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Corona-Krise in Frankfurt : Lernen aus der ersten Welle

Engpässe und wirre Kommunikation: Wie Mediziner und Gesundheitsexperten auf die Corona-Krise blicken Bild: Thomas Fuchs

Was lief gut in der Corona-Krise, was nicht? Diese Frage beantworten Fachleute aus Kliniken, Praxen und Ämtern auf einer Tagung in Frankfurt.

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          Perfekt ist es bei weitem nicht gelaufen. René Gottschalk, seit fast zehn Jahren Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt, blickt eher mit gemischten Gefühlen auf die bereits zurückliegende Zeit der Pandemie. Wenn er einmal anfängt zu wettern, klingt es fast, als sei alles schiefgegangen. Stimmt natürlich nicht: Die Versorgungslage in Deutschland ist gut, der Impfstoff kommt voran, ein Kollaps des Gesundheitssystems wurde bisher vermieden. Aber die zweite Welle habe uns im Griff, und das hätte nicht sein müssen. Besonders kritisch sieht Gottschalk drei Punkte: Fehlinformationen, schlechte Kommunikation und mangelnde Prävention.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Bezug auf das Coronavirus kursieren besonders viele falsche Informationen. Gottschalk räumte in einem Vortrag am Mittwoch vor einem Publikum aus Medizinern, die sich bei der hessischen Ärzteakademie über Erkenntnisse zur Pandemie austauschen wollten, mit einigen Falschmeldungen auf, die sich hartnäckig festgesetzt hätten. Zum Beispiel mit der Theorie, dass das Virus über Aerosole verbreitet wird. „Es gibt keine Evidenz dafür, dass Sars-CoV-2 über Aerosole übertragen wird – auch wenn das anders behauptet wird.“ Das Virus gelange über Tröpfchen zu anderen Menschen. Anders als etwa Masern, die wirklich über Aerosole verbreitet werden, könne sich keine Person, die zwei Stunden später in einen Raum kommt, in dem ein Infizierter saß, noch mit Corona anstecken. Daher helfe Abstand und das Tragen einer Maske so gut, sagt Gottschalk.

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