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Corona-Lockerungen in Hessen : Es geht wieder los: Viele Restaurants machen auf

Gut gelaunt am Freitagmittag: Inhaber Christian Dressler (Mitte) mit Gästen in der Frankfurter Lohrbergschänke Bild: Frank Rumpenhorst

Dank der Lockerungen der Corona-Regeln dürfen Restaurants wieder öffnen. Doch es gelten weiterhin strenge Vorschriften. Nicht alle wollen diese annehmen.

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          Der Freitag, 15. Mai 2020, wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem in Hessen die Gastwirte einen beispiellosen Eingriff in ihre unternehmerischen Freiheiten als beendet ansehen durften. Und andere die Gelegenheit, wieder zu tun, was sie gemeinhin tun, verstreichen ließen, aus Protest. Zu Ersteren gehört Christian Dressler, der Pächter der Lohrbergschänke in Frankfurt.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als er um 11 Uhr die Tür zu seinem Lokal nach Wochen des Lockdown wieder öffnete, ließen die Gäste nicht lange auf sich warten. Zu schön die Gelegenheit, wieder Schnitzel und Handkäs zu verspeisen, Bier und Apfelwein zu trinken, wie es in Vor-Corona-Zeiten Usus war. Auswärts essen, sich bedienen lassen, Gemeinschaft erleben, das wollten viele wieder. Unterdessen spüren Gäste und Gastgeber, dass auch jetzt, da Restaurants, Bars und Kneipen öffnen dürfen, längst nicht alles so ist wie vor der Krise.

          Wer ein Lokal betritt, muss sofort seine Hände desinfizieren, muss seinen Namen und seine Kontaktdaten hinterlassen, muss peinlich genau vorgegebenen Wegen folgen und immer die Abstandsregeln einhalten. Lokalbesitzer haben darüber zu wachen, dass alles läuft, wie es soll, und das haben sie mit einer Schutzmaske an zu tun. All das, sagen etliche, die ihre Betriebe vorerst zu lassen, sei hinzunehmen, nicht aber, dass sie gezwungen seien, mit einem Bruchteil ihres möglichen Umsatzes auszukommen: Je fünf Quadratmeter Gastfläche, Waschräume inbegriffen, darf nur eine Person bewirtet werden; diese Regelung gilt nur in Hessen.

          Vor allem Bars und kleine Gaststätten seien dadurch unangemessen benachteiligt, sagt etwa die Frankfurter Initiative Gastronomie. Sie hat ihre Mitglieder, zu denen vor allem Szene-Gastronomen gehören, dazu aufgerufen, ihre Lokale vorerst geschlossen zu halten. Das solle als eine Art Demonstration gesehen werden, heißt es, und als Appell an die Landesregierung, die Fünf-Quadratmeter-Regelung zurückzunehmen, mindestens aber zu modifizieren. Zu einem Fast-Normalbetrieb zurückkehren dürfen unterdessen auch Hotels, sie können wieder Touristen beherbergen – aber längst nicht alle sind schon an diesem Wochenende wieder offen.

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