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Wirtschaft für mehr Freiheiten : Hessen plant weitere Öffnung der Schulen und Kitas

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Viel Abstand: Hessen möchte die Schulen wieder für mehr Schüler öffnen. (Symbolbild) Bild: dpa

Hessen will seine Schüler vom 18. Mai an schrittweise an die Schulen zurückholen. Minister Klose kündigt auch Lockerungen für Kitas an. Die hessische Wirtschaft fordert derweil weitere Lockerungen im Alltag.

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          In Hessen soll am 18. Mai für zahlreiche weitere Schüler wieder der Unterricht in eingeschränkter Form beginnen. Darunter sind die Viertklässler und viele Schüler an weiterführenden Schulen. Die übrigen Grundschüler sollen dann am 2. Juni in die Klassenräume zurückkehren, wie das Kultusministerium am Dienstag auf dpa-Anfrage in Wiesbaden mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie werden in Hessen derzeit nur die Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen unterrichtet. Die hessische Wirtschaft fordert derweil weitere Lockerungen im Alltag.

          Vom 18. Mai an soll ein Schulbetrieb unter anderem für die Sekundarstufe I und die Einführungsphase der Sekundarstufe II zumindest eingeschränkt anlaufen, erläuterte das Ministerium. Damit wären alle Schüler an weiterführenden Schulen zumindest zeitweise wieder im Unterricht. Außerdem ist eine weitere Öffnung der Berufsschulen geplant.

          „Damit bleiben wir in unserer Gesamtlogik, indem wir Schritt für Schritt von den älteren Schülern zu den jüngeren Schülern gehen“, erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Der Schulbetrieb in diesem Schuljahr werde sich weiter aus Präsenztagen in der Schule und Lernen von zuhause aus zusammensetzen.

          Pläne im Einklang

          Für die Abschlussjahrgänge an den Schulen hatte am 27. April wieder der Unterricht begonnen. Das betrifft rund 110.000 Jugendliche, die sich beispielsweise auf den Haupt- oder Realschulabschluss vorbereiten. Eine geplante, zeitgleiche Öffnung auch für die 4. Klassen der Grundschulen war vom Verwaltungsgerichtshof gekippt worden.

          Die geplanten Öffnungen der Schulen für den Unterricht zum 18. Mai seien im Einklang mit der in der Kultusministerkonferenz besprochenen Zeitplanung der anderen Länder, sagte Lorz. Er bekräftigte, dass man nun zunächst einen Beschluss der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abwarten wolle, inwiefern sich die hessischen Pläne im Einklang mit der bundesweiten Planung bewegten. Die Bund-Länder-Schalte ist für diesen Mittwoch geplant.

          Klose will mit Kita-Trägern reden

          Mit den Trägern der Kindertagesstätten wolle er Gespräche darüber beginnen, wie es in den Kitas und der Kindertagespflege zu einem eingeschränkten Regelbetrieb kommen kann, erklärte Klose. Eine Öffnung der Kitas sei jedoch nicht einfach, „denn einer Vierjährigen Abstandsregeln beizubringen, stößt zwangsläufig an Grenzen“. Eingeschränkt werde der Regelbetrieb aber auch sein, weil das Betreuungspersonal aufgrund seines Alters oder von Vorerkrankungen nicht vollständig zur Verfügung steht.

          Auch für die Geschäfte und den Handel müsse es eine Perspektive geben, betonte der Minister. Das weitere Vorgehen für die Gastronomie werde Bestandteil der Chefgespräche sein. Die Landesregierung werde ferner einen Stufenplan vorstellen, wie wieder mehr soziales und kulturelles Leben im Land möglichen sein wird.

          Der Hessische Städtetag hat für die bevorstehenden Lockerungen in der Corona-Krise eine ausreichende Vorlaufzeit für die Kommunen angemahnt. „Die Erfahrungen der letzten Woche zeigen, dass die Öffnung von öffentlichen Einrichtungen eine längere Vorbereitungszeit braucht“, sagte der Präsident des Hessischen Städtetages, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). „Das nimmt mehr Zeit als nur ein Wochenende in Anspruch.“ Außerdem forderte der Städtetag vor den anstehenden Bund-Länder-Chefgesprächen am Mittwoch bundeseinheitliche Regelungen.

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