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Impfquote kommt kaum voran : Lage auf den Intensivstationen entspannt sich nur ein wenig

Verkabelt: Ein Pfleger kümmert sich auf einer Frankfurter Intensivstation in Schutzausrüstung um einen Corona-Kranken Bild: Frank Röth

Die beiden neuen Richtwerte für die Corona-Politik sinken in Hessen. Gleiches gilt für die Inzidenz. Dessen ungeachtet bleibt Offenbach einer der Hotspots in Deutschland.

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          Das Corona-Infektionsgeschehen in Hessen beruhigt sich weiter, es bleibt aber auf recht hohem Niveau. Dies zeigen die neuen Daten. Ein wesentlicher Richtwert ist neuerdings die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz. Sie beschreibt, wie viele Personen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus landesweit neu aufgenommen wurden. Dieser Wert sinkt seit einigen Tagen. Gleiches gilt für die zweite wesentliche Kennziffer, die Belegung der Intensivbetten. Sie entfernt sich mithin von der Schwelle, von der an erweiterte Schutzvorschriften des Landes vorgesehen sind. Wobei das Land diese Regeln noch genau ausformulieren muss.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Abwärts geht es auch mit der bisher ausschlaggebenden Kennziffer Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist verzeichneten Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern. Hessen bleibt aber über dem Durchschnitt im Bund, der 72 beträgt. Dies folgt aus Angaben auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts. Dabei bewegen sich Darmstadt, Frankfurt und Offenbach sowie die Kreise Fulda, Limburg-Weilburg und Offenbach über der Marke von 100. Nur fünf Städte und Regionen in Deutschland haben eine höhere Inzidenz als die Nachbarstadt von Frankfurt. Dagegen kommen die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner auf Werte unter 30.

          Intensivstationen voller als vor einer Woche

          Die hessischen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) weniger neue Fälle gemeldet als vor einer Woche. 659 neue Fälle nach knapp 1300 vergleichen sich aber mit lediglich 146 vor zwei Monaten. Die Inzidenz ist seitdem von gut 13 auf nun 81 gestiegen, wobei es seit wenigen Tagen aber stetig wieder abwärts geht mit diesem Wert. Allerdings ist die Inzidenz ein Frühindikator und zieht mit einigen Wochen Verzug vermehrt Corona-Kranke in Kliniken nach sich: Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) mussten zuletzt 146 Covid-Patienten intensivmedizinisch betreut werden nach 130 vor einer Woche.

          Die Zahl der invasiv beatmeten Kranken stieg seitdem um etwa 25 auf knapp 80 bei ebenfalls leicht fallender Tendenz. Hinzu kommen nach Angaben des Landes deutlich mehr als 300 Covid-Patienten auf Normalstationen, zuzüglich mehrerer Dutzend Verdachtsfälle. Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt 2,1, wie das Sozialministerium unter Verweis auf der RKI berichtet. Vor einer Woche hat der Wert 2,6 betragen. Wichtig: Diese Kennziffer bildet nicht die gesamte Belegung von Intensivbetten für Corona-Kranke ab. 60 solcher Betten sind laut Divi derzeit frei. Die Notfallreserve beläuft sich demnach auf 760. Das sind die innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellbaren Intensivbetten.

          Überschreitet die Zahl der Intensivpatienten die Marke 200, werden weitergehende Schutzregeln fällig, so das Land Hessen. Gleiches gilt, sollte die Hospitalisierungsinzidenz über acht klettern. Welche Corona-Regeln in Hessen derzeit gelten, findet sich hier.

          73 Prozent der Erwachsenen durchgeimpft

          Trotz der Aktionswoche #HierWirdGeimpft kommt die Impfquote nur schleppend voran. Laut RKI sind in Hessen knapp 73 Prozent der Menschen durchgeimpft. Das sind 1,5 Prozentpunkte weniger als im Bund. 26,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen über zwölf Jahren haben beide angezeigten Spritzen gegen das Coronavirus bekommen. Gut 28.000 Hessinnen und Hessen haben schon die dritte Dosis erhalten. Nur Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen weisen höhere Werte auf.

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