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Elton da Costa von Darmstadt 98 : Aufstiegsheld mit ungewisser Zukunft

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Aufstiegsheld: Elton da Costa (links) feiert mit zwei Mannschaftskameraden den Sieg in Bielefeld Bild: dpa

Mit seinem Last-Minute-Tor hat Elton da Costa den SV Darmstadt 98 nach mehr als zwei Jahrzehnten zurück in die zweite Liga geschossen. Ob der Routinier weiter für die „Lilien“ am Ball sein wird, ist noch offen.

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          Mit seinem Schuss ins Glück hat sich Elton da Costa beim SV Darmstadt 98 unsterblich gemacht. Das Tor zum 4:2 nach Verlängerung im entscheidenden Relegationsspiel bei Arminia Bielefeld wird in den Vereinsannalen stets einen Ehrenplatz einnehmen. Die „Lilien“ spielen damit nach 21 Jahren in der nächsten Saison wieder in der zweiten Liga. Wie es mit dem Torschützen weitergeht, ist dagegen offen.

          Seinen Treffer hatte der 34 Jahre alte Fußballer sogar angekündigt. „Ich habe den Jungs draußen gesagt, wenn ich reinkomme, mache ich ein Ding rein“, berichtete er nach dem Spiel. „Dass ich dann das Tor gemacht habe, ist natürlich der Wahnsinn.“

          Vielleicht war es tatsächlich Vorahnung, auf jeden Fall jedoch Ausdruck des puren Willens, mit dem das gesamte Team die 1:3-Heimniederlage aus dem Hinspiel vom Freitag noch umgekehrt hat. „Wir haben an uns geglaubt, von Anfang an. Und wir haben auch verdient gewonnen“, sagte da Costa.

          128 Zweitliga-Partien

          Der Brasilianer ist eine Integrationsfigur in Darmstadt. Vor rund 16 Jahren kam er nach Deutschland. Zunächst war er für den FSV Frankfurt am Ball, dann drei Spielzeiten beim SV Darmstadt 98. Stationen in Unterhaching und Augsburg schlossen sich an. Insgesamt absolvierte der Mittelfeldregisseur 128 Zweitliga-Partien. Mit Augsburg spielte er 2010 sogar um die Relegation in die Bundesliga.

          Es folgten zwei Jahre beim Erzrivalen Kickers Offenbach. Als er dann 2012 nach Darmstadt zurückkehrte, gab es bei den Fans zunächst große Vorbehalte. Doch mit seiner untadeligen Haltung, seiner Verlässlichkeit und seinen Toren hat er sich mittlerweile den Respekt und die Zuneigung des Anhangs erspielt - schon vor seinem Treffer in Bielefeld.

          Der Techniker als Joker

          Seit Trainer Dirk Schuster Ende 2012 das Ruder übernahm, ist da Costa kein Stammspieler mehr. In der abgelaufenen Saison kam der feine Techniker meist als Joker zum Einsatz, oft dabei im Angriff. Freilich lobte Schuster auch mehrfach den Wert, den der Brasilianer für das Team besitze.

          Da Costas Vertrag läuft zum Saisonende aus, der Verein hält sich bislang bedeckt. Der Spieler selbst möchte bleiben. Er ist in Darmstadt heimisch geworden. Seine Frau stammt von dort, sein Sohn geht dort zur Schule. Nach der Karriere will er eine Fußballschule gründen.

          Zunächst möchte er aber weiter spielen. „Ich fühle mich noch fit. Solange ich noch fit bleibe und der Verein will, mache ich weiter“, sagt er und fügt hinzu: „Ich denke, wir werden die nächsten Tage miteinander sprechen.“

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