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Gegen Coronavirus : EU bestellt Millionen Impfstoffdosen bei Biontech

Das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech forscht an einem Coroina-Impfstoff. Bild: SvenSimon

Das Biotechnologieunternehmen Biontech aus Mainz ist bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Corona weit fortgeschritten. Nun gibt es eine Liefervereinbarung mit der EU-Kommission.

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          Das Biotechnologieunternehmen Biontech aus Mainz hat gemeinsam mit dem amerikanischen Pharma-Riesen Pfizer eine potentielle Vereinbarung mit der Europäischen Kommission über die Lieferung von Impfstoffdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Demnach sollen im Falle eines klinischen Erfolgs der Forschung an einem Impfstoff und der behördlichen Genehmigung von Ende dieses Jahres an 200 Millionen Dosen an Mitgliedstaaten der Europäischen Union geliefert werden. Weitere 100 Millionen Dosen kann die EU-Kommission zusätzlich erwerben.

          Daniel Schleidt
          Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die geplante Vereinbarung ist für die Mainzer der bisher größte Initialauftrag für die Lieferung eines Impfstoffs. Die Impfdosen für Europa sollen in Produktionsstätten in Deutschland (Biontech) und Belgien (Pfizer) hergestellt werden. Sollte der Impfstoffkandidat namens BNT162b2 zugelassen werden, wird die Kommission die Verteilung der Dosen an die 27 Mitgliedstaaten der EU übernehmen, heißt es in einer Mitteilung von Biontech von Mittwoch.

          „Die geplante Vereinbarung von Pfizer und Biontech mit der Europäischen Kommission ist ein weiterer wichtiger Schritt für unser gemeinsames Ziel, gefährdeten Bevölkerungsgruppen noch vor Ende des Jahres Millionen Dosen eines Impfstoffs gegen Covid-19 zur Verfügung zu stellen“, sagte Albert Bourla, Chairman und CEO von Pfizer. 

          Bislang größte Bestellung des Impfstoffs

          „Als Unternehmen, das im Herzen Europas gegründet wurde, freuen wir uns sehr über den Abschluss der ersten Gespräche mit der Europäischen Kommission zu unserer bislang größten Erstbestellung“, wird Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender und Mitgründer von Biontech, zitiert. Seine Firma ziele darauf ab, einen sicheren und wirksamen Impfstoff zu entwickeln, der dazu beitragen könne, dieser Pandemie in Europa und der ganzen Welt zu begegnen. „Die heutige Entscheidung ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Kollaboration und Solidarität dabei helfen können, eine globale Gesundheitskrise als internationale Gemeinschaft anzugehen“, so Sahin.

          Ugur Sahin ist Mitgründer und Vorstandschef von Biontech.
          Ugur Sahin ist Mitgründer und Vorstandschef von Biontech. : Bild: dpa

          Das BNT162-Programm beruht auf Biontechs Technologie von Messenger RNA (mRNA), das sind Vorlagen zur Produktion von Eiweißstoffen in Zellen, und wird von Pfizers Expertise zur globalen Impfstoffentwicklung und -produktion unterstützt. Zwei der vier in der klinischen Entwicklung befindlichen Impfstoffkandidaten – BNT162b1 und BNT162b2 – erhielten den Fast-Track-Status der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA.

          Test an 30.000 Probanden

          In der fortgeschrittenen klinischen Studie untersuchen die Unternehmen den Impfstoff an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren. Bisher konnten für die Phase-2/3-Studie bereits mehr als 25.000 Probanden rekrutiert werden. Dier Probanden werden derzeit zum zweiten Male immunisiert.

          Sollten die klinischen Studien erfolgreich verlaufen, planen Pfizer und Biontech bereits im Oktober 2020 die behördliche Zulassung für den Wirkstoff zu beantragen und, sollte die Genehmigung oder Zulassung erfolgen, bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen bis Ende 2020 und über 1,3 Milliarden Dosen bis Ende 2021 herzustellen. Um die geplanten Mengen zu erreichen, haben die beiden Unternehmen bereits  mit der Produktion und Lagerung von Impfstoffdosen für die Bekämpfung der Pandemie begonnen.

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