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Spendenappell an Eltern : Der Kampf um die Seife an Frankfurter Schulen

  • -Aktualisiert am

Virustod: Durch richtiges Händewaschen lassen sich viele Erreger beseitigen – aber bitte mit Seife Bild: Patrick Slesiona

Gegen die Ausbreitung des Coronavirus hilft auch und gerade Händewaschen. An vielen Schulen ist das aber nicht möglich. Das wiederum führt zu Bettelbriefen von Elterninitiativen.

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          Die Corona-Krise lenkt das Augenmerk auf die hygienischen Zustände in den Schulen: Während überall auf die Bedeutung von Händewaschen und Sauberkeit hingewiesen wird, gibt es auf vielen Toiletten öffentlicher Schulen noch nicht einmal Seife und Einmalhandtücher. „Eine hygienische Grundversorgung muss doch gewährleistet werden“, sagt Andrea Herschbach, stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternbeirats. Jede Schule habe Geld für Seife und Handtücher. Das Budget sei allerdings nicht zweckgebunden.

          „Viele Schulen nutzen das dann lieber, um Druckerpapier oder andere Dinge zu kaufen“, kritisiert Herschbach. Der Stadtelternbeirat setzt sich schon lange dafür ein, dass die sanitären Anlagen saniert werden, dass regelmäßig geputzt wird und dass warmes Wasser sowie Seife und Handtücher verfügbar sind. Eine Petition unter dem Titel „Saubere und sanierte Toiletten für Frankfurts Schulen“ hat mehr als 5800 Unterstützer gefunden.

          Ansteckungsgefahr verringern

          Unter dem Eindruck der aktuellen Infektionsgefahr durch das Coronavirus versuchen einige Elterninitiativen, sich selbst zu helfen. Sie betteln um Spenden bei Krankenhäusern oder Apotheken, um die derzeit stark nachgefragten Hygieneartikel für die Schulen ihrer Kinder zu bekommen. In einem Schreiben, das der Elternbeirat der Wöhlerschule an alle Erziehungsberechtigten versendet hat, heißt es: „Da Desinfektionsmittel mittlerweile nur noch schwer zu bekommen sind, könnten Spenden – insbesondere von Eltern, die im Gesundheitswesen beschäftigt, und eventuell dazu Zugang haben – dazu beitragen, dass eine Ansteckungsgefahr verringert wird.“

          Den Impuls hinter solchen Rundschreiben kann Herschbach zwar verstehen, sie warnt aber vor Hysterie. „Die Leute reagieren total über“, sagt sie. Der Stadtelternbeirat habe mit dem Stadtschulamt und den städtischen Gesundheitsbehörden über die dringend notwendigen Verbesserungen auf den Schulklos gesprochen. Doch: „So was dauert auf Behördenebene eben meistens sehr lange.“

          Außerdem sieht der Stadtelternbeirat nicht nur die Stadt als Schulträger in der Verantwortung. Viele Bildungsstätten hätten über die Jahre eine kuriose Praxis entwickelt. So werde absichtlich darauf verzichtet, die sanitären Anlagen mit Seife und Einmalhandtüchern auszustatten. Ziel sei es, Vandalismus und Verschwendung vorzubeugen. „Viele Schüler machen sich eben einen Scherz daraus, Klopapier an die Decke zu werfen“, sagt Herschbach. Die Seife sei dafür der notwendige „Klebstoff“.

          Die Konsequenz: Schüler dürfen nur noch unter Aufsicht in den Klassenräumen ihre Hände waschen. „Doch das machen dann natürlich nur die wenigsten – das ist für Pubertierende oft peinlich.“ Für den Stadtelternbeirat ist betreutes Händewaschen kein Weg, um das Vandalismusproblem anzugehen. „Da braucht es ein durchdachtes pädagogisches Konzept“, sagt Herschbach. Auch das sei Teil des Erziehungsauftrags einer Schule.

          Unter den Ausnahmebedingungen

          Ähnlich sieht es Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „An den Schulen sollte jetzt deutlich gemacht werden, dass Händewaschen entscheidend ist.“ Natürlich müsse es auch die nötigen Hygieneartikel geben. Dafür allerdings seien die Schulen in erster Linie selbst verantwortlich. Reinigungspersonal und Hausmeister seien verpflichtet, die Seifenspender täglich aufzufüllen. „Das ist ein absolutes Muss“, sagt Weber.

          Sollten Schulen unter den Ausnahmebedingungen der Corona-Krise Probleme haben, die nötigen Hygieneartikel zu bekommen, könne das Stadtschulamt helfen, sagt Weber. Wie schnell die Hilfe bei den Schulen ankommt, ist allerdings fraglich. Eine Schulleiterin, die bei der Stadt um zusätzliche Seife und Desinfektionsmittel gebeten hat, ist eher skeptisch: „Leider dauert ein solcher Antrag erfahrungsgemäß eine gewisse Zeit. Dennoch bemühen wir uns um größtmögliche Hygiene.“

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