https://www.faz.net/-gzg-a5x81

Corona-Regeln in Hessen : Zu Weihnachten darf Oma ins Hotel – vielleicht

  • Aktualisiert am

Lieber mit: Die Maskenpflicht in Schulen wird ausgeweitet. Bild: dpa

Verschärft, aber über die Feiertage gelockert: Was die neuen Corona-Regeln für Hessen bedeuten. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Lage.

          4 Min.

          Damit die Familien dann gemeinsam Weihnachten feiern können“ – so lautet die Losung, die der hessische Ministerpräsident für die auch in den nächsten Wochen verlangte Corona-Disziplin ausgegeben hat. Es sei das Ziel, die Zahl der Neuinfektionen bis dahin so weit zu reduzieren, dass Zusammenkünfte am Weihnachtsbaum nicht ein zu großes Risiko bedeuteten. Das Paket, das die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten am Donnerstag schnürten, gilt vom 1. bis zum 20.Dezember, über die Festtage und bis zum Jahreswechsel wird die Schnur gelockert – was im neuen Jahr wird, ist offen. In Städten und Kreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 200 liegt, sollen die Kommunen über weitere Beschränkungen des Miteinanders entscheiden können.

          Soziale Kontakte

          Höchstens fünf – statt bisher zehn – Personen aus zwei Hausständen dürfen bis zum 20. Dezember im öffentlichen Raum zusammenkommen, im Privaten wird dies dringend empfohlen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

          Weihnachten und Silvester

          Bis zum Jahresende sind dann zehn Personen erlaubt, die Zahl der Haushalte ist nicht begrenzt, außerdem können so viele Kinder unter 14 Jahren dabei sein, wie sollen und wollen. Dabei komme es vor allem auf die eigene Vernunft an, dafür zu sorgen, dass die Infektionsgefahr möglichst gering bleibe, heißt es. Kontrollgänge der Polizei an Heiligabend sind nicht geplant. Für Silvester gilt die Devise: Feuerwerk im eigenen Garten ist erlaubt, draußen auf der Straße kommt es darauf an, wie viele Leute zusammenkommen, um auf ein „frohes Neues“ anzustoßen. Für öffentliche Plätze plant die Landesregierung ein allgemeines Feuerwerksverbot.

          Gottesdienste

          Bund und Länder wollen „religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter“ vermeiden. Was genau das für die Weihnachtsgottesdienste heißt, wird nicht ausgeführt. Angekündigt ist, dass die Regierungen „das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften“ darüber suchen. Dann soll vereinbart werden, wie Gottesdienste mit möglichst wenig Kontakt stattfinden können.

          Schulen und Kitas

          An den hessischen Schulen ändert sich durch die Beschlüsse nur wenig, Präsenzunterricht soll die Regel bleiben. Die Weihnachtsferien beginnen bundesweit am Samstag, 19. Dezember – in Hessen hätten sie dann ohnehin begonnen. Zuvor war diskutiert worden, den ersten Ferientag schon auf Mittwoch, 16. Dezember, vorzuziehen; dazu ist es nicht gekommen. Der Präsenzunterricht hat nach dem Beschluss von Bund und Ländern vom Mittwoch „höchste Priorität“, weil das Recht auf Bildung so am besten gewährleistet sei. Auf diese Stelle im Beschluss wies auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag noch einmal ausdrücklich hin. Geteilte Klassen kann es an hessischen Schulen geben, muss es aber nicht. Dabei spielt das Wort „schulspezifisch“ aus dem Beschluss eine wichtige Rolle: So soll bei mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner je nach Situation an den einzelnen Schulen entschieden werden, wie sich die Abstands- und Hygieneregeln besser einhalten lassen. Als Beispiel wird in diesem Zusammenhang „Hybrid- oder Wechselunterricht“ genannt.

          In Hessen wurde es schon zuvor so gehandhabt, dass besonders betroffene Städte und Landkreise Klassen halbierten, so dass die Schülergruppen im Wechsel zur Hälfte zu Hause und in der Schule lernen. So läuft es derzeit etwa in Offenbach. Es bleibt dabei, dass Grundschüler in Hessen keine Masken im Unterricht tragen müssen – anders als das etwa in Bayern schon vor den neuen Beschlüssen der Fall war. Von einer Inzidenz von mehr als 50 an herrscht von Klasse sieben an bundesweit auch im Unterricht Maskenpflicht. Bei den Jüngeren, auch Grundschülern, kann sie eingeführt werden. Lehrer und auch Schüler sollen künftig mehr Antigen-Schnelltests machen können, um Infektionsketten aufzudecken. Bei einem Corona-Fall in einer Klasse gehen nach dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch alle Schüler dieser Klasse vom Diagnosetag an für fünf Tage in Quarantäne, die Lehrer hingegen nicht. Auch für die Eltern der Schüler gilt keine Quarantänepflicht. Nach fünf Tagen (das Wochenende wird dabei mitgezählt) wird ein Schnelltest gemacht, ist er negativ, darf die Schülerin oder der Schüler wieder zum Unterricht.

          Weitere Themen

          Viel Arbeit für das hessische Corona-Kabinett

          Fragen bleiben offen : Viel Arbeit für das hessische Corona-Kabinett

          Lange debattierte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit den anderen Regierungschefs aus Bund und Ländern darüber, wie es im Kampf gegen die Pandemie weitergehen soll. Viele Fragen blieben offen. Der Lockdown wird verlängert.

          Topmeldungen

          „Make America great again“ war in erster Linie eine Kampfansage an andere Nationen.

          Amerikanische Außenpolitik : Trumps Vakuum

          Der 45. Präsident hinterlässt in den Vereinigten Staaten einen Trümmerhaufen. Die Weltpolitik war widerstandsfähiger.
          Guatemaltekische Soldaten versuchten am 17. Januar, Migranten in Chiquimula aufzuhalten.

          Migranten aus Honduras : Bidens erste Welle

          Tausende Migranten sind von Honduras Richtung Vereinigte Staaten aufgebrochen. Es ist ein erster Test für die Beziehung zwischen Mexiko und der neuen Regierung in Washington.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.