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Corona-Pandemie in Hessen : Erstmals seit Anfang März weniger als zehn Neuinfektionen

Bilanz: Das Ministerium von Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) berichtet täglich über die Corona-Statistik in Hessen Bild: dpa

Der Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen ist zum Montag in Hessen außergewöhnlich niedrig ausgefallen. Zudem ist kein weiteres Todesopfer in Verbindung mit der Pandemie gemeldet worden.

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          Nach zwei heftigen Ausschlägen nach oben nun ausgesprochen wenige bestätigte Coronavirus-Neuinfektionen in Hessen: In der Nacht vom Sonntag auf Montag sind zwischen der Grenze zu Niedersachsen und dem südlichen Odenwald ganze acht neue Fälle gemeldet worden, wie das Sozialministerium und das in der Seuchenbekämpfung federführende Robert-Koch-Institut (RKI) melden. Ähnlich niedrige Zahlen hatte es zuletzt im ersten März-Drittel gegeben, also zu Beginn der Pandemie in diesem Bundesland.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gleichzeitig gab es demnach kein weiteres Todesopfer im Zusammenhang mit der Pandemie. Dafür ist die Zahl der Patienten, die als von ihrer Infektion genesen gelten, um etwa 100 auf 8500 gestiegen. Auf ein Corona-Opfer kommen 18,5 Genesene. Dieser Wert ist stabil.

          Mit Blick auf die wichtige Marke 50 bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz sind alle kreisfreien Städte und Landkreise nach wie vor auf der sicheren Seite. Diese Inzidenz bezieht sich auf die neuen Fälle je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Sollte der Wert 50 überschritten werden, könnte das jeweilige Gesundheitsamt eine Rücknahme von Lockerungen der Corona-Regeln verfügen. Für den Lahn-Dill-Kreis und den Vogelsberg weist das Land den Wert null aus. Fünf Kreisen kommen auf eine Eins. Der Main-Taunus-Kreis ist mit dem Wert 13 der Spitzenreiter in dieser Negativliste.

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          Der Anstieg der Neuinfektionen beträgt weniger als 0,1 Prozent. Er fällt damit so niedrig aus wie seit Anfang März nicht. Seinerzeit hatten die Gesundheitsämter in Hessen erstmals Covid-19-Fälle gemeldet. Die bestätigten Infektionen seit Anfang März summieren sich 9770. 460 Corona-Opfer sind bisher bekannt.

          In den vergangenen Tagen hatten zwei große Coronavirus-Ausbrüche in Rhein-Main die positive Entwicklung getrübt. Zum einen meldete das Frankfurter Gesundheitsamt mehr als 70 Fälle in einem Flüchtlingsheim. Am Wochenende wurden 107 Neuinfektionen unter Mitglieder einer Baptisten-Gemeinde bekannt. Die Infizierten leben nicht nur in Frankfurt, wo die Gemeinde sitzt, sondern kommen auch aus umliegenden Landkreisen.

          Auffallend viele Neuinfektionen

          1561 der 9770 Infektionen seit Anfang März entfallen auf die Stadt Frankfurt. Für die vergangenen sieben Tage stehen in der Mainmetropole 87 neue Fälle zu Buche, in Offenbach dagegen 14, in Wiesbaden 33 und in Darmstadt nur zwei. Nach Frankfurt und Wiesbaden weisen der Main-Taunus-Kreis und der Main-Kinzig-Kreis auffallend viele Neuinfektionen binnen Wochenfrist auf; es sind jeweils 30. Der Landkreis Offenbach kommt sogar auf 32. Auch die Wetterau hat mit 18 relativ viele neue Fälle. Dies dürfte auch mit dem Fall der Baptisten-Gemeinde zu tun haben. In den Kreisen Gießen, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und Waldeck-Frankenberg sind es dagegen nur jeweils zwei.

          Mit Blick auf die Zahl der Genesenen ist aber Folgendes zu beachten: Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin am Sitz des Instituts. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen lediglich.

          Wie das Hessische Sozialministerium vergangene Woche berichtete, lagen seinerzeit 572 Covid-19-Patienten in hessischen Kliniken. 110 von ihnen mussten demnach beatmet werden. 9841 Betten seien frei gewesen. Das Gleiche galt laut Ministerium für 853 Betten mit Beatmungsgeräten. Weil auch in dieser Hinsicht kein Notstand besteht, kommt eine kostengünstige Marburger Erfindung aktuell nicht zum Zuge.

          Das RKI berücksichtigt jene Fälle, die am jeweiligen Tag um 0.00 Uhr übermittelt wurden. „Für die Darstellung der neu übermittelten Fälle je Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI könnten einige Tage vergehen. In solchen Fällen ist von Meldeverzug die Rede.

          Das aktuelle Corona-Bulletin des Sozialministeriums findet sich hier.

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