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Hesse mit mutiertem Virus : Impftermine für 16.000 Personen – Millionen Versuche vergeblich

Sehnsuchtsort: Wintersport fällt laut Vogelsbergkreis nicht unter den Begriff „tagestouristischer Ausflug“, nur ist etwa die Zufahrt zum Hoherodskopf von 9 bis 16 Uhr gesperrt Bild: Helmut Fricke

Das RKI meldet für Hessen 128 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie. Das ist nur knapp unter dem bisherigen Höchstwert. Die 15-Kilometer-Regel gilt nun in vier Landkreisen. Sie zu missachten, kann teuer werden.

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          Auch am zweiten Tag nach Beginn der Impfterminvergabe an Menschen in Hessen über 80 Jahre müssen sich Interessierte in Geduld üben. Darauf weist das Innenministerium hin. Wartezeiten seien „leider unvermeidbar“. Termine werden grundsätzlich online vergeben oder über die zentrale Telefonnummer 116117. Am Dienstag verlief der Start sehr holprig, Hessen ließ die Call-Center deshalb bis 22 Uhr arbeiten. Daten aus dem Innenministerium lassen erahnen, weshalb das so war und auch heute nicht alles glatt läuft: Demnach konnten rund 9.000 Personen Impftermine in den sechs Regionalen Impfzentren vereinbaren. Mittlerweile seien es 16.000.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aber: Insgesamt habe das Ministerium rund zehn Millionen Terminierungsversuche zur Schutzimpfung gegen Corona über Telefon oder Internet registriert. „Mehr als acht Millionen Zugriffe erfolgten auf das Online-Anmeldeportal, parallel wurden fast zwei Millionen Anrufe auf die Hotline registriert“, heißt es in Wiesbaden. Insgesamt müssten 400.000 Frauen und Männer über 80 geimpft werden. 60.344 Personen sind schon geimpft, vor allem Menschen in Altenheimen sowie medizinisches Personal.

          Bei Person aus England angesteckt

          Erstmals ist bei einem Mann aus Hessen die mutierte Variante B.1.1.7 das Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilt das Sozialministerium mit. Der Mann habe sich durch den direkten Kontakt zu einer Person, die aus Großbritannien nach Deutschland eingereist sei, angesteckt. Diese Person sei bei der Einreise symptomfrei gewesen und zunächst negativ auf SARS-CoV-2 getestet worden. bald darauf habe sie aber Krankheitszeichen gezeigt. Das Uni-Klinikum Frankfurt habe das mutierte Virus nachgewiesen. „Der Fall zeigt noch einmal, wie wichtig es ist, die Quarantänemaßnahmen einzuhalten. Die Tests nach der Einreise sind wichtig, den größten Schutz vor einer Infektion bietet aber die Quarantäne“, zitiert das Ministerium Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen).

          Von diesem Mittwoch an gilt die 15-Kilometer-Regel in zwei weiteren Landkreisen in Hessen. Folglich ist der Aktionsradius für Bewohner und Besucher von vier Landkreisen beschränkt. Auf diese Weise sollen die Kontakte beschränkt werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Alle Kreise sind vor allem ländlich geprägt. Ein weiterer Kreis in Osthessen könnte bald hinzukommen. Anders als Bayern plant Hessen keine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken, wie es in Wiesbaden heißt.

          128 weitere Todesfälle gemeldet

          Unter den neuen Corona-Daten aus dem Robert-Koch-Institut für Hessen fällt vor allem die Zahl der weiteren Todesfälle in Zusammenhang mit der Pandemie ins Auge. Sie liegt nur knapp unter dem bisherigen Tageshöchstwert. Die Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist eingelaufenen positiven Corona-Tests unter 100.000 Einwohnern, ist seit Montag etwas gesunken, sie bleibt aber merklich höher als vor einer Woche. 

          Das RKI meldet 1551 neue Fälle nach 1913 vor einer Woche. Weitere 128 Menschen sind demnach an oder mit Covid-19 verstorben. Vor Wochenfrist hatte das Institut 116 Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind 152.844 positive Tests und 3716 Todesfälle bekannt geworden. 24.200 Infektionen gelten als noch nicht ausgestanden, rund 400 weniger als am Vortag.

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