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Drei Kreise unter Inzidenz 1 : Nur sieben Regionen mit höherer Inzidenz als Frankfurt

Coronakonform: Sie paddeln erfrischend mit Abstand, was auch in Frankfurt weiter nicht schaden kann Bild: Michael Braunschädel

In Hessen sinkt die zentrale Corona-Kennziffer minimal und bleibt leicht über dem Durchschnitt im Bund. In Frankfurt legt sie aber zu. Drei weitere Kreise liegen nun nahe der Null-Linie.

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          Die neuen Corona-Regeln gelten in Hessen nun den zweiten Tag. Sie lösen den bisherigen Stufenplan ab und bringen mehr Freiheiten mit sich. Die gute Nachricht: Die Menschen in Hessen haben sich in der ersten Nacht mit weiteren Lockerungen weitgehend besonnen verhalten. Die Polizeipräsidien meldeten am Samstag keine größere Vorkommnisse. Lediglich in der Landeshauptstadt Wiesbaden gab es den Angaben zufolge vereinzelt Beschwerden wegen Ruhestörung, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Am Freitag wurde die Maskenpflicht im Freien aufgehoben, für private Treffen gibt es aktuell keine Einschränkungen mehr. Welche Regeln im Einzelnen gelten, können Sie hier nachlesen.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Derweil kommen wiederum unter dem Strich erfreuliche Nachrichten zum Infektionsgeschehen in Hessen. Die Inzidenz als zentrale Kennziffer ist weiter gesunken, wenn auch nur minimal. Sie liegt weiter etwas über dem Durchschnitt im Bund. Allerdings weisen mittlerweile vier andere Bundesländer höhere Werte auf als Hessen, zuvor waren es nur Baden-Württemberg und Hamburg gewesen. Anders als in vielen anderen Regionen in Hessen legt die Inzidenz in Frankfurt wieder zu und ist von 17 (Freitag) auf 19 gestiegen. Frankfurt bleibt dadurch nicht nur Corona-Tabellenführer in Hessen – die Stadt klettert auch in der Deutschland-Rangliste nach oben. Nur sieben Regionen kommen auf mehr binnen Wochenfrist verzeichnete positive PCR-Tests unter 100.000 Einwohnern, wie der Internetseite des Robert Koch-Instituts zu entnehmen ist. Dabei ist der Inzidenzwert in Frankfurt aber relativ niedrig, vor einem Monat war sie doppelt so hoch.

          Auch und gerade wegen der fortschreitenden Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante des Coronavirus rät das Sozialministerium weiter zur Vorsicht und zur Beachtung der üblichen Hygieneregeln. Dazu gehören Abstand halten, Hände waschen und das Tragen einer Maske.

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          Laut RKI haben die hessischen Gesundheitsämter über Nacht 85 neue Fälle gemeldet. Vor einer Woche waren es noch 177 gewesen, vor einem Monat 539. Seit dem 29. Mai ist die Inzidenz in Hessen von 46 auf 7,5 gesunken; am Vortag betrug sie 7,7. Die gesamte hessische Corona-Landkarte leuchtet nun rapsgelb, denn alle Kreise und Großstädte haben eine Inzidenz von weit weniger als 35. Frankfurt kommt auf fast 19, an zweiter Stelle folgt der Main-Taunus-Kreis mit gut 15. Am besten steht der Vogelsberg da: Dort wurden seit Tagen keine Infektionen mehr registiert. Unter dem Wert eins rangieren nun die Kreise Lahn-Dill, Limburg-Weilburg und Schwalm-Eder

          290.623 Menschen in dem zentral gelegenen Bundesland haben sich seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Rund 1900 Infektionen gelten als noch nicht überstanden, etwa 100 weniger als am Freitag. Zuletzt dominierte die erstmals in Großbritannien festgestellte Alpha-Mutante, Delta kommt aber laut RKI inzwischen schon auf mehr als 15 Prozent nach gut sechs Prozent vor gut einer Woche.

          Weniger Intensiv-Patienten mit Covid-19

          Zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie sind seit Freitag gemeldet worden. Insgesamt sind bislang 7503 Menschen in Hessen an oder mit Covid-19 gestorben.

          Wie das Sozialministerium der F.A.Z. am Freitag mitteilte, lagen zuletzt in den hessischen Krankenhäusern 69 Patientinnen und Patienten mit gesicherter Covid-19 Infektion auf Normalstationen. 96 Verdachtsfälle kommen demnach hinzu. Intensivstationen betreuen Stand Samstag 93 Corona-Kranke, 85 von ihnen müssen beatmet werden, 57 von ihnen laut der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin invasiv.

          52,6 Prozent der Hessen mit erster Impfung

          Nach einem Zwischenspurt hinkt Hessen im Vergleich zum Bund beim Impfen wieder etwas hinterher: 52,6 Prozent der Menschen in Hessen haben bisher eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Hessen liegt nun 0,7 Punkte unter dem Durchschnitt im Bund. Spitzenreiter ist Bremen mit 60,8 Prozent Erstgeimpften – Rheinland-Pfalz kommt auf 54,1. Bei den vollständig Geimpften hinkt Hessen dem Mittelwert im Bund deutlicher hinterher. Hessen kommt auf 32,9 Prozent, das sind 1,9 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt, die Lücke schließt sich aber etwas. 3,31 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft, 2,07 Millionen haben bereits einen vollständigen Impfschutz.

          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher mehr als 1,63 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und seit 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen. „Jetzt gilt es, nicht nachzulassen: Lassen Sie sich impfen, sobald Sie ein Impfangebot erhalten – damit wir auch für den Herbst gewappnet sind“, lautet der Appell der Landesregierung.

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