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Unter Coronavirus-Verdacht : Allein in der Wetterau 50 Menschen in häuslicher Quarantäne

  • Aktualisiert am

Sein Haus meldet acht neue Corona-Todesfälle in Hessen: Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) Bild: dpa

Immer mehr Menschen dürfen ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. „Jetzt kommt es darauf an, die Ausbreitung möglichst einzudämmen“, mahnen die Gesundheitsbehörden.

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          Wegen der Ausbreitung des Coronavirus müssen in Hessen immer mehr Menschen in Quarantäne. Allein im Wetteraukreis dürfen rund 50 Personen ihr Haus nicht mehr verlassen. Sie hätten sich entweder in einem Risiko-Gebiet aufgehalten oder Kontakt mit Infizierten gehabt, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises vom Montag. „Jetzt kommt es darauf an, die Ausbreitung möglichst einzudämmen“, begründete Landrat Jan Weckler (CDU) die Entscheidung.

          Im Landkreis Limburg-Weilburg kamen drei Menschen in häusliche Quarantäne. Sie saßen gemeinsam mit einem Mann aus Frankfurt im Auto, bei dem am Wochenende eine Sars-CoV-2-Infektion nachgewiesen worden war. Die Gruppe kam von einem Fußball-Spiel von Eintracht Frankfurt in Salzburg zurück, wie ein Sprecher des Landkreises mitteilte. Auch 18 Angestellte der Hotels, in denen die Fans wohnten, wurden nach Angaben der österreichischen Stadt in häusliche Quarantäne geschickt. Die Zimmer der Fußballfans seien desinfiziert worden. Ob die Hessen im Stadion andere Menschen angesteckt haben, war zunächst unklar.

          Zehn Infizierte – offiziell

          Nach zehn bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus klärten die Behörden in Hessen weitere Verdachtsfälle ab. Wie eine Sprecherin des zuständigen Sozialministeriums in Wiesbaden sagte, wurden dabei zunächst keine weiteren Fälle nachgewiesen. In den Virologischen Instituten in Frankfurt und Marburg können nach Angaben der jeweiligen Universitäten derzeit täglich insgesamt 200 Proben auf das neuartige Virus getestet werden. Wie viele Tests bislang tatsächlich durgeführt wurden, ist jedoch unklar. Konkrete Angaben dazu gab es weder vom Ministerium noch von den Universitäten.

          Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) würdigten die Arbeit der betroffenen Landkreise. Der Gesundheitsdienst und die Verantwortlichen vor Ort hätten „vorbildlich und zügig gehandelt, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern und mögliche Infektionsketten zu unterbrechen“, hieß es in einer Mitteilung. „Gemeinsam haben wir uns gut auf eine solche Situation vorbereitet.“

          Aus Sorge vor einer möglichen Ansteckung ist am Frankfurter Flughafen die wöchentliche Montagsdemonstration abgesagt worden. Deutschlands größter Airport stelle „eine Gefahrenquelle bei der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten dar“, begründeten die Organisatoren die Entscheidung. Das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) ruft seit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn im Jahr 2011 zu den Demos auf. Woche für Woche kommen rund 250 Protestler. Im November gingen sie zum 300. Mal für einen Stopp des Flughafenausbaus und eine Ausweitung des Nachtflugverbots auf die Straße.

          Die Lufthansa und ihre Töchter fuhren ihr Flugangebot auf den Strecken nach Italien und Asien teils deutlich zurück. „Zudem werden die Frequenzen auf innerdeutschen Verbindungen von Frankfurt nach Berlin, München, Hamburg und Paderborn sowie von München nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Bremen und Hannover verringert“, teilte der Dax-Konzern mit. Auf den innerdeutschen Strecken geht es insbesondere um Verbindungen im Halbstundentakt zum Beispiel aus Frankfurt und München. Lufthansa können nicht alle halbe Stunde mit spürbar leereren Maschinen fliegen, sagte ein Unternehmenssprecher.

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