügt sich derart selbstverständlich ein, dass es wie ein fester Bestandteil des Ensembles wirkt. Nicole Berganski und Andreas Krawczyk haben das Haus behutsam auf die Mauer gesetzt und durch eine sensible Wahl des Baumaterials – handgeschnittene Ziegelsteine – die unterschiedlichen Zeitschichten sichtbar gemacht. Auch aufgemauerte Steine aus den fünfziger Jahren wurden in der Mauer belassen. Die Büroräume werden durch zwei Innenhöfe beleuchtet. In den oberen Geschossen sind zwei Wohnungen entstanden.

          Zehn Euro pro Quadratmeter

          16 der im Jahrbuch und in einer Ausstellung im dritten Stock vorgestellten Bauwerke sind Wohngebäude. Das führt die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bauaufgabe vor Augen. Auch die weiteren Frankfurter Projekte auf der Shortlist nehmen sich dieses Themas an. Das Büro Schneider + Schumacher hat im Auftrag der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG auf einem Grundstück in Oberrad untersucht, ob sich die Baukosten derart senken lassen, dass Mietwohnungen zu einem Quadratmeterpreis von zehn Euro entstehen können, ohne Subventionen. Die Architekten haben die Treppenhäuser vor die Fassade gelegt und kompakte Wohnungsgrundrisse geschaffen. Ein anderes Wohnhaus stammt von Stefan Forster. Es ist in Bockenheim entstanden und wirkt von außen mit seinem steilen Giebel und der Lochfassade wie der Archetyp eines Hauses. Die hellrote Klinkerfassade sorgt an der ansonsten tristen Schlossstraße für einen wohltuenden Farbtupfer.

          DAM Preis 2020

          DAM Preis 2020. Die 26 besten Bauten in/aus Deutschland. Bis zum 10. Mai im Architekturmuseum, Schaumainkai 43.

          Das Jahrbuch kostet 38 Euro.

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