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Familientag im Impfzentrum : Corona-Inzidenz fällt in Frankfurt unter Schwellenwert

Willkommen: Im Darmstadtium beginnt der August mit einem Impf-Familientag. Bild: Wonge Bergmann

Über Nacht haben hessische Gesundheitsämter weniger neue Corona-Fälle gemeldet als vor einer Woche. Inwieweit das an den Ferien liegt, steht dahin. Im Impfzentrum Darmstadt ist Familientag.

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          Der August beginnt mit zwei erfreulichen Nachrichten zum Corona-Infektionsgeschehen in Hessen. Dem Robert Koch-Institut (RKI) liegen weniger bestätigte Neuinfektionen vor als vor einer Woche. Zudem haben hessische Behörden keinen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 berichtet. Aber: Zwar ist die Inzidenz als zentrale Kennziffer über Nacht in Hessen leicht gefallen und in Frankfurt unter den Schwellenwert 35 gerutscht. Allerdings gibt es weiter mehr binnen Wochenfrist verzeichnete positive PCR-Tests als vor vier Wochen und vor einem Monat. Inwieweit der Rückgang der Fall-Meldung mit den Ferien zusammenhängt, ist offen. Positive Fälle werden zwar automatisch der Heimat des Betroffenen zugeordnet, die Frage ist aber: Wer lässt sich im Urlaub testen?

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zudem lahmt seit einigen Tagen der Impffortschritt in Hessen, das ohnehin hinter dem Durchschnitt im Bund her hinkt. Angesichts dessen hat um 10 Uhr der Familientag im Darmstädter Impfzentrum begonnen. Auch Kinderärzte verabreichen im Kongresszentrum Darmstadtium bis 21 Uhr den für Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren zugelassenen Impfstoff von BioNTech. Kinder und Jugendliche müssen von einer erziehungsberechtigten Person begleitet werden. Außerdem muss sowohl der Impfpass als auch der Kinderausweis beziehungsweise Personalausweis sowie die Krankenkassenkarte mitgebracht werden.  Genesene, deren Corona-Erkrankung mehr als vier Wochen zurückliegt, können sich an diesen Tagen ebenfalls impfen lassen, wie die Stadt Darmstadt auf ihrer Internetseite mitteilt. Die Ständige Impfkommission empfiehlt bisher die Impfung von Personen ab zwölf Jahren.

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          Auch andernorts in Hessen sollen Sonderaktionen das Interesse am Impfen wecken. Allerdings steht dahin, wie etwa die „Impfnacht“ in Gießen am Freitag gelaufen ist. In der Frankfurter Festhalle ist kein Termin mehr nötig, Gleiches gilt etwa auch für Marburg. Von Montag an gilt angesichts dessen das Wohnort-Prinzip in den 28 Impfzentren nicht mehr. Hessen können sich dann eine vorbeugende Spritze gegen Covid-19 geben lassen, wo sie mögen und drankommen. In Wiesbaden etwa sind zuletzt, anders als vor der Frankfurter Festhalle, keine Schlangen von Impflingen zu sehen gewesen.

          Klinikchef gegen kostenpflichtige Tests

          Hessische Gesundheitsämter haben dem RKI 151 weitere positive PCR-Tests gemeldet nach 187 vor einer Woche und 64 vor einem Monat. Offiziell haben sich 294.919 Personen in Hessen bisher mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. 2200 Fälle gelten als noch nicht ausgestanden, 100 mehr als am Vortag. 7587 Menschen sind an oder mit Covid-19 gestorben, wie das RKI auf seiner Internetseite weiter meldet.

          Die Inzidenz in Hessen ist demnach von 18,9 auf 18,6 gesunken und in Frankfurt von knapp 36 auf 33. Als Schwellenwert gilt 35. Ist eine Kommune fünf Tage in Folge darunter, entfällt die Testpflicht für die Innengastronomie. Alle weiteren Regeln finden Sie hier.

          Im Streit um kostenpflichtige Corona-Schnelltests hat sich unterdessen der Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums geäußert und dafür ausgesprochen, Ungeimpfte von Herbst an nicht zur Kasse zur bitten. „Tests kostenpflichtig zu machen, führt zum Gegenteil dessen, was wir wünschen“, sagte Professor Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikum Frankfurt, der Deutschen Presse-Agentur. Das hatten unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und mehrere Politiker gefordert. Gerade in Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen seien die Infektionszahlen in der Regel sehr hoch. Müssten diese Menschen für Tests zahlen, würden in Summe weniger gemacht.

          Gut die Hälfte der Hessen durchgeimpft

          Bei den Impfquoten liegt Hessen aber anhaltend unter dem Durchschnitt im Bund. Das hat sich auch zum Freitag nicht geändert. Beim Anteil der Durchgeimpften verliert das Bundesland sogar wieder an Boden. Hessen kommt auf 50,6 Prozent und damit 0,9 Punkte weniger als der Mittelwert, Rheinland-Pfalz weist 52 Prozent aus. 3,894 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft, 3,18 Millionen haben bereits einen vollständigen Impfschutz. Die Zahlen beziehen sich laut RKI auf die gesamte Landesbevölkerung. Hessen zählt insgesamt etwa 6,3 Millionen Einwohner.

          Auch bei den Erstimpfungen liegt das zentral gelegene Bundesland unter der bundesweiten Quote: 61,2 Prozent der Menschen in Hessen haben nach neuesten Daten eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Hessen liegt nun 0,3 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter ist Bremen mit 70,4 Prozent Erstgeimpften – Rheinland-Pfalz kommt auf 62,9. Neuere Zahlen gibt es vom RKI noch nicht.

          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher gut 2,52 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und am 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen.

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