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Corona-Proteste : Wo bleibt der Widerspruch?

Hauptsache dagegen: Mehr als Zweitausend Impfgegner, Coronaleugner und Querdenker demonstrieren in der Innenstadt von Frankfurt am Main gegen die Corona-Maßnahmen. Bild: dpa

Seit Wochen bestimmen die Aufmärsche der „Querdenker“ die Bilder und Nachrichten. Dabei kann die große Mehrheit mit der Radikalopposition der Bewegung nichts anfangen. Warum sind die Besonnenen und Vernünftigen im Moment so still?

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          Auf der Plattform nebenan.de sucht eine Frau Mitstreiter. Sie wohnt im Oeder Weg im Frankfurter Nordend, seit zwei Wochenenden beobachtet sie den Demonstrationszug von „Querdenkern“ und Impfgegnern, der nun immer samstags durch ih­re Straße zieht. Dem Aufmarsch möchte sie etwas entgegensetzen, doch zu einer Gegendemons­tration ruft sie nicht auf. Sie wünscht sich einen leisen Protest und schlägt deshalb vor, dass die Menschen in der Nachbarschaft einen Stoffstreifen aus dem Fenster hängen oder an den Zaun vor ihr Wohnhaus binden, um zu zeigen, dass sie anderer Meinung sind.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf den Stoffstreifen, schreibt sie, könne man Botschaften hinterlassen: „Wir denken nicht quer“, „Impfen retten Leben“ oder „Freiheit fängt da an, wo ich das Leben anderer nicht ge­fährde“. Mit ihrem Aufruf in dem digitalen Nachbarschaftsforum will die Frau „einen Stein ins Rollen bringen“. Warum ihr das wichtig ist, erklärt sie auch: „Weil nichts tun für mich kein Weg ist.“

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