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Corona-Pandemie in Hessen : Vier Kreise und Darmstadt seit einer Woche ohne neuen Fall

Testfall: Ein Frankfurter Labormitarbeiter untersucht eine Probe auf Coronaviren Bild: Reuters

Abermals haben die Gesundheitsämter in Hessen über Nacht weniger als 15 neue bestätigte Fälle gemeldet. Der Zuwachs beträgt 0,1 Prozent.

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          Ob es an den Feiertagen und einem etwaigen Meldeverzug liegt? Zwei Tage hintereinander haben die Gesundheitsämter in Hessen weniger als 15 neue Coronavirus-Fälle gemeldet. Nach 14 am Pfingstmontag sind es zum Dienstag 13. An den Tagen davor waren 30 und mehr Neuinfektionen bestätigt und registriert worden. Aber auch diese Zahlen nehmen sich niedrig aus: Die Zuwachsrate bei den Infektionen liegt seit einer Reihe von Tagen deutlich unter einem Prozent. Das Plus seit Pfingstmontag beträgt gut 0,1 Prozent. Das ergibt sich aus den Daten des Hessischen Sozialministeriums und des Robert-Koch-Instituts, das in der Seuchenbekämpfung federführend ist.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie das kurz RKI genannte Institut weiter meldet, gelten 9000 Patienten zwischen Nordhessen und dem südlichen Odenwald nunmehr als genesen. 480 Corona-Opfer sind seit Beginn der Aufzeichnungen zu Anfang März bekannt geworden. Über Nacht ist kein neuer Todesfall hinzugekommen. Rechnerisch kommen auf ein Corona-Opfer 18,75 Genesene. Diese Kennziffer ist zuletzt hinter dem Komma leicht gestiegen.

          Eine weitere gute Nachricht: In vier Landkreisen und in der Stadt Darmstadt hat es binnen Wochenfrist keine bestätigte Neuinfektion mehr gegeben. Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz steht dort im doppelten Sinne die Null. Bei den Kreisen handelt es sich um Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg; alle liegen in Mittelhessen.

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          Seit dem 30. Mai sind in ganz Hessen mehr als 10.000 Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden und mehr als 1600 davon in Frankfurt. Mit Blick auf die für den Bestand von Lockerungen wichtige Marke 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz liegt Frankfurt wie alle anderen kreisfreien Städte und Landkreise in Hessen weit unterhalb der kritischen Marke. Diese Inzidenz bezieht sich auf die neuen Fälle unter 100.000 Einwohnern binnen Wochenfrist. Durch den Ausbruch des Virus in einem Flüchtlingsheim und die Flut von Fällen nach Gottesdiensten in einem Frankfurter Baptisten-Bethaus war diese Kennziffer kurzzeitig über die Marke 10 gestiegen, nun liegt sie wieder darunter.

          Zuletzt lag sie nur im Kreis Hersfeld-Rotenburg darüber (14). Sollte in einer kreisfreien Stadt oder einem Landkreis der Wert 50 übertroffen werden, könnten die Behörden wieder gewisse Lockerungen rückgängig machen.

          Mit Blick auf die Zahl der Genesenen ist aber stets folgende Einschränkung zu beachten: Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin am Sitz des Instituts. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen lediglich.

          Wie das Hessische Sozialministerium vergangene Woche berichtete, lagen seinerzeit 572 Covid-19-Patienten in hessischen Kliniken. 110 von ihnen mussten demnach beatmet werden. 9841 Betten seien frei gewesen. Das Gleiche galt laut Ministerium für 853 Betten mit Beatmungsgeräten. Weil auch in dieser Hinsicht kein Notstand besteht, kommt eine kostengünstige Marburger Erfindung aktuell nicht zum Zuge.

          Das RKI berücksichtigt jene Fälle, die am jeweiligen Tag um 0.00 Uhr übermittelt wurden. „Für die Darstellung der neu übermittelten Fälle je Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI könnten einige Tage vergehen. In solchen Fällen ist von Meldeverzug die Rede.

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