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Notfallpläne für Grippe-Winter : An der Isolationspflicht wird meist festgehalten

  • -Aktualisiert am

Ende der Isolationspflicht: In Hessen gibt es keine Verpflichtung mehr zur Quarantäne. Bild: dpa

Egal wie hoch der Krankenstand ist – Betriebe und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur müssen einfach funktionieren. Deshalb gelten hier oft strengere Regeln als bei anderen Arbeitgebern.

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          Feuerwehr: Personalausfälle kann die Frankfurter Feuerwehr nach den Worten des stellvertretende Amtsleiter der Branddirektion, Thomas Jackel, gut kompensieren. Man habe in den vergangenen Corona-Jahren gelernt, dass es entscheidend sei, an welcher Position die Kollegen ausfallen. Das werde besonders bei der Leitstelle deutlich: „Wenn hier 20 Mitarbeitende ausfallen, ist das ein großes Problem.“ 20 Ausfälle bei den Feuer- und Rettungswachen seien hingegen leichter zu verkraften. Könne der Dienstbetrieb nicht sichergestellt werden, werde der Ausnahmezustand ausgerufen. Dann erfolge die Steuerung über die „etablierten Krisenstabstrukturen“. Mitarbeiter, die einen positiven Coronatest haben, werden weiterhin gebeten, sich abzusondern. Zumindest im beruflichen Kontext gelten für sie die Lockerungen der Isolationspflicht nicht.

          Hessische Landesbahn: Derzeit herrsche kein erhöhter Krankenstand im Konzern, sagt eine Sprecherin der Hessischen Landesbahn. Das sei erfreulich, denn „wenn Personal im großen Stil ausfallen sollte, können wir das auch nicht kompensieren.“ Dann müssten Sonder-, Ferien- oder Wochenendfahrpläne dauerhaft zum Einsatz kommen, so wie es schon zu Anfang der Pandemie zeitweise der Fall war. Grundsätzlich sei die Hessische Landesbahn bisher gut durch die Coronazeit gekommen. In diesem Herbst habe es sogar weniger Personalausfälle wegen Infektionen gegeben als in den beiden Vorjahren, schätzt die Sprecherin und führt das auf die Maskenpflicht zurück. Die Hessische Landesbahn will innerbetrieblich auf die Isolationspflicht verzichten und „auf den gesunden Menschenverstand“ ihrer Mitarbeiter zu vertrauen.

          Universitätsklinik Frankfurt: Als „stark rückläufig“ bezeichnet eine Sprecherin der Klinik die Infektionszahlen und die covid-assoziierten Hospitalisierungen auf den Stationen hessischer Krankenhäuser. Diesen Trend spiegele auch die gesunkene Zahl erkrankter Mitarbeiter in der Uniklinik wider. Sollten die Fallzahlen abermals stark steigen, sei das Klinikum vorbereitet. „Dies führt aber zwangsläufig zu einer Konzentration der Versorgung“, sagt die Sprecherin. Planbare Eingriffe und Therapien müssen dann verschoben werden. Das Uniklinikum kann nicht auf die Isolationspflicht für Mitarbeiter verzichten, da die Landesregierung Coronapositiven noch immer ein Tätigkeitsverbot für Krankenhäuser vorschreibt.

          Energieversorger: Ein regelmäßig tagender Arbeitskreis, Masken, Desinfektionsmittel, Selbsttests und zwei Betriebsärzte, die gegen Grippe und Corona impfen: Die Mainova versucht, ihre Belegschaft bestmöglich zu schützen. Ein Augenmerk liege dabei auf der Arbeitssicherheit insbesondere der Kraftwerks-Mannschaften, der Netz-Leitstellen und des Entstördienstes, sagt ein Sprecher des Versorgers. „Es gilt weiter: Wer im Homeoffice arbeiten kann, sollte dies in Absprache mit der Führungskraft auch nutzen.“ Schutzmaßnahmen kann auch die Süwag Energie AG über einen Krisenstab flexibel anordnen. Das Unternehmen achtet einer Sprecherin zufolge zudem auf möglichst „kontaktlose Übergabeprozesse im Schichtbetrieb, Anpassung von Schichtplänen und Vermeidung der Durchmischung von definierten Personengruppen“. Man wolle, ebenso wie die Offenbacher Evo-AG, an der betrieblich vereinbarten Isolationspflicht festhalten.

          Müllentsorgung: „Die Sommerwelle hat uns schon ganz schön durchgeschüttelt“, sagt ein Sprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), „weil sie auch mit der Urlaubszeit zusammengefallen ist.“ Derzeit bereiteten Grippe- und Corona-Erkrankungen dagegen keine großen Sorgen. Im Notfall würden die Krisenpläne rasch wieder greifen. Seit Ausbruch der Pandemie habe die FES keinerlei Dienstleistungen einschränken müssen. Im Fall eines massiven Personalmangels würde das Entsorgungsunternehmen nach Prioritäten arbeiten, etwa nach der Maßgabe: Entsorgung vor Straßenreinigung. Auf die Isolationspflicht will die FES nicht verzichten.

          Polizei: Die Einsatzbereitschaft jederzeit sicherzustellen, ist das erklärte Ziel der Hessischen Landespolizei. Personalausfälle konnten dem Frankfurter Präsidium zufolge bisher kompensiert werden, etwa durch Personalverschiebung innerhalb der sieben Polizeiflächenpräsidien oder durch Kräfte der Hessischen Bereitschaftspolizei. Damit die Polizei weiterhin gut durch die Infekt-Saison kommt, hält sie für ihre Beamten Masken, Desinfektionsmittel und Ähnliches bereit. Test- und Impfangebote können sie außerdem wahrnehmen, im Homeoffice arbeiten und Präsenzveranstaltungen vermeiden.

          Flughafen: „Wir setzen bereits seit Pandemiebeginn ein umfangreiches Hygienekonzept um, um sowohl Passagiere in den Terminals, als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen bestmöglich zu schützen“, sagt ein Sprecher der Fraport AG. Das Schutzkonzept sieht unter anderem vor, dass die Beschäftigten möglichst aus dem Homeoffice arbeiten. Was die Isolationspflicht angeht, folge Fraport den neuen hessischen Regeln. Es gebe aber die dringliche Empfehlung, im Falle einer Corona-Infektion möglichst aus dem Homeoffice zu arbeiten.

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