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Impf-Sonderaktionen : Inzidenz in Frankfurt sinkt leicht

Niedrigschwellig: Im Main-Kinzig-Kreis ist ein Impf-Bus an bestimmten Tagen unterwegs Bild: Maximilian von Lachner

In Hessen legt die zentrale Corona-Kennziffer weiter leicht zu und liegt über dem Niveau vom vergangenen Samstag. Das gilt besonders für einen Kreis in der Nähe von Frankfurt.

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          Welche Region kann derzeit von sich behaupten, binnen Wochenfrist ohne Corona-Neuinfektion geblieben zu sein? Die Antwort: keine. Wies zum Wochenschluss noch der Vogelsberg als einziger Landkreis in Hessen in dieser Hinsicht eine weiße Weste auf, so berichtet das Sozialministerium nun von drei über Nacht verzeichneten neuen Fällen. Dadurch ist auch die Null-Inzidenz hinfällig. Immerhin haben die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder seit Freitag keine Neuinfektion gemeldet. Sie zählen zu den zehn Landkreisen in Hessen, die innerhalb der vergangenen sieben Tage weniger als fünf neue Fälle unter 100.000 Einwohnern verzeichnet haben.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Alle fünf Großstädte liegen über dieser Marke, wobei Wiesbaden mit einem Kennwert von knapp acht am besten dasteht. Frankfurt kommt laut Robert-Koch-Institut auf 19,3. Das ist zwar der höchste Wert unter den hessischen Großstädten, aber zum Freitag lag die Mainmetropole noch 1,3 Punkte darüber. Insofern hat sich das Infektionsgeschehen ein klein wenig beruhigt. Dessen ungeachtet bleibt Frankfurt unter den fünf Städten und Kreisen in ganz Deutschland mit den höchsten Inzidenzen und liegt auf Platz fünf. Direkt davor rangiert nun der Main-Taunus-Kreis. Dort ist die Inzidenz mit 19,7 mehr als doppelt so hoch wie vor einer Woche. In Deutschland hat nur Bremen eine höhere Kennziffer als Hessen.

          Mehrere Impf-Sonderaktionen

          Am Sonntag wird in Büdingen den gesamten Tag über das Produkt von Johnson & Johnson verabreicht, das nur eine Injektion erfordert. Der Landkreis Wetterau begründet dies mit dem großen Erfolg einer solchen Aktion vor wenigen Wochen. Gleiches hatte es auch in Butzbach gegeben. Noch bis Sonntag läuft eine Impfaktion mit Johnson & Johnson in der Frankfurter Festhalle für 2600 Frankfurter. Im Main-Kinzig-Kreis ist an bestimmten Tagen ein Impfbus unterwegs. Genaue Termine finden sich hier.

          Die Mainzer Uni-Medizin hat einen neuen Behandlungsansatz gegen Covid-19 entdeckt. Dabei geht es um ein gerinnungshemmendes Protein. Daraus könnten neue Medikamente entstehen.

          Trendwende bei Inzidenz?

          Laut RKI haben hessische Gesundheitsämter über Nacht 129 neue Fälle gemeldet nach 123 vor einer Woche und 177 vor einem Monat. Offiziell haben sich bisher 291.670 Menschen in Hessen mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Es gelten etwa 1200 Infektionen als noch aktiv, das bedeutet eine leichte Zunahme. Seit dem 12. Juni ist die Hessen-Inzidenz von 22,1 auf 8,9 gefallen. In jüngster Zeit legt sie aber wieder zu; am Freitag hatte das RKI den Wert 8,5 gemeldet. Drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 hat das Bundesinstitut verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres sind es 7555.

          57 Prozent der Hessen mit erster Impfung

          Bei beiden Impfquoten liegt das zentral gelegene Bundesland weiter unter dem Durchschnitt im Bund. Nach einem Zwischenspurt hinkt Hessen im Vergleich zum Bund beim Impfen wieder etwas hinterher: 56,2 Prozent der Menschen in Hessen haben nach neuesten Daten eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Hessen liegt nun 0,9 Punkte unter dem Durchschnitt im Bund, 0,2 besser als am Donnerstag. Spitzenreiter ist Bremen mit 67 Prozent Erstgeimpften – Rheinland-Pfalz kommt auf 59.

          Bei den vollständig Geimpften hinkt Hessen dem Mittelwert im Bund deutlicher hinterher. Hessen kommt auf 40,2 Prozent, das sind 1,3 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt, die Lücke schließt sich aber etwas. 3,58 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft, 2,52 Millionen haben bereits einen vollständigen Impfschutz, das sind gut 40 Prozent.

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          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher mehr als 2,01 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und seit 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen.

          Das Land versucht derweil, die in anderen Ländern um sich greifende Impfmüdigkeit in Hessen gar nicht erst aufkommen zu lassen. „Jetzt gilt es, nicht nachzulassen: Lassen Sie sich impfen, sobald Sie ein Impfangebot erhalten – damit wir auch für den Herbst gewappnet sind“, lautet der Appell der Landesregierung.

          Was tun, wenn der Hausarzt früher impft als das Impfzentrum?

          Das Land Hessen bittet die Bürger, fürs Impfzentrum gebuchte Termine nicht einfach verfallen zu lassen, falls sie diese nicht wahrnehmen können oder wollen. Wer etwa die Chance auf eine frühere Impfung bei Hausarzt oder Hausärztin erhält, möge zeitnah die Registrierung für den Termin im Impfzentrum löschen, heißt es im Informationsportal der Landesregierung. Eine reine Terminstornierung sei nicht ausreichend. Der Account bleibe sonst bestehen und die so registrierten Bürger bekämen automatisiert einen neuen Impftermin zugewiesen.

          Die Landesregierung verweist zugleich auf die Bedeutung der Impfungen: „Mit der Löschung Ihrer Registrierung zeigen Sie sich solidarisch, da der Termin somit anderen Bürgerinnen und Bürgern, die noch nicht geschützt sind, zur Verfügung steht.“

          Für die Löschung einer Registrierung sind die Vorgangskennung und das Passwort notwendig. Wer sich nicht über das Online-Terminvergabeportal des Landes registriert hat, kann den Termin gegebenenfalls auch im Call-Center stornieren unter 0611/505 92 888. (dpa)

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