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Inzidenz steigt in Frankfurt : Klinik-Chef gegen kostenpflichtige Corona-Tests

Hereinspaziert: Im Darmstadtium gibt es zwei Sonder-Impftage Bild: dpa

Zum Wochenende weist die Kurve der zentralen Corona-Kennziffer am Main und in Hessen wieder nach oben. Im Darmstädter Impfzentrum gibt es Sonder-Impftage.

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          Noch nicht gegen Corona geimpft und in Südhessen daheim oder gerade unterwegs? Kein Problem: Im Darmstädter Impfzentrum im Darmstadtium läuft der Tag der offenen Tür. Denn Personen über 18 Jahre können sich dort bis 21 Uhr am Samstag impfen lassen, ganz ohne Voranmeldung. Am Sonntag folgt dann der Familientag. Verimpft wird von 10 Uhr an das Produkt von BioNTech.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Allerdings ist die Inzidenz über Nacht am Main wieder leicht gestiegen, wie sich aus dem Bulletin des Sozialministeriums und Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ergibt. Auch in Hessen weist der Trend wieder nach oben. Zudem gibt es weniger Regionen mit einer einstelligen Zahl binnen Wochenfrist verzeichneter Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern und mehr nicht ausgestandene Infektionen. 21 der 26 Kreise und Großstädte weisen nun zweistellige Werte auf. Die Zahl der auf Intensivstationen beatmeten Corona-Kranken stagniert auf recht niedrigem Niveau.

          Der Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums hält derweil nichts von dem Vorschlag, dass Ungeimpfte von Herbst an Corona-Tests selbst zahlen sollen. „Tests kostenpflichtig zu machen, führt zum Gegenteil dessen, was wir wünschen“, sagte Professor Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikum Frankfurt, der Deutschen Presse-Agentur. Das hatten unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und mehrere Politiker gefordert. Gerade in Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen seien die Infektionszahlen in der Regel sehr hoch. Müssten diese Menschen für Tests zahlen, würden in Summe weniger gemacht.

          Mehr nicht auskurierte Fälle

          Laut RKI haben die hessischen Gesundheitsämter über Nacht 181 neue positive PCR-Tests gemeldet nach 150 vor einer Woche und 123 vor einem Monat. Offiziell haben sich 294.768 Personen in Hessen seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Das sind etwa 4,7 Prozent der Landesbevölkerung. Etwa 2200 Fälle gelten als noch aktiv, 100 mehr als am Freitag.

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          Zwei weitere Tote im Zusammenhang mit der Pandemie gilt es zu betrauern. Alles in allem sind laut RKI 7587 Menschen in Hessen an oder mit Covid-19 gestorben. Auf den Intensivstationen im Bundesland wurden nach Daten des Divi-Registers 36 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, einer weniger als zuletzt. 13 von ihnen mussten invasiv beatmet werden, die Zahl ist unverändert. 68 Patienten auf Normalstationen nach 49 vor einer Woche und 59 Verdachtsfälle kamen zuletzt hinzu, wie das Sozialministerium der F.A.Z. mitteilt. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

          Beim Impfen weiter unter dem Durchschnitt

          Bei den Impfquoten liegt Hessen aber anhaltend unter dem Durchschnitt im Bund. Das hat sich auch zum Freitag nicht geändert. Beim Anteil der Durchgeimpften verliert das Bundesland sogar wieder an Boden. Hessen kommt auf 50,6 Prozent und damit 0,9 Punkte weniger als der Mittelwert, Rheinland-Pfalz weist 52 Prozent aus. 3,894 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft, 3,18 Millionen haben bereits einen vollständigen Impfschutz. Die Zahlen beziehen sich laut RKI auf die gesamte Landesbevölkerung. Hessen zählt insgesamt etwa 6,3 Millionen Einwohner.

          Auch bei den Erstimpfungen liegt das zentral gelegene Bundesland unter der bundesweiten Quote: 61,2 Prozent der Menschen in Hessen haben nach neuesten Daten eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Hessen liegt nun 0,3 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter ist Bremen mit 70,4 Prozent Erstgeimpften – Rheinland-Pfalz kommt auf 62,9.

          Von Montag an gilt angesichts dessen das Wohnort-Prinzip in den 28 Impfzentren nicht mehr. Hessen können sich dann eine vorbeugende Spritze gegen Covid-19 geben lassen, wo sie mögen und drankommen. In Wiesbaden etwa sind zuletzt, anders als vor der Frankfurter Festhalle, keine Schlangen von Impflingen zu sehen gewesen.

          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher gut 2,52 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und am 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen.

          Auch Hessen gibt AstraZeneca-Impfstoff zurück

          Hessen bereitet sich darauf vor, nicht benötigten Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca an den Bund zurückzusenden. Es sei absehbar, dass ein Großteil dieses Impfstoffes in den hessischen Impfzentren keine Verwendung finden werde, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Wiesbaden auf dpa-Anfrage mit. Zunächst seien die 28 Impfzentren aufgefordert, nicht benötigten Impfstoff an das Land zurückzusenden. Dies seien zwischen 100.000 und 120.000 Dosen der Firma AstraZeneca.

          Gemeinsam mit den rund 70.000 Impfdosen von AstraZeneca, die sich noch im Landeslager befinden, soll das Produkt zurückgeschickt werden, sobald der Bund zustimme. Dann könnten sie an Drittstaaten gespendet werden. Sie sind laut Innenministerium bis zu sechs Monate bei zwei bis acht Grad Celsius lagerfähig. Das früheste Verfallsdatum bei den hessischen Beständen sei der 1. Oktober 2021.

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