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Das will ich haben : Disko Partizani

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Mit kabellosen Kopfhörern ist es auch in Corona-Zeiten möglich zu feiern, ohne die Nachbarn zu stören. Bild: plainpicture/Westend61/Kiko Jime

Corona-Sehnsüchte: Die Clubs haben zu, die Nachbarn wollen schlafen. Da sind kabellose Kopfhörer unverzichtbar. Doch so einfach ist das gar nicht, den selben Song zur selben Zeit auf unterschiedlichen Geräten zu hören. Die Rettung heißt: Bluetooth-Splitter.

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          Es begann am 30. April. Mit der Mitbewohnerin saßen wir mit einem Glas Wein auf dem Balkon. Wir waren vom Lockdown gebeutelt, hatten seit Wochen fast niemanden mehr getroffen. Außer auf dem Weg zum Supermarkt, auf der verzweifelten Suche nach Toilettenpapier, kamen wir nicht vor die Tür.

          Da saßen wir also, und irgendwann sagte einer: „Normalerweise wäre jetzt Tanz in den Mai.“ Trauerkloßstimmung. Hass auf das Virus. Selbsthass, weil wir so verwöhnte Dinger sind, deren einziges Problem offenbar ist, dass sie nicht feiern können, wobei das vor der Pandemie nun auch nicht unbedingt zu unseren regelmäßigsten Aktivitäten gehörte. Dann die Idee: Wir zogen um in die Wohnung und schalteten die Stereoanlage ein. Wir tanzten zu zweit, holten noch einen Wein, bevor wir auf Gin Tonic umstiegen. In die Lampenfassung unserer Stehleuchte hatten wir die Disko-Glühbirne geschraubt, die mittels eines Prismas bunte Lichtkreise an die Decke wirft (übrigens auch eine ganz hervorragende Investition!). Nach dem zweiten Lied gab die Mitbewohnerin zu bedenken, die anderen Hausbewohner könnten vielleicht etwas dagegen haben, dass wir sie derart beschallen. Also steckten wir kabellose Kopfhörer in die Ohren und drückten immer gleichzeitig auf den Play-Button, wenn wir ein neues Lied ausgewählt hatten. Dass wir manchmal einen halbe Sekunde versetzt unterwegs waren, störte uns kaum. Vielleicht war es der Zauber des Moments. Oder der Gin Tonic. Die Party ging jedenfalls bis zwei Uhr morgens.

          Musik zu zweit allein hören

          Seitdem sind wir süchtig. Das wilde Herumtanzen – auf Socken, versteht sich –, das Gefühl, zusammen die Musik zu erleben, ausgelassen Spaß zu haben, hält uns in dieser Pandemie gesund. Zumindest mental.

          Weil das mit dem gleichzeitigen Drücken auf Dauer nervig ist und wir der Dame ein Stockwerk tiefer kaum erklären können, warum sie nun jede Woche eine Art Disko über sich ertragen muss, begaben wir uns also auf die Suche nach einer praktikableren Lösung.

          Die Rettung heißt: Bluetooth-Splitter. Für etwa 120 Euro bekommt man vom Kölner Unternehmen Oehlbach die Premium-Variante eines Geräts, das etwa zwei Verbindungen zweier kabelloser Kopfhörer gleichzeitig zum selben Smartphone zulässt. So wird es einfach, die Musik über ein Gerät zu steuern und trotzdem jede Expressionsfreiheit zu haben, da sich keine Kabel zwischen Stühlen, Füßen und Gin-Tonic-Gläsern verheddern können. Jetzt, da wir im zweiten Lockdown sind, beruhigt diese Erfindung ungemein. Unsere Tanzabende sind gesichert.

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