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Über dem Bundesdurchschnitt : Auch hessenweit steigen die Corona-Zahlen

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Hessenweit steigen die Fälle: Auf der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil herrscht seit Freitag Maskenpflicht. Bild: dpa

Ein Abflachen der Kurve der bestätigten Neuinfektionen in Hessen ist nicht in Sicht: Das Bundesland steht landesweit mit einem Inzidenzwert von 32,63 immer noch weit vorne im Bundesvergleich.

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          Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – die sogenannte 7-Tage-Inzidenz – in vielen Kreisen und Städten weiterhin hoch. Nachdem Offenbach bereits am Sonntag mit einem Inzidenzwert von 80,6 die höchste Corona-Warnstufe erreicht hat, meldet das RKI für die Stadt am Montag mit 77,5 einen etwas geringeren Wert (Stand 11.10., 00:00 Uhr). Nach Angaben der RKI verzeichnete Offenbach lediglich zwei neue nachgewiesene Corona-Fälle, ein weiterer Todesfall ist im Zusammenhang mit dem Virus zu beklagen.

          Der Offenbacher Krisenstab hat am Montag trotz der zugespitzten Situation keine weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen. Es werde insgesamt zehn Tage lang abgewartet, wie die seit Freitag geltenden Regeln wirkten, sagte ein Sprecher der Stadt. Es seien nicht nur größere Veranstaltungen oder Feiern gewesen, bei denen sich die Menschen angesteckt hätten, erklärte der Sprecher. Auch viele Pendler, die außerhalb von Offenbach arbeiteten, hätten sich infiziert – etwa in dem Paketzentrum in Obertshausen Ende September. „Bei der Kontaktverfolgung kommen wir kaum mehr hinterher. Es gibt immer mehr Fälle, bei denen wir nicht alle Personen ermitteln können.“ Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien an ihrer Belastungsgrenze.

          Unterstützt werden sie bei der Kontaktverfolgung und der Durchführung von Tests spätestens ab Dienstag von 16 Sanitätern der Bundeswehr. Die Stadt hatte diese am Wochenende angefordert. Ähnlich wie in der Nachbarstadt Frankfurt gilt in Offenbach derzeit eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr in Bars und Restaurants, zudem gibt es Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum.

          In Frankfurt steigt der Inzidenzwert

          In Frankfurt haben sich nach Angaben des RKI bis Montag 4229 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, das sind 44 mehr als am Vortag. Insgesamt sind in der Stadt 72 Erkrankte im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, über Nacht kamen keine neuen Todesfälle hinzu. Derzeit liegt der Inzidenzwert der Stadt bei 65,4 und steigt damit abermals leicht an (Vortag: 63,6).

          Die tagesaktuellen Zahlen meldet Frankfurt üblicherweise erst am Nachmittag, das RKI veröffentlicht die Zahlen bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Auch die Werte des Landkreises Groß-Gerau (51,1) und der benachbarten rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz (56,7) liegen nahezu unverändert weiterhin über der kritischen Warnstufe von 50.

          Die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen steigt derweil auch in ganz Hessen weiter an. Am Montag meldete das RKI für das gesamte Hessen einen Wert von 32,62, am vergangenen Freitag hatte die Inzidenz noch bei 25,8 gelegen. Damit liegt Hessen weiterhin über dem bundesweiten Durchschnitt von 27,5. Über Nacht kamen laut RKI in Hessen 128 neue bestätigte Corona-Fälle hinzu, zwei weitere Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

          Insgesamt haben sich in Hessen seit Ausbruch der Pandemie bislang 22.039 Menschen mit dem Virus angesteckt. Das RKI schätzt, dass 18.300 davon bereits wieder genesen sind.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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