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Lied zur Coronakrise : Musikalisches Versprechen

30 Anderthalbmetermenschen singen zusammen den Song „Umarmen“. Initiator Matthias Keller schrieb den Titel, weil er seine Eltern während der Corona-Krise nicht in den Arm nehmen kann. Bild: Anderthalbmetermenschen/Screenshot F.A.Z

In einem Musikprojekt aus dem Großraum Frankfurt singen und spielen knapp 30 Menschen in der häuslichen Quarantäne. Die Einnahmen sollen an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gehen

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          Auch Krisen haben ihre Lieder. So mag das Coronavirus zwar das kulturelle Leben zum Stillstand gebracht haben, doch noch lange nicht die Kreativität. Es wird zuhause geblieben und eben dort komponiert, musiziert und produziert. Einige versuchen sich an auf Corona getrimmte Parodien bekannter Songs und Melodien, andere schreiben schnell selbst „Ein Lied für Jetzt“ wie die Berliner Band Die Ärzte.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Manche, so wie der der Bochumer Sänger Sebel, suchen sich über das Internet möglichst viele Beteiligte, um wie im Fall des Stücks „Zusammenstehen (Corona Virus Lied)“ ein virtuelles Miteinander zu erreichen, während andere ein solches virtuelles Zusammenkommen vorher verabredet haben, um zwar einsam, aber eben doch auch gemeinsam ein Lied einzuspielen, das ein musikalisches Versprechen für die Zeit abgibt, wenn alles vorüber ist. „Umarmen“ heißt dieser am Freitag auf Youtube veröffentlichte und seitdem schon tausendfach aufgerufene Song, eine Reaktion zahlreicher Musiker, Schauspieler, Radiomoderatoren und Sprecher aus der Rhein-Main-Region auf die Krise.

          Musizieren mit Abstand

          Schon Mitte März haben sie sich unter dem auf den derzeit gebotenen Abstand anspielenden Namen Anderthalbmetermenschen vereint, zusammengetrommelt von Matthias Keller, dem als Mitglied der A-cappella-Gruppe U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern bekannt geworden Frankfurter Sänger, Sprecher und Unterhalter.  Keller hat auch das Lied geschrieben, das von Künstlern wie Katharina Bach, Kerstin Pfau, Linus König, Maja Wolff, Ali Neander, Walter Dorn und Gregor Praml, aber auch von einigen Kindern eingesungen und eingespielt und dann von Markus Löhr produziert worden ist.

          Alle Beteiligten haben sich bei ihren individuellen Parts selbst gefilmt. Diese Videosequenzen hat Thomas Klieber zusammengefügt und zu einem Clip editiert, der nun unter der Adresse www.anderthalbmetermenschen.de im Internet zu sehen ist.  Sämtliche Einnahmen, die mit dem Lied erzielt werden, sollen an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gehen, versprechen Keller und seine Mitstreiter. Und Großeltern, Eltern und Freunde werden ganz doll umarmt, irgendwann, wenn alles vorüber ist.    

                  

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